MLB nutzt das Apple AR Kit für bessere Fan-Erlebnisse

MLB nutzt das Apple AR Kit für bessere Fan-Erlebnisse

Philipp Ostsieker
Pexels

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Mit dem bloßen Auge sind die Spieler der San Francisco Giants von nichts als grüner Spielfläche umgeben. Beim Blick durch das Objektiv eines iPad, das die neue Augmented Reality-Funktion des Baseballs trägt, änderte sich das Bild: Ringe umgeben jeden Spieler bieten zusätzliche Informationen.

Wer vor einer Woche im AT&T Park zu Gast war, konnte diese Beta-Funktion der At Bat App live testen. Hinter der App steht MLB Advanced Media (MLBAM). „Dies ist eine ganz neue Art, Geschichten im Baseball zu erzählen“, so Chad Evans, SVP of Mobile Product bei MLBAM gegenüber Sporttechie.

Zweck der Demonstration war es, die neue Zusammenarbeit mit dem ARKit zu präsentieren. Dieses ist Teil von iOS 11 und ermöglicht es Nutzern, Augmented-Reality-Lösungen für iPhone und iPad zu schaffen.

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Der neue funktionale Prototyp nutzt die gleiche Statcast-Computer-Vision und RADAR-Technologien, die 2015 in allen 30 MLB-Stadien installiert wurden, um Daten von jedem Saisonspiel zu erfassen. Diese Statcast-Daten schaffen, kombiniert mit dem ARKit, ein Produkt, das den Datenraum und den physischen Raum zusammen bringt. Echtzeit-Spielerdaten werden die „reale“ Ansicht des Fans im Stadion überlagern. Diese Innovation wurde bislang nur für iOS-Nutzer entwickelt und steht vorerst nur für iPhone und iPad zur Verfügung.

ARKit vermischt realen Raum mit Datenraum

Die Zuschauer halten das Endgerät beim Blick auf das Spielfeld vor sich. Das Produkt soll das Fan-Erlebnis durch die erweiterte Handlung de Spiels verbessern. Die Technologie stellt den Standort des Spielers in Echtzeit dar, indem er den Nutzern ihr Symbol zeigt, genau dort, wo sie auf dem Feld stehen. Durch Bewegungsverfolgung und visuelle Verfolgungssensoren, die um das Stadion herum angeordnet sind, wird praktisch jede Metrik, die mit ihrer On-Field-Leistung verbunden ist, sowohl Vergangenheit als auch Gegenwart, gemessen und dem Fan in Echtzeit präsentiert. Evans glaubt, dass dies der nächste Schritt ist, eine ganz neue Generation von Baseball-Fans für den historischen Sport zu begeistern.

Baseball-Fans können verschiedene Leistungsdaten einsehen: Pitcher- vs. Batter-Vergleiche, Exit Velocity, Hit Angles und Ranges, Spielergeschwindigkeit, Ballgeschwindigkeit, Defensive Range sowie das Tracking von Outfielder Shifts. Letztere können etwa eine scheinbar endlose Menge an Daten freischalten. Zum Beispiel: Wie viel Raum kann ein Outfielder zu abdecken, um einen Ball im Spiel zu bekommen, warum sie ihre Position verändert haben (basierend auf anderen analysierten Daten) oder ihre potenzielle Throw Range.

Zu diesem Zeitpunkt haben Apple und die MLB die App in drei kalifornischen Stadien getestet: im AT&T Park, Dodger Stadium und im Oakland Coliseum. Weitere Tests sollen im Rahmen der Post-Season folgen.

Hinsichtlich des Datenspektrums, das in die endgültige Version des Produkts aufgenommen wird, sei „alles möglich, es ist nur eine Frage von Zeit und Fokus. Unsere Tests haben begonnen, sich auf Schlüsselattribute zu konzentrieren und den Umfang und die Use Cases des Produktes einzugrenzen, aber letztlich geht es darum, was der Fan aus seinem Erlebnis im Stadion herausholen will.“ Das erklärt Greg Cain, VP Baseball Data bei MLB Advanced Media gegenüber Sporttechie.

Noch gibt es einige Hürden

Während generell alles möglich erscheint, ist die Möglichkeit, in jedem Stadion absolut zuverlässig zu arbeiten, gleich Null. Die Anordnung von Sitzplätzen oder die WLAN-Qualität sind nur zwei von vielen Hürden. Können die Entwickler diese überwinden, etablieren sie auch die Technologie.

Dank weiterer Forschungen werden Lösungen für wichtige Produktattribute erarbeitet. Beispiele: die WLAN-Nutzung im Stadion im Vergleich zur LTE-Nutzung, der Umfang von Echtzeit-Daten, der Grad an personalisierten Daten, die Bedeutung der Akkulaufzeit von Endgeräten oder etwaige Sicherheitsmaßnahmen.

Entscheidend wird sein, jedem Fan unabhängig vom Sitzplatz im Stadion das bestmögliche Erlebnis zu bieten. AR hängt von der Perspektive des Fans ab. Dessen Perspektive wird also wichtiger sein als seine Distanz.

Evans denkt auch an die Fans, die weit von der Aktion sind. Sein Ansatz: „Wenn wir den Zoom und die Neuorientierung auf das Spielgeschehen schnell genug realisieren können, könnte dieser ein nützliches Feature sein. Der Onboarding-Prozess für neue Nutzer wird unglaublich wichtig sein, um positive erste Erlebnisse mit dem Produkt zu schaffen.“ […]

Letztlich ist diese Technologie nur der Anfang dessen, was die Zukunft für Live-Baseball bringt. Entscheidende Momente hervorheben, Tipps anbieten, was genau sich die Fans anschauen sollen, alle das soll dazu beitragen, den Nicht-Fans einige subtile Nuancen des Baseball-Spiels zu erklären. So wird das Spiel zugänglicher und attraktiver für die nächste Generation von Fans. Das hoffen zumindest die MLB-Verantwortlichen.

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Philipp Ostsieker ist Medien- und Digitalmanager aus Hamburg. Neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit als selbstständiger Digital Content Strategist schreibt Philipp für BASIC thinking die Kolumne „Matchplan“, in der er über den Tellerrand blickt und durch die innovativen Ideen der Sportbranche führt.