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Alibaba: eSports bei Olympia – aber ohne Gewalt!

Alibaba: eSports bei Olympia – aber ohne Gewalt!
geschrieben von Philipp Ostsieker

Der E-Commerce-Gigant Alibaba versucht offensiv die Aufnahme von eSport-Wettbewerben als olympische Sportart zu fördern. Die wichtigste Bedingung: Die Spiele-Titel sollen weder gewalttätig noch blutig sein.

Chinas größtes E-Commerce-Unternehmen ist im eSports-Geschäft aktiv und zudem Sponsor der Olympischen Spiele bis 2028. Die Verantwortlichen drängen darauf, dass Fußball, Motorsport und andere Spiele als offizieller Wettkampfsport anerkannt werden. Das erklärte Zhang Dazhong, Chief Executive Officer von AliSports, gegenüber Bloomberg.

Dieser Schritt könnte einige der weltweit größten Titel von Olympia ausschließen. Darunter sind Spiele wie League of Legends oder PlayerUnknown’s Battlegrounds. Pikant: Beide werden von Tencent vertrieben. Tencent ist der größte Konkurrent von Alibaba in China. Auch sie tragen dazu bei, dass das eSports-Ökosystem bis 2020 einen Jahresumsatz von 5 Milliarden Dollar erzielen könnte.

„In unserer Kommunikation mit dem Olympischen Komitee sind wir zu einem besseren Verständnis ihrer Werte gekommen, nämlich zur Förderung des Friedens“, so Zhang. „Deshalb werden wir uns bei der zukünftigen Entwicklung von eSports mehr auf Titel konzentrieren, die tatsächlich mit Sport zu tun haben.“ […]

Alibaba: eSports nach olympischen Werten

Alibaba hat bislang umgerechnet 47 Millionen Dollar in eSports investiert. Diese Woche veranstaltet der Tech-Gigant die World Electronic Sports Games, an denen auch das Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees teilnimmt. Alibaba hat sich mit dem Olympischen Rat in Asien zusammengetan, um die Ashgabat Asian Indoor and Martial Arts Games 2017 und die Jakarta Asian Games 2018 um eSports-Wettbewerbe zu erweitern.

Für Zhang Dazhong existieren verschiedene Bedingungen. Spiele-Produzenten müssten bereit sein, ihr geistiges Eigentum kostenlos auf den Veranstaltungen zu teilen, und die Titel müssten eine große Fangemeinde haben. Wegen der sich schnell ändernden Natur der Online-Spiele, wäre es am besten regelmäßig zu überprüfen, welche Titel dabei sein sollten und die Regeln auf jährlicher Basis anzupassen. Sinnvoll wäre ein Modus von einem Jahr, nicht von vier Jahren.

Zhang ist sich sicher, dass AliSports als eSports-Drittanbieter besser den olympischen Prinzipien gerecht werde, speziell mit Blick auf das Thema Fairness. Spiele-Produzenten seien verdächtig, ihre Spiele nur mit Blick auf den eigenen Vorteil zu vertreiben.

Fairerweise: Auch die Ambitionen von Alibaba sind nicht zu unterschätzen. Die Investitionen in eSports sollen 2018 und darüber hinaus weiter steigen.

Über den Autor

Philipp Ostsieker

Philipp Ostsieker ist Medien- und Digitalmanager aus Hamburg. Neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit als selbstständiger Digital Content Strategist schreibt Philipp für BASIC thinking die Kolumne „Matchplan“, in der er über den Tellerrand blickt und durch die innovativen Ideen der Sportbranche führt.