Welche Rolle spielen Micro-Influencer im Sportbusiness?

Welche Rolle spielen Micro-Influencer im Sportbusiness?

Philipp Ostsieker
Pexels

Über Influencer Marketing ist (fast) alles gesagt. Nun spielt sich ein neues Thema in den Vordergrund: Micro-Influencer Marketing. Welchen Einfluss hat der Trend auf den Sport?

Influencer Marketing ist eine Marketing-Form, bei welcher der Fokus auf spezifischen Individuen liegt. Diese Individuen sollen eine bestimmte Zielgruppe beeinflussen. Dank des herausragenden Stellenwerts des Individuums sollen Verhalten, Meinung oder Kaufverhalten anderer beeinflusst werden. Influencer Marketing im Sport ist kein Phänomen der Neuzeit. Boris Becker und Puma, David Beckham und der Adidas Predator – die Liste namhafter Beispiele ist lang. Was ist also neu? Neu ist die Vielzahl an Plattformen, auf der Marken und Sportler aktiv sein können.

Was zeichnet die Micro-Influencer aus?

Das Engagement eines Accounts sinkt überproportional mit dem Anstieg an Followern. Dieser Eindruck ist nicht gänzlich neu. Eine Studie von Markerly über zwei Millionen Social Media Influencer belegt diese Entwicklung mittleweile. Instagrammer mit weniger als 1.000 Follower weisen im Schnitt eine Like Rate von etwa acht Prozent auf. Ab einer Followeranzahl zwischen 1.000 und 10.000 sinkt die Rate auf vier Prozent. Influencer mit einer Anzahl zwischen 10.000 und 100.000 arbeiten mit einer Like Rate von 2,4 Prozent. Diese sinkt weiter auf 1,7 Prozent ab 100.000 Followern. Das Phänomen gilt zudem für die Comment Rate. Es wirkt sich gleichermaßen auf organische sowie auf bezahlte Posts aus.

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Welche Marken arbeiten mit Micro-Influencern?

Die Verantwortlichen von Adidas sahen den Vorteil von Micro-Influencern beim Launch von „Glitch“. Glitch ist eine App, mit der Fußball-Fans Fußballschuhe testen und kaufen können. Diese Optionen stehen jedem Fan dabei erst auf Einladung eines existierenden App-Nutzers zur Verfügung. Adidas begann neue Modelle sowie seine App zu bewerben, indem es ausgewählte Micro-Influencer von Londoner Fußball-Akademien einsetzte.

Der Sportartikel-Gigant hat ebenfalls Micro-Influencer eingesetzt, um seinen Marktanteil für Damen-Sportbekleidung auszubauen. So akquirierte Adidas etwa die Fitness-Trainerin Robin Arzon.

Adidas verlagert große Teile seines Marketing-Budgets in Richtung Digital. Influencer werden dafür eine noch größere Rolle spielen. Das E-Commerce-Geschäft der Traditionsmarke wuchs 2016 aufm 59 Prozent. Für 2020 hat sich Adidas ein Ziel von 4,6 Milliarden Dollar bei seinen Online-Verkäufen gesetzt.

Der Vorteil von Micro-Influencern für Marken wie Adidas liegt darin, dass diese gezielt sehr aufmerksame und interessierte Nutzer erreichen. Word-of-Mouth-Empfehlungen können sich zudem positiv auf die SEM-Aktivitäten einer Marke auswirken.

Beiträge von Personen mit kleinerem Publikum erzielen eine höhere Interaktion. Sie bieten eine Kombination aus Authentizität und Vertrauen. Sie helfen den Marken, mögliche negative Wahrnehmungen der offensichtlichen Werbeformen zu vermeiden. Nicht zu vergessen: Micro-Influencer sind deutlich günstiger als Superstars.

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Philipp Ostsieker ist Medien- und Digitalmanager aus Hamburg. Neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit als selbstständiger Digital Content Strategist schreibt Philipp für BASIC thinking die Kolumne „Matchplan“, in der er über den Tellerrand blickt und durch die innovativen Ideen der Sportbranche führt.