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„Die Verlegerin“ in den Kinos: Aktueller denn je

Die Verlegerin
© Niko Tavernise

In den Siebzigerjahren übernimmt Katharine Graham (1917 – 2001) die Führung bei der traditionsreichen US-Zeitung „The Washington Post“ – und führt das Unternehmen ihrere Familie in den folgenden Jahren durch große Herausforderungen in puncto Pressefreiheit. Der neue Film „Die Verlegerin“ führt die Zuschauer durch diese Zeit – und ist dabei aktuell wie nie.

Medien und Politik sind in einer Demokratie keine Freunde. Das ist nicht weiter überraschend, schließlich sollen die Medien als „vierte Gewalt“ das Handeln (oder Nicht-Handeln) der politisch Mächtigen überwachen.

Das ist ihre Aufgabe und genau dafür gibt es in funktionierenden demokratischen Systemen die Pressefreiheit. Schließlich führt genau diese Überwachung in der Folge gerne zu Problemen. So auch kurz nach Amtsübernahme von Katharine – genannt Kay – Graham (in „Die Verlegerin“ gespielt von Meryl Streep).

Die Verlegerin

Kataharine Graham, gespielt von Meryl Streep (Bild: © Niko Tavernise)

Pentagon-Papiere führen zu Spannungen

Als sie mit ihrem Chefredakteur Ben Bradlee (gespielt von Tom Hanks), der später mit Bob Woodward und Carl Bernstein auch den Watergate-Skandal aufgedeckt hat, auf geheime Papiere zum Vietnam Krieg stößt, beginnt für Graham ein spannender Kampf um die Pressefreiheit gegen die US-Regierung und gleichzeitig auch um ihre eigene Position gegen sich selbst.

Bradlee will die Informationen veröffentlichen, Graham muss zwischen der finanziellen Situation der Zeitung in ihrere Rolle als Verlegerin und der klaren Pflicht der Veröffentlichung entscheiden. Der Rest ist Geschichte, die „Pentagon-Papiere“ erschüttern Amerika und führen unter anderem in der Folge zum „Freedom of Information Act“, der auf Anfrage Einblick in Regierungsdokumente ermöglicht.

„Die Verlegerin“ aktueller denn je

Auch wenn „Die Verlegerin“ die Ereignisse in den Siebzigern und Achtzigern erzählt, sind die Themen – Pressefreiheit, Meinungsfreiheit und Whistleblower – aktueller denn je. Denn auch heute kämpfen Medien wieder um ihre Glaubwürdigkeit, müssen sich gegen teils harte Angriffe seitens der Politik erwehren.

Hier reicht schon ein Blick in die Türkei, in der Journalisten eingesperrt werden oder in die USA, wo der Präsident täglich gegen die „Fake News“-Medien aufruft, Stimmung macht und wahrscheinlich am liebsten jede Form von freier und ihm gegenüber kritischer Presse verbieten würde.

Das ist vor allem insofern interessant, als dass eben vor einem halben Jahrhundert rund um und durch die Pentagon-Papiere oder die Watergate-Affäre diese investigative und kritische Presse in den USA maßgeblich geprägt wurde. Steven Spielberg selbst, Regisseur von „Die Verlegerin“ sagte erst kürzlich in einem Interview, dass Donald Trump wie ein Elefant durch fast jede Szene in „Die Verlegerin“ laufe.

Die Verlegerin

„Die Verlegerin“, ab jetzt in den Kinos. (Bild: © Niko Tavernise)

Daniel Ellsberg und Edward Snowden

Aber auch unter seinem Vorgänger Barack Obama gab es Skandale, die mit den Pentagon-Papieren mindestens vergleichbar waren. Denken wir nur an die Enthüllungen durch Ex-NSA-Mitarbeiter Edward Snowden, der die US-Regierung (und gleichzeitig viele Regierungen rund um den Globus) in Erklärungsnot brachten.

Edward Snowden ist hier mit dem Pentagon-Papiere-Whistleblower Daniel Ellsberg vergleichbar – oder mit Mark Felt alias „Deep Throat“, der die Watergate-Affäre in Fahrt brachte. In Zeiten, in denen alles noch analog abgelegt wurde, kaum vorstellbar, wie eine solche Enthüllung damals ausgesehen hätte.

Ab jetzt in den Kinos

„Die Verlegerin“, umgesetzt von Steven Spielberg und in Star-Besetzung mit Meryl Streep und Tom Hanks, ist seit dem 22. Februar in den Kinos zu sehen. Hier gibt es mehr Informationen.


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