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Wesualize: Sharing, Caring und Videos machen

Wesualize
geschrieben von Marinela Potor

Wesualize ist eine neue Online-Community für junge Filmemacher, YouTuber und selbstständige Videoproduzenten. Mit einer kollaborativen Plattform und einem Sharing-Konzept wollen sie das Videomachen verändern.

„Wir wollen das Wer und das Wie im Videomachen komplett verändern!“ Das ist eine recht kecke Aussage für ein Start-up, das seine Webseite erst vor wenigen Wochen gelauncht hat. Wesualize heißt die brandneue Plattform für Videomacher, die angeblich alles verändern soll.

Kein Budget? Keine Ressourcen? Wesualize will helfen

Doch auch wenn Wesualize ein ganz junges Start-up ist, an der Idee tüfteln die beiden Gründer, Nadin-Shirin Zimmermann und Marcel Lambert, schon seit 2015. Und das obwohl keiner der beiden aus der Filmbranche kommt. Lambert ist Programmierer, während Zimmermann aus dem Management kommt. Doch zusammen bilden sie ein gutes Team, um ein Tech-Unternehmen erfolgreich machen zu können. So glauben die beiden fest an den Erfolg ihres Unternehmens – das sie bisher komplett aus eigenen Mitteln finanziert haben.

Nadin-Shirin Zimmermann und Marcel Lambert, die Gründer von WEsualize

Nadin-Shirin Zimmermann und Marcel Lambert, die Gründer von Wesualize

Wesualize richtet sich an junge Filmemacher, YouTuber, Filmstudenten oder auch Blogger, die weder ein großes Budget noch viele Ressourcen zur Verfügung haben. Neben der großen Vision des Start-ups, haben sich Zimmermann und Lambert also auch noch ein sehr großes Marktsegment vorgenommen.

Denn von einem Markt von insgesamt 91 Millionen Videomachern weltweit, machen diese „semiprofessionelle“ Videoproduzenten immerhin 15,4 Millionen aus. So lauten zumindest die Zahlen, die Wesualize vorliegen.

Zugriff auf Footagematerial und Community

Die neue Plattform soll ihnen dabei gleich drei Vorteile bieten: Zugriff zu Footagematerial, eine Community von Gleichgesinnten und die Möglichkeit, mit anderen gemeinsam an eigenen Videoprojekten zu arbeiten. Letzteres wird über eine kooperative Videobearbeitungssoftware ermöglicht, an der mehrere Nutzer gemeinsam ein Projekt bearbeiten können.

„Gerade für junge Filmemacher oder YouTuber, die gerade starten, ist das eine gute Möglichkeit, um mit anderen Talenten zusammenzukommen und so zusammen hochwertige Videos zu produzieren“, sagt Nadin-Shirin Zimmermann im Gespräch mit BASIC thinking

Gemeinsam statt einsam

Vor allem die Kollaboration der Künstler miteinander ist den beiden Gründern sehr wichtig. Mit Wesualize wollen sie ganz bewusst eine offene Sharing-Plattform schaffen, auf der zusammen anstatt alleine gearbeitet wird. Anstatt sich also alleine mit dem gesamten Videoprozess, vom Sammeln des Filmmaterials über die Storyline bis hin zum Cut alleine abzumühen, kann man sich so Hilfe holen. Das gemeinsame Bearbeiten der Videos erfolgt dann über das Bearbeitungsprogramm von Wesualize.

Die Plattform bietet Nutzern dazu drei verschiedene Preis-Leistungs-Modelle. Eine kostenfreie Version, eine Pro-Version und eine Premium-Version. Wer mit anderen privat und ohne Werbung an Projekten arbeiten will, braucht mindestens die Pro-Variante.

Diese soll 80 Euro pro Jahr kosten, die Premium-Version dann 120 Euro pro Jahr. „Wenn man das mit aktuellen professionellen Software-Programmen vergleicht, sind wir unschlagbar günstig – und die Chance mit Gleichgesinnten zusammenzuarbeiten finden wir sogar wertvoller“, sagt Zimmermann selbstbewusst.

In der Tat wäre gerade eine internationale Zusammenarbeit an einem Filmprojekt über einen gemeinsamen Cloudserver alles andere als billig. Für eine vergleichbare Creative Cloud von Adobe etwa zahlen Nutzer im Schnitt 70 Euro por Monat im Jahresabo, also ein Vielfaches im Vergleich zu Wesualize.

Footage für alle

Hinzu kommt das andere große Plus der Plattform: Zugang zu Footage. Wenn man es nicht gerade selbst gedreht hat, ist es für semiprofessionelle Videoproduzenten nämlich sehr teuer, an gutes Footagematerial zu kommen. Genau das will Wesualize für Nutzer einfacher machen, und zwar nach dem Prinzip der Sharing-Economy.

Jeder, der sich auf der Webseite registriert, kann Credits sammeln. Diese bekommen User entweder über das Hochladen und Bereitstellen von eigenem Footagematerial für die Community, oder über das Zahlen eines bestimmten Betrags. Wer genug Creditpoints gesammelt hat, kann dann wiederum frei auf die Footage der anderen Nutzer zugreifen.

Rechtlich keine Bedenken

Diese kann dann allerdings nicht einfach heruntergeladen werden, denn auch Nadin-Shirin Zimmermann und Marcel Lambert ist klar, dass es beim Teilen von Videomaterial auch rechtliche Bedenken gibt. Schließlich soll das Material, das für die Wesualize-Community gedacht ist, nicht unbefugt irgendwo im Netz verbreitet oder verkauft werden.

Auch müssen sich die Gründer natürlich rechtlich absichern, falls mal ein Nutzer Filmmaterial in die Community hochlädt, zu denen er keine Rechte hatte.

All das wird, wie üblich in der Branche, auch bei Wesualize über die Geschäftsbedingungen geregelt. Falls jemand unberechtigt Footage auf die Plattform hochlädt, muss dieser Nutzer mit einer entsprechenden Strafe rechnen. Genau das gleiche gilt für das unerlaubte Verbreiten des Materials außerhalb der Community.

Schnelle Reaktionszeiten

So einfach ist das Verbreiten der Footage auch gar nicht. Denn einzelne Filmsegmente können Nutzer gar nicht von der Webseite oder aus der Kollaborations-Cloud exportieren. Nur die Nutzer, die ein Projekt ins Leben gerufen haben, können dies – und dann auch nur als Gesamtprojekt. “Sollte also Material illegalerweise im Netz auftauchen, können wir recht schnell sehen, welcher Nutzer das war – und dann entsprechend dagegen vorgehen”, versichert Zimmermann.

Auch beim Arbeiten in der Cloud hat Wesualize keine Sicherheitsbedenken. Um eine gute und stabile Verbindung für alle Nutzer weltweit zu ermöglichen, nutzt das Unternehmen Amazons Serverparks. „Da personenbezogene Daten ausschließlich in Deutschland gespeichert und die Filmrechte bei uns in den Geschäftsbedingungen geregelt werden, gibt es hier keine rechtlichen Bedenken“, versichert das Unternehmen.

„Aus Versehen viral gegangen“

Bisher haben die Gründer aber angeblich viel weniger rechtliche Bedenken von Nutzern zu hören bekommen und viel mehr Begeisterung. Vor allem aus dem Ausland. „Wir sind in Indien aus Versehen viral gegangen“, lacht Zimmermann als sie von ihrer jüngsten Instagram-Aktion, einem internationalen Talentwettbewerb für Filmemacher berichtet.

In kürzester Zeit nach diesem Aufruf hatte der Post 5.000 Likes, vor allem aus Indien. Das bestärkt die beiden Gründer darin, ihre Plattform sofort international auszurollen, und sich nicht auf den deutschen Markt zu beschränken.

Offenbar kommt die Idee tatsächlich gerade international gut an. Seit dem Start des Wettbewerbs vor einigen Wochen haben sich schon über 1.000 User auf der Seite registriert, um mitzumachen. Wenn das Endziel – 5.000 Teilnehmer – erreicht ist, geht Wesualize offiziell mit der Vollversion der Webseite online. Der große Launch von Wesualize ist für September 2017 geplant.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor hat als klassische Radiojournalistin angefangen, und ist dann unklassisch (und nicht ganz freiwillig) zur digitalen Nomadin geworden. Seit 3 Jahren reist sie um die Welt und schreibt zu politischen, sozialen und digitalen Themen.

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