Der Aufstieg der Social-Media-Fußballer

Der Aufstieg der Social-Media-Fußballer

Philipp Ostsieker
Screenshot

Fußballer merken, dass soziale Netzwerke mit ihren Fans sehr viel Geld verdienen. Entsprechend suchen die Stars nach Wegen, um ein Stück vom Kuchen abzubekommen.

Über die Rolle der Social-Media-Fußballer sprach Misha Sher mit Digiday. Sher ist VP of Sports & Entertainment bei Mediacom. Er meint: „Die Industrie zieht oft die Millionen von Fans heran, die Stars wie Cristiano Ronaldo auf Facebook folgen. Die Wahrheit ist aber, dass es nicht seine Fans sind, sondern Facebook-Fans. Facebook verdient sehr viel Geld damit, Werbung im Umfeld seiner Zielgruppe auszuspielen. Davon landet nichts bei ihm. Die Spieler realisieren nun, dass sie für hohe Interaktion sorgen, aber jemand anderes dafür bezahlt wird.“

CR7 und seine Kollegen haben keine Geldprobleme. Aber die Social-Media-Fußballer entdecken ihren Wert auf Facebook und YouTube. Anstatt sich von den Plattformen abzuwenden, forcieren sie Strategien, um von ihrem Wert zu profitieren. Das Grundprinzip: Die Spieler nutzen intensiv Social Media, um sich selbst besser gegenüber Sponsoren und Klubs zu positionieren.

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Was macht gute Social-Media-Fußballer aus?

Spieler wie Gareth Bale (Real Madrid) oder Neymar (PSG) erzielen Einnahmen, wenn sie Inhalte auf Dugout posten. Etwa zehn Millionen Fans besuchen monatlich die Site. Gleichzeitig nutzen zwei Milliarden Menschen monatlich aktiv Facebook. Mit Blick auf konkrete Einnahmen sei Dugout laut Digiday „die lukrativere Plattform“. Für die Bereitstellung der exklusiven Inhalte erhalten Spieler oder Klub 50 Prozent der Werbeeinnahmen. Zudem erhalten die Content-Produzenten einen Zugriff auf die Dugout-Nutzerdaten.

Facebook weiß, dass es die Social-Media-Fußballer bei Laune halten muss. Das soziale Netzwerk such nach längerem, originalem Content und ist dazu in Gesprächen mit großen Fußball-Stars. Konkrete Namen sind noch nicht bekannt. Sollte einer der Stars sich für Facebook aussprechen, hat er vermutlich auch den zunehmenden TV-Fokus von Facebook im Hinterkopf. Content-Produzenten können ihre Shows monetarisieren, dank Werbepausen oder Sponsored Content. Denkbar seinen laut Digiday auch direkte Zahlungen an die Spieler seitens Facebook.

YouTube sei in Sachen Fußballer-Akquise noch nicht so aktiv gewesen wie Facebook. Digiday bezieht sich auf einen Anbieter von Sportinhalten. Dieser behaupte, dass Spielerinhalte ein Segen für YouTube seien. Schließlich wolle die Video-Plattform unabhängiger von Werbung werden, dafür sein junges Abo-Modell etablieren.

Klubs und Spieler bevorzugen offenbar Facebook gegenüber YouTube. Doch mehr Geld fließe laut der Digiday-Quelle auf YouTube. Das gefällt zum Beispiel Juan Mata von Manchester United. Mata hat seinen eigenen YouTube-Kanal seit 2015. Aktuell promotet er mit seiner Agentur Dark Horses eine Filmreihe, die eine Charity-Aktion bewirbt.

Wie entstehen Fußballer-Marken?

Um als Influencer erfolgreich zu sein, setzen Fußballer darauf, anspruchsvoll und glaubwürdig zu sein. „Neue Stars müssen sie selbst sein dürfen. So entstehen „echte Marken“ im Sport, keine stromlinienförmige Prominenten, mit denen sich Fans nicht identifizieren können“, so Kelvyn Gardner. Gardner ist Managing Director der Licensing Industry Merchandisers‘ Association.

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Er denkt: „Fußball bleibt der populärste und kommerziell erfolgreichste Sport weltweit, basierend auf traditionellen Werten. Dieser wird sich besser entwickeln, wenn er seinen Wurzeln treu bleibt.“

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Philipp Ostsieker ist Medien- und Digitalmanager aus Hamburg. Neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit als selbstständiger Digital Content Strategist schreibt Philipp für BASIC thinking die Kolumne „Matchplan“, in der er über den Tellerrand blickt und durch die innovativen Ideen der Sportbranche führt.