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Pechvogel des Jahres: Brite entsorgt Festplatte voller Bitcoins – und versenkt schlappe 5,5 Millionen Euro auf der Müllhalde

Bitcoins - Antana - http://www.flickr.com/photos/105644709@N08/10307504544/
geschrieben von Tobias Gillen

Stellt euch vor, ihr habt ein Bankkonto. Zu diesem Bankkonto gibt es nur eine Karte und keine andere Möglichkeit, an das Geld zu kommen. Vier Wochen, nachdem ihr genau diese Karte im Müll entsorgt habt, fällt euch auf, dass darauf noch weit über 5 Millionen Euro waren.

5,5 Millionen Euro weg

Ein Hollywood-Film würde jetzt ungefähr mit „Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit!“ angeteasert werden. Diesen Wettlauf erlebt momentan der Brite James Howells. Allerdings nicht mit einem Bankkonto, sondern mit einer Festplatte, die er vor Wochen entsorgt hat. Darauf: Lächerliche 7.500 Bitcoins.

Das Ärgerliche an der Sache ist allerdings, dass der Preis für die Bitcoins inzwischen auf einem historischen Hoch ist und Howells Ansammlung inzwischen schlappe 4,6 Millionen Pfund – oder 5,5 Millionen Euro oder 7,5 Millionen US-Dollar – wert ist. Ein Backup der Schlüssel zu den Bitcoins wäre jetzt nicht schlecht, doch Howells kann es nicht finden – und bleibt somit ein tragischer Verlierer des Bitcoin-Booms. Wie es dazu kommen konnte, dass er die Festplatte weggeschmissen hat, erklärt er im Interview mit BBC Radio Wales:

Fast forward to 2013 which is when I had a clearout of my old IT equipment – I hadn’t used this drive for over three years, I believed I’d taken everything off it… so it got thrown in the bin.

Backups machen, immer!

Inzwischen hat sich James Howells mit seinem Schicksal abgefunden. Ein polizeilicher Suchtrupp würde Unkosten verursachen und selbst sind die Chancen, die Festplatte auf dem Gelände der Größe eines Fussballplatzes wiederzufinden, gleich Null. Wenigstens etwas aber konnte Howells erreichen: Die Müllhalde hat versprochen, die Festplatte bei erfolgreichem Fund zurückzugeben.

Wie lange das allerdings dauern kann, ist natürlich ungewiss. Inzwischen dürfte der Millionen-Speicher unter Bergen von Müll begraben sein. Und selbst wenn nicht: Man darf vermuten, dass der ein oder andere Schatzsucher und Glücksritter längst unterwegs ist, um den Fund seines Lebens zu machen – auch wenn dies bereits vorsorglich von der Stadt verboten wurde. Andererseits: Wer weiß schon, wo der Bitcoin-Kurs in wenigen Wochen steht? Vielleicht steigt er weiter, vielleicht fällt er aber auch wieder ins Bodenlose. Fest steht nur: James Howells hat seine Chance, ein glücklicher Millionär zu werden, wohl auf tragische Weise vertan.

Wenigstens ein Gutes hat die Sache: Wir lernen, dass wir immer ein Backup von unseren Daten machen sollten. Und eine Festplatte zu überprüfen, bevor wir sie wegwerfen, ist auch nicht die schlechteste Idee.

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Bild: Antana / Flickr (CC BY-SA 2.0)


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Über den Autor

Tobias Gillen

Tobias Gillen ist seit August 2014 Chefredakteur und seit Mai 2015 Geschäftsführer von BASIC thinking. Erreichen kann man ihn immer per E-Mail oder in den Netzwerken.

6 Kommentare

  • Ich hätte einen 50% Finderlohn ausgelobt, mich entspannt zurückgelehnt und abgewartet. Einfach nix tun die Platte abschreiben ist dämlich. Es gab einen Typen der hat seinen Ehering auf der Halde wiedergefunden…

  • Das ist wirklich ärgerlich. Da lobe ich mir die Dropbox 😀

    Ich bin gespannt, wie sich der Kurs in den nächsten Wochen und Monaten entwickelt.

  • kA, wo ist da das Pech? Wenn man sich nicht mehr an 7500 bc erinnern kann, dann braucht man die auch nicht. Fallen ja nun nicht einfach so vom Himmel.
    Und Festplatten (besonders funktionierende) schmeißt man nicht einfach in den Hausmüll…

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