Google Home, Google Home Mini

Dauerhafte Überwachung: Google Home Mini zeichnete jedes Geräusch auf

Christian Erxleben
Einige Testgeräte des Google Home Mini zeichneten alle Geräusche auf. (Foto: Google)

Der Journalist Artem Russakovskii war einer der ersten Besitzer eines Google Home Mini. Er integrierte den smarten Lautsprecher in seinem Bad bis er nach einigen Tagen feststellen musste, dass der Mini jedes Geräusch aufzeichnete.

Es sind die größten Bedenken der Gegner des Smart Home: Die Geräte können – womöglich ohne dass wir es merken – unsere Gespräche belauschen und intime Details an große Internetkonzerne wie Google oder Amazon weitergeben.

Zum Teil sind diese Einwände berechtigt. Der Google Home beispielsweise benötigt, um überhaupt zu funktionieren, Zugriff auf deinen Standort, deine Wlan-Verbindung und mehr. Außerdem hört der smarte Lautsprecher alle Gespräche mit solange der interne Lautsprecher aktiviert ist. Das war auch in unserem Alltagstest der Fall.

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Doch warum müssen Home, Echo und Co. eigentlich zuhören? Damit sie ihr Signalwort „Hey Google“ oder „Alexa“ nicht überhören. Wer also sein Zuhause vernetzen möchte, muss bereit sein, einen Teil seiner Privatsphäre aufzugeben.

Selbstverständlich gibt es jedoch die Möglichkeit, das Mikrofon stummzuschalten. Wem das nicht genügt, hat immer die Option den Stecker des Geräts zu ziehen.

Google Home Mini hört auch ohne Erlaubnis zu

Was jedoch dem amerikanischen Journalisten Artem Russakovskii passiert ist, dürfte die Ängste und Vorbehalte der Gegner befeuern. Der Redakteur des Magazins Android Police war einer der ersten Besitzer eines neuen Google Home Mini.

Direkt nach der Vorstellung installierte er das Gerät in seinem Badezimmer. Tagelang bemerkte Russakovskii nichts bis ihm zufällig auffiel, dass die vier Lichter seines Mini blinkten, wenn er sprach oder der Fernseher lief – obwohl das Gerät eigentlich stumm geschaltet war.

Der Journalist führte einige Tests durch und meldete den Fehler anschließend an Google. Der Konzern reagierte umgehend, zog die Testgeräte ein und deaktivierte das Touch Panel des Google Home Mini. Jetzt lässt sich das Gerät nicht mehr manuell, sondern nur noch per Spracheingabe steuern.

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Google selbst sagt, dass nur einige Testgeräte von dieser Fehlfunktion betroffen waren. Nicht alle Geräte der Mini-Serie würden alle Geräusche aufnehmen und an Google senden. Doch selbst wenn wir Google glauben, werden sich die Kritiker des vernetzten Zuhauses immer wieder auf diesen Vorfall berufen.

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Christian Erxleben arbeitet als freier Redakteur für BASIC thinking. Von Ende 2017 bis Ende 2021 war er Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig.