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Business Angels: Die Entwicklungshelfer der Start-ups

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Worauf du bei der Zusammenarbeit mit Business Angels achten musst, erfährst du von Carsten Lexa. (Foto: Pixabay.com / rawpixel)
geschrieben von Carsten Lexa

Viele Gründer sind nicht nur auf der Suche nach Geld, sondern auch nach einem Mentor sowie nach Kontakten und Netzwerken. All das können Business Angels bieten. Aber sie sollten sorgfältig ausgesucht werden und zu dem Start-up und den Gründern passen.

Business Angels sind regelmäßig vermögende Unternehmer, die sich mit eigenem Kapital an anderen Start-ups beteiligen. Zudem verfügen sie oftmals über fundiertes technisches wie organisatorisches Know-how. Hinzu kommt ein dichtes Kontakt-Netzwerk. Sie ermöglichen Start-ups gezielten Zugang zu diesen Ressourcen.

Sie stehen also den Gründern mit Rat und Tat zur Seite und stellen ihnen darüber hinaus ihre Kontakte und Erfahrungen zur Verfügung.

Business Angels sind regelmäßig erfahrene Kenner der Branche, in der das Start-up aktiv ist. Deshalb verfügen sie über zahlreiche Kontakte in den jeweiligen Markt. Dadurch können sie den Gründern eine große Unterstützung bieten und hilfreiche Partner beim Aufbau einer innovativen Geschäftsidee sein.

Insbesondere durch diese Unterstützung tragen sie oftmals einen wichtigen Beitrag zum späteren Erfolg des Start-ups bei und werden so zu dessen Entwicklungshelfer.

Unterschied zwischen Business-Angel- und Venture-Capital-Investments

Der Unterschied zwischen den Investments eines Business Angels und einem Venture-Capital-Investor liegt in dem Zeitpunkt des Einstiegs. Business Angels sind in der Regel bereit, schon sehr früh zum Zweck der Entwicklung eines innovativen Geschäftsmodells in ein Start-up einzusteigen.

Venture-Capital-Investoren steigen dagegen häufig erst zu einem späteren Zeitpunkt ein, wenn das junge Unternehmen nicht mehr in der Anfangsphase steckt. Sie bieten deshalb oftmals mehr Kapital, jedoch keine so intensive Beratung und Betreuung wie Business Angels.

Kriterien bei der Auswahl eines Business Angels

Damit ein Start-up (und die Gründer) optimal von einem Business Angel profitieren können, sollten diese bei der Auswahl eines Business Angels ein paar Punkte beachten.

Ein Fehler, der meiner Erfahrung nach immer wieder gemacht wird ist, dass die Gründer nur nach einem möglichst hohen Investment durch einen Business Angel suchen. Dabei sind es doch gerade seine Erfahrung, seine Kontakte und sein Netzwerk, – optimalerweise auch sein technisches Verständnis von der Business-Idee –, die ihn für ein Start-up so wertvoll machen.

Business Angels sollten ein Türöffner sein. Sie sollten als Verstärker für den Enthusiasmus der Gründer für Produkt oder Idee dienen, aber auch kritische Anmerkungen geben.

Wenn es richtig läuft, kann das Investment des Business Angels als Proof of Concept dienen – also als Bestätigung für weitere Investoren für die Sinnhaftigkeit der Idee des Start-ups. Der Business Angel ermöglicht damit den Zugang zu Venture-Capital-Investoren, die dann substantielle Investments tätigen.

Gründer tun also gut daran, wenn sie nicht leichtfertig einen Business Angel akzeptieren, der mit Geld wedelt. Vielmehr sollten Gründer darauf achten, ob der Business Angel vorsichtig und zurückhaltend ist mit seinen Investments.

Sie sollten überprüfen, ob der Business Angel Erfahrung mit Investments hat. Oftmals, wenn Unternehmer etwas Geld übrig haben, wollen sie „Investor spielen“. Das bringt aber dem Start-up nichts, denn in so einem Fall weiß der Business Angel, der nur als Geldgeber fungiert, gar nicht, welche Aufgabe er hat.

Investment Record und örtliche Präsenz

Außerdem sollten Gründer – neben der Prüfung, ob der interessierte Business Angel überhaupt schon Investments getätigt hat – auch prüfen, in welche Start-ups der Business Angel normalerweise investiert.

Wie oben geschildert bringt ein Business Angel einem Start-up den größten Nutzen, wenn dieser sich in der Branche und in dem Markt, in dem das Start-up aktiv ist, auskennt. Hier hilft es, den sogenannten Investment Record des Business Angels zu checken.

Wenn sich dort keine Start-ups finden, die aus ähnlichen Branchen kommen, ist der Business Angel vielleicht nicht der richtige. Zumindest sollten die Gründer dann mit dem Business Angel besprechen, was dieser sich von einem Investment verspricht.

Übrigens: Ist der Business Angel an einer Vielzahl von Start-ups beteiligt, kann das auch nachteilig sein. Da sein Wert in Kenntnissen und Kontakten liegt, sollte er Zeit haben, diese dem Start-up zur Verfügung zu stellen.

Da auch der Tag eines Business Angels nur 24 Stunden hat, können zu viele Beteiligungen ein Zeichen dafür sein, dass der Business Angel nur eingeschränkt Zeit hat, um Unterstützung zu bieten.

Und noch ein Punkt: Es gibt heutzutage unzählige Möglichkeiten, ortsunabhängig zusammenzuarbeiten. Das ist ja sogar en vouge. Aber von Zeit zu Zeit ist ein Treffen von Angesicht zu Angesicht oder die Wahrnehmung eines gemeinsamen Termins oder Messebesuchs (habe ich nicht oben beschrieben, dass ein Business Angel ein Türöffner mit einem eigenen Netzwerk ist?) eben doch Gold wert.

Netzwerken oder das Öffnen von Türen ist People Business. Sitzt der Business Angel am anderen Ende der Welt, ist dies alles nicht so ohne weiteres möglich. Eine gewisse räumliche Nähe zwischen Start-up und Business Angel ist deshalb sinnvoll.

Die sorgfältige Auswahl des Business Angels bringt Mehrwert

Wenn Gründer Investoren suchen, insbesondere in der Anfangsphase ihres Unternehmens, dann lohnt es sich für sie genau hinzuschauen, welche Funktionen und Bedürfnisse in ihrer Situation am wichtigsten sind.

Business Angels sollten einen Bedarf abdecken, Zusatznutzen bieten und nicht nur Geld mitbringen. Ein guter Business Angel bietet also mehr als nur Kapital. So kann er der Business-Idee des Startups einen ordentlichen Schub geben.

Gründer sollten deshalb bei der Wahl des Business Angels sehr sorgfältig vorgehen. Sie sollten nicht den oder die Erstbeste(n) akzeptieren, auch wenn eine größere Investment-Summe erst einmal verlockend erscheint.

Ach ja, noch etwas: Gründer sollten nicht übersehen, dass Business Angels ihre finanziellen Möglichkeiten, teilweise überhaupt ihre Existenz, nur sehr selten öffentlich inserieren. Das heißt: Man muss erst mal einen passenden Business Angel finden.

Hilfreich sind hier Netzwerke wie beispielsweise BayStartup, das Business Angel Netzwerk Deutschland, das European Business Angel Network oder das World Business Angels Investment Forum, die Start-ups mit Business Angels zusammenbringen.

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Über den Autor

Carsten Lexa

Carsten Lexa, LL.M. ist seit November 2005 als Rechtsanwalt tätig. Er berät Unternehmen in allen Angelegenheiten wirtschafts- und unternehmensrechtlicher Art. Bei BASIC thinking schreibt er über Start-ups und Unternehmen aus der juristischen Perspektive.

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