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11 simple Tricks für eine bessere Präsentation

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Meike verrät euch, worauf es bei einer guten Präsentation ankommt. (Foto: Pixabay.com / robinsonk26)
geschrieben von Meike Neitz

Seit Anfang des Jahres arbeite ich aus dem größten Kölner Coworking-Space – dem Startplatz – heraus, um ein wenig rheinländische Start-up und Unternehmerluft zu schnuppern. Dabei ist mir aufgefallen, wie oft Präsentationen unter Anfängerfehlern leiden. Deshalb habe ich eine kleine Liste mit Tipps für die perfekte Präsentation angefertigt. 

Ich bin nicht auf der rummeligen Etage, sondern auf der Ebene, auf der KPMG fast die Hälfte der Büros gemietet hat. Die anderen Büros gehören diversen Jungunternehmen unterschiedlichster Farbe und Form.

So kommt es, dass ich immer wieder an fleißigen Bienchen vorbeilaufe, die gerade an einer Präsentation arbeiten, oder aber durch die gläsernen KPMG-Türen einen Gründer-Pitch oder Vortrag beobachte.

Eines wird nicht nur im Startplatz, sondern auch auf vielen Konferenzen oder Abendveranstaltungen immer wieder offensichtlich: Aus Kommunikationssicht begeht die Mehrheit der Redner einen großen Fehler.

Dies ist der Grund, warum ich mir das Thema Vorträge einmal vornehmen möchte. Da ich kein Freundin des Drum-Herum-Redens bin, kommt die Lösung direkt zu Beginn.

Bitte denkt alle in Zukunft daran:

Die Präsentation soll den Redner komplementieren, nicht anders herum!

Was meine ich damit? In den meisten Fällen werden einfach zu viele Details auf die Folien geklatscht. Dabei geht es eben genau NICHT darum, ein betreutes Lesen anzubieten, sondern nur die wirklich wichtigen Schlüsselinformationen sowie Bilder oder Grafiken, die die Inhalte des Vortrags unterstützen, zu zeigen.

Den Rest sollte der Zuhörer von euch selbst erfahren und nicht ablesen müssen!

Präsentations-Struktur und Optik

Ein paar weitere Tipps für eine perfekte Präsentation habe ich im Folgenden zusammengefasst.

1. Gut leserliche, große Schrift

Dieser Punkt harmoniert natürlich wunderbar mit meinem wichtigsten Tipp: Je weniger Text auf der Folie, desto größer kann natürlich auch die Schriftgröße sein. Also strengt die Augen der Zuschauer und -hörer nicht zu sehr an und nutzt am besten irgendetwas ab Schriftgröße 20.

2. Einheitlich bleiben

Durch die ganze Präsentation hindurch sollte sich nur eine Schriftart ziehen und (wenn möglich) nur eine, maximal zwei Schriftgrößen.

3. Minimalismus ist Trend!

Es reicht absolut, dass Firmenlogo, Name des Referenten, Vortragstitel und -datum nur auf der ersten und letzten Folie (Kontakt / Dankeschön-Slide) erscheinen. Bestenfalls vergessen die Zuhörer zwischen Slide zwei und 19 nicht, wen sie da vor sich haben. Nutzt den Platz, den ihr dadurch spart lieber für Inhalte beziehungsweise schenkt ihn der Übersichtlichkeit. 😉

4. Lasst Bilder sprechen

Eine Präsentation lebt von guten (Info-)Grafiken, die den Redner bei seiner Argumentation unterstützen und die den Vortrag auflockern. Fakt ist: Das menschliche Gehirn schaut sich viel lieber Bilder an und speichert diese besser ab, als dass es Texte konsumieren mag.

5. Übersichtlichkeit

Achtet darauf, dass die Folien übersichtlich und gut strukturiert sind. Minimalismus ist Trend. Bringt nicht mehr als ein Thema auf einer Folie unter! Und auch wenn ich gutes Bildmaterial eben noch empfohlen habe. Auch hier gilt es, nicht den Überschwang zu zelebrieren. Es geht nicht darum, in bester Gosciny-Manier ein ganzes Comic zu entwerfen.

Der Vortrag

Vielleicht noch ein paar generelle Tipps, was einen guten Vortrag von einem mangelhaften unterscheidet. Hier gibt es so viel Futter, dass man darüber problemlos einen mehrseitigen Aufsatz verfassen könnte, daher seien an dieser Stelle nur exemplarisch ein paar Punkte aufgeführt, die mir in letzter Zeit aufgefallen sind.

1. Zeit

Oft scheint es mir, als seien die Vortragenden überrascht, dass sie ganz plötzlich nur noch zehn oder gar fünf Minuten Zeit haben. Gutes Timing ist alles! Teilt euch also die Zeit gut ein. Und wenn euch dabei die Übung fehlt: Verbündet euch am besten im Raum mit jemanden, der euch ein Zeichen gibt, wenn die Hälfte der Vortragszeit vorbei ist, so dass ihr wisst, wo ihr gerade steht.

2. Zielgruppe

Jeder Vortrag, egal wie oft er gehalten wird, sollte von einem guten Redner auf den spezifischen Kreis an Zuhörern angepasst werden. Selbst wenn nur an manchen Stellen des Vortrags auf die Zielgruppe und deren Branche Bezug genommen wird oder ein paar Bilder ausgetauscht werden, so macht das schon einen riesigen Qualitätsunterschied aus.

3. Dramaturgie

Schön ist es, wenn es dem Vortragenden gelingt, eine gewisse Dramaturgie in den Vortrag zu bringen. Es empfiehlt sich, sich hier an den Kniffen und Tricks des Storytelling zu orientieren.

Auch hier gilt: Menschen lieben Geschichten. Mit Hilfe dieser lassen sich Daten, Fakten und Informationen viel leichter und besser vermitteln. In jedem Fall lohnt es sich, zwischendurch einmal eine Anekdote aus dem eigenen (Berufs-)Leben einfließen zu lassen. Das kommt immer gut an und lässt euch angenehm authentisch wirken.

4. Übung macht den Meister

Letztlich steht und fällt der Erfolg einer Keynote natürlich immer mit dem Redner beziehungsweise der Rednerin. Das Thema kann noch so interessant sein: Liest er oder sie nur von Notizen oder von den Folien selbst ab, so ist es kaum erträglich zuzuhören.

Klar: Vor einer Gruppe von Leuten zu referieren, ist aufregend. Aber auch hier wird man von Vortrag zu Vortrag routinierter und ein besserer Speaker. Daher kann ich jedem nur empfehlen: Übt gerade zu Beginn die Vorträge vor dem Spiegel oder tragt die Keynote dem Team oder der Familie vor.

Die Kunst ist es, weder auswendig gelernt zu klingen, noch abzulesen. Auch hier gilt: Übung macht den Meister!

5. Mit Schirm, Charme und Melone

Natürlich wird jeder Vortrag um Welten besser, wenn der Vortragende ein wenig Witz und Charme mitbringt. Doch zugegeben: Nicht jedem liegt es, zwischendurch einmal ein paar knackige Sprüche zu reißen. Was jedoch immer gut ankommt  – der Spielraum der Möglichkeiten ist natürlich von Thema zu Thema unterschiedlich – ist wenn „reale“ Dinge mitgebracht und gezeigt werden.

Ja ich weiß, wir alle sind total digitalisiert und so, aber: Wir leben ja zum Glück immer noch in einer Welt mit real existierenden Dingen. Beispiele kommen immer gut an und lassen die Zuhörer sofort aufwachen. Sind diese noch vorzeigbar (Stichwort Bewegtbild) oder anfassbar: Umso besser!

6. Zuhörer mit einbeziehen

Dies habe ich in Bezug auf die Zielgruppe oben schon kurz angedeutet: Je mehr die Zuhörer mit in den Vortrag einbezogen werden, desto spannender und anschaulicher wird er. Ich glaube, es gibt kein Thema, für das man sich nicht ein paar offene Fragen für die Runde einfallen lassen kann. Probiert also ein wenig Interaktion walten zu lassen und ihr werdet belohnt!

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Über den Autor

Meike Neitz

Meike Neitz studierte Internationale Beziehungen an der TU Dresden und am Boston College, und hält einen Master in Politischer Kommunikation von der University of London (Goldsmiths College).
Nach langjähriger Tätigkeit im Ausland (USA, Indonesien, Thailand, Algerien, Türkei) kam sie 2013 zurück nach Deutschland. Sie betreute zwei Jahre lang für Vural Öger alle Themen rund um die Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“ und war für die Öffentlichkeitsarbeit der Vural Öger Touristikgruppe zuständig. 2016 machte sie sich selbstständig und berät nun mit ihrer Agentur “Die Zukunftsmanufaktur” Mittelständler und Startups in der Kommunikationsarbeit: Content Strategie, klassische PR, Pitchtraining. Sie ist als Keynote-Speakerin auf Konferenzen in ganz Deutschland unterwegs und hat als freie Autorin Fachbeiträge und Artikel u.A. auf Deutsche Start-ups, t3n, Refinery29, Bento, Edition F veröffentlicht.

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