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So gigantisch ist der Energiebedarf für Bitcoin-Mining

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Der Energiebedarf für Bitcoin-Mining wächst von Tag zu Tag. (Foto: Pixabay.com / geralt)
geschrieben von Christian Erxleben

Trotz des aktuellen Abschwungs ist das Interesse an Bitcoins im Vergleich zu den Vorjahren weiterhin gigantisch. Was bei allen Spekulationen und Debatten gerne vergessen wird, sind die hohen Energiekosten, die durch das Bitcoin-Mining anfallen. Eine Einordnung.

Die Kryptowährung Bitcoin durchläuft derzeit ihre erste Bewährungsprobe. Nachdem ein Bitcoin im Dezember 2017 fast 20.000 US-Dollar wert war, liegt der Wert nach einem Kursrutsch im Januar derzeit bei rund 8.600 US-Dollar – Tendenz erneut steigend.

Im Vergleich zum Vorjahr hat die Kryptowährung trotz der jüngsten Verluste noch immer eine Wertsteigerung von knapp 780 Prozent hingelegt – eine sehr beachtliche Entwicklung.

Energiekosten für Bitcoin-Mining

Die maximale Anzahl von Bitcoins wurde von Initiator Satoshi Nakamoto auf 21 Millionen festgelegt. Die Kryptowährung ist im Gegensatz zu „normalen“ Währungen theoretisch folglich limitiert. Aktuellen Berechnungen zu Folge wird dieses Limit jedoch erst im Jahre 2140 erreicht.

Bis die Kapazitäten erschöpft sind, investieren Krypto-Miner in den nächsten Jahrzehnten noch viel Energie in Bitcoin-Mining. Durch das Mining können – sehr stark vereinfacht dargestellt – durch das Lösen von hoch-komplexen mathematischen Rätseln Bitcoins gewonnen werden. (Wir haben den komplexen Prozess dahinter für dich in einem Artikel ausführlich beschrieben.)

Doch wie viel Energie in Form von Rechenleistung verbraucht das Bitcoin-Mining derzeit tatsächlich? Eine Antwort liefert die stetig aktualisierte Übersicht der Website Digiconomics, die sich auf Kryptowährungen spezialisiert hat.

Demnach benötigten die Computer beim Mining derzeit 0,16 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs. Bis Juli 2019 soll der Anteil laut Eric Holthaus auf die Größe des Stromverbrauchs der gesamten USA anwachsen. Im Februar 2020 übersteigt der Energiebedarf für das Bitcoin-Mining den weltweiten Stromverbrauch.

Ein paar weitere Statistiken zum Bitcoin-Mining:

  • Derzeit verbraucht das Mining der Kryptowährung im Jahr 48,54 Terawattstunden. Das entspricht in etwa dem Bedarf von Singapur oder Portugal.
  • Eine Bitcoin-Transaktion würde den Tagesbedarf von mehr als 21 US-Haushalten decken.
  • Außerdem verursacht eine Transaktion umgerechnet 307,74 Kilogramm CO2. Im Jahr sind das 23,785 Millionen Tonnen.
  • Die mit Bitcoin generierten Umsätze belaufen sich derzeit auf knapp sieben Milliarden US-Dollar, während die Kosten bei rund 2,5 Milliarden US-Dollar liegen.

Bei den enormen Energiekosten ist es nicht verwunderlich, dass Wissenschaftler bereits über die Auswirkungen von Bitcoin auf unsere Umwelt diskutieren. Das österreichische Start-up Hydrominer beispielsweise will den Strom zum Bitcoin-Mining durch Wasserkraft generieren und damit eine umweltfreundliche Alternative zu Kohle- oder Atomstrom bieten.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Sein Weg zu BASIC thinking führte über die Nürnberger Nachrichten, Focus Online und die INTERNET WORLD Business. Beruflich und privat liebt und lebt er Social Media.

2 Kommentare

  • Nur mal so ein Gedanke von mir. Wenn der Mensch nach Gold sucht und Tonnen von Erde bewegt. Dadurch die Natur zerstört, das Wasser mit Quecksilber verschmutzt. Ganze Dörfer umsiedelt, Ureinwohner vertreibt. Das alles nur wegen paar gramm Gold. Aber da schert sich keiner drum. Der Mensch hat von Natur aus Angst von neuen Sachen. Der Bitcoin ist neu, die Technologie ist neu. Deswegen wird er erstmal schlecht geredet. Der erste Mann der sagte „Die Erde ist eine Kugel“ wurde auch gehängt. Und jetzt spricht keiner mehr darüber, alle wissen dass die Erde eine Kugel ist.

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