Statt WM 2018: Cup der Verlierer mit Italien & Holland?

Statt WM 2018: Cup der Verlierer mit Italien & Holland?

Philipp Ostsieker

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Es war Franz Beckenbauer, der einst den UEFA Cup als „Cup der Verlierer“ bezeichnete. Verlierer sind im Hinblick auf die WM 2018 auch Fußballgrößen wie Italien, Holland, Chile und die USA. Letztere wollen die nicht qualifizierten Top-Teams offenbar zu einem alternativen Turnier einladen.

Die Fußball-News-Experten von Goal.com berichten, dass die US-Verantwortlichen ernsthaft über einen Wettbewerb diskutieren. Der „Cup der Verlierer“ im Weltfußball könnte also Realität werden. Initiator ist die United States Soccer Federation (USSF). Mit an Bord sind die Major League Soccer (MLS), Soccer United Marketing und Medien-Gigant Fox.

Der Wettbewerb könnte im Vorfeld der WM 2018 stattfinden. Das Turnier in Russland startet am 14. Juni 2018.

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Allerdings wurden die Fußball-Verbände wohl noch nicht kontaktiert. Zudem müsse die USSF noch über die tatsächliche Struktur des Wettbewerbs entscheiden.

„Cup der Verlierer“ als WM-Alternative?

Und was hält überhaupt die FIFA von einem möglichen „Cup der Verlierer“? Laut BBC Sport habe die FIFA derzeit keinerlei Einwände gegen die Idee. Das Event müsse sich lediglich nach den Standardregeln des internationalen Fußballs richten. Daran wird das Turnier vermutlich nicht scheitern.

Die amerikanische Fußball-Nationalmannschaft verpasste die WM-Qualifikation nach einer 1:2-Niederlage gegen Trinidad & Tobago. Ein Unentschieden hätte den ehemaligen Schützlingen von Jürgen Klinsmann gereicht.

Schwacher Trost: Es hat weitaus etabliertere Fußball-Nationen getroffen. Die prominentesten Beispiele:

  • Holland als dreimaliger Vize-Weltmeister
  • Italien als viermaliger Weltmeister
  • Chile als Nr. 9 der Weltrangliste

Laut Forbes bedeutet hat verpasste WM-Qualifikation immense finanzielle Folgen für den US-Fußball. Alleine die USSF verliert 12,5 Millionen US-Dollar Antrittsprämie, welche die FIFA den Nationen auszahlt. Fox Sports zahlt 425 Millionen US-Dollar für seinen TV-Rechte-Deal, der auch die WM 2018 in Russland beinhaltet. Eine WM ohne das US-Team ist also auch unter medialen Gesichtspunkten ein Dämpfer.

Ob ein „Cup der Verlierer“ (auch mit besserer Betitelung) die Einbußen kompensieren kann? Vermutlich nicht einmal im Ansatz. Immerhin: Die Teilnehmer könnten sich sehen lassen.Viele Fans würden sich sicherlich freuen, Top-Stars wie Gianluigi Buffon, Arjen Robben oder Alexis Sanchez im Wettkampfmodus zu erleben.

Und vielleicht wird das Feld sogar erweitert? Außer den genannten Nationen scheiterten z.B.:

  • Bolivien (50)
  • Bosnien und Herzegowina (40)
  • Bulgarien (36)
  • Griechenland (47)
  • Irland (26)
  • Kongo DR (35)
  • Nordirland (23)
  • Österreich (39)
  • Paraguay (36)
  • Rumänien (45)
  • Ukraine (30)
  • Schottland (29)
  • Slowakei (24)
  • Tschechien (46)
  • Türkei (32)
  • Wales (14)

(Platzierung in der FIFA-Weltrangliste, Stand 16. Oktober)

Die WM-Teilnehmer 2018

Ob aus der Idee ein Turnier entsteht, wird sich zeigen. Immerhin wissen wir, wer nicht am Cup der Verlierer teilnimmt:

  • Russland: Gastgeber
  • Iran: Gewinner der dritten Runde der AFC-Qualifikationsgruppe A
  • Südkorea: Zweiter der dritten Runde der AFC-Qualifikationsgruppe A
  • Japan: Gewinner der dritten Runde der AFC-Qualifikationsgruppe B
  • Saudi Arabien: Zweiter der dritten Runde der AFC-Qualifikationsgruppe B
  • Australien: Sieger aus den Playoff-Spielen zwischen dem Fünften des AFC (Asien) und des Vierten des CONCACAF (Nord- und Mittelamerika)
  • Tunesien: Sieger der Qualifikationsgruppe A des CAF (Afrikanischer Fußballverband)
  • Nigeria: Sieger der Qualifikationsgruppe B des CAF (Afrikanischer Fußballverband)
  • Marokko: Sieger der Qualifikationsgruppe C des CAF (Afrikanischer Fußballverband)
  • Senegal: Sieger der Qualifikationsgruppe D des CAF (Afrikanischer Fußballverband)
  • Ägypten: Sieger der Qualifikationsgruppe E des CAF (Afrikanischer Fußballverband)
  • Mexiko: Gewinner der fünften Qualifikationsrunde Runde des CONCACAF (Nord- und Mittelamerika)
  • Costa Rica: Zweiter der fünften Qualifikationsrunde Runde des CONCACAF (Nord- und Mittelamerika)
  • Panama: Dritter der fünften Qualifikationsrunde Runde des CONCACAF (Nord- und Mittelamerika)
  • Brasilien: CONMEBOL erster Platz
  • Uruguay: CONMEBOL zweiter Platz
  • Argentinien: CONMEBOL dritter Platz
  • Kolumbien: CONMEBOL vierter Platz
  • Peru: Sieger des Playoff-Spiels zwischen dem CONMEBOL-Fünften und dem ersten Playoff-Platz des OFC (Ozeanien)
  • Frankreich: Sieger der UEFA Gruppe A
  • Portugal: Sieger der UEFA Gruppe B
  • Deutschland: Sieger der UEFA Gruppe C
  • Serbien: Sieger der UEFA Gruppe D
  • Polen: Sieger der UEFA Gruppe E
  • England: Sieger der UEFA Gruppe F
  • Spanien: Sieger der UEFA Gruppe G
  • Belgien: Sieger der UEFA Gruppe H
  • Island: Sieger der UEFA Gruppe I
  • Schweiz: Gewinner der UEFA Playoffs
  • Kroatien: Gewinner der UEFA Playoffs
  • Schweden: Gewinner der UEFA Playoffs
  • Dänemark: Gewinner der UEFA Playoffs

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Philipp Ostsieker ist Medien- und Digitalmanager aus Hamburg. Neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit als selbstständiger Digital Content Strategist schreibt Philipp für BASIC thinking die Kolumne „Matchplan“, in der er über den Tellerrand blickt und durch die innovativen Ideen der Sportbranche führt.