Gaming-Kehrtwende? BVB kooperiert mit eSports.com

Gaming-Kehrtwende? BVB kooperiert mit eSports.com

Philipp Ostsieker
Screenshot eSports.com

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Die junge Plattform eSports.com (www.esports.com) und Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund freuen sich über eine mindestens dreijährige Kooperation. BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer und eSports.com-CEO Michael Broda haben vereinbart, den Fans des BVB auf eSports.com besondere Aktionen anzubieten.

Die Partnerschaft wird vor allem zur Aktivierung der jungen Zielgruppe der eSports-Interessierten genutzt. So sind Turniere mit Profispielern bei bekannten eSports-Titeln geplant.

Carsten Cramer kommentiert: „Mit unserem neuen Partner eSports.com haben wir eine ideale Plattform gefunden, um die immer mehr an Bedeutung gewinnende Zielgruppe der eSports-Interessierten zu erreichen. Uns ist vor allem wichtig, unser Kerngeschäft – den Fußball – bei dieser Zielgruppe zu platzieren. Hierzu ist eine Website mit Millionen-Reichweite und trennscharfer Klientel natürlich ideal. Beide Partner und vor allem die Fans werden profitieren, und ich freue mich auf die Zusammenarbeit.“

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Michael Broda: „Die Netzwerke und Fans der Borussia ergänzen sich ganz hervorragend mit unseren bereits bestehenden Kooperationen im amerikanischen und asiatischen Raum. Die riesigen Potentiale dieser Märkte wollen wir beide nutzen – da liegt es doch nahe, das gemeinsam zu tun.“

Weitere Details zur Kooperation werden in den kommenden Wochen bekanntgegeben. Mit Blick auf den BVB ist die Kooperation etwas überraschend. Borussia Dortmund hatte sich bislang mehrfach gegen eSports positioniert. Zuletzt hatte der Klub auch seine Partnerschaft mit dem Spiele-Hersteller Konami vorzeitig beendet.

Den Start eines eigenen eSports-Teams hatten Cramer & Co. ohnehin ausgeschlossen. Bei SPOBIS Gaming & Media 2017 sagte Cramer: „Nur weil andere Kollegen auf eSport setzen und neue Zielgruppen erschließen, glauben wir nicht, dass wir das müssen. Die Größenordnung von eSport ist momentan noch zu vernachlässigen.“ Darüber lässt sich noch streiten. Schalke 04 prescht seit Jahren mit umfangreichen Maßnahmen voran. Der FC Bayern entschied sich wiederum deutlich gegen ein Engagement.

Was plant eSports.com?

eSports.com soll das größte eSports-Portal der Welt werden. Die Plattform bietet Coaching von Profis an, Charity-Turniere mit Prominenten, umfassende Statistiken und Live-Berichterstattung an. eSports.com will den Sportjournalismus rund um die Welt des eSports auf ein neues Level heben. Das Portal wird es zudem ermöglichen, Inhalte zu teilen, gemeinsam zu erschaffen, zu bewerten oder einfach nur zu konsumieren. Alle Zahlungsvorgänge sollen über eine hauseigene Kryptowährung auf Blockchain-Basis abgewickelt werden. Die Währung heißt eSports Reward Token (ERT).

Auf das zwischenzeitlich geplante Angebot von Wetten auf eSports-Events verzichtet eSports.com allerdings. Laut Gameswirtschaft sollen ab Herbst „nahezu alle geplanten Funktionen“ auf dem Portal freigeschaltet werden. Dazu gehören auch Kooperationen mit externen Anbietern. Zudem will eSports.com zwei Büros eröffnen: eines in Singapur, eines in den USA.

Zudem hat eSports.com für etwa 860.000 Euro einen 19,5-prozentigen Anteil am australischen Casual-Games-Studio iCandy Interactive erworben. Dieses besitzt wiederum Anteile im unbekannten Umfang an eSports.com.

Im Sportbusiness ist das Unternehmen nicht komplett unbekannt. In der Bundesliga wirbt die Plattform bereits mit Bandenwerbung. Die Plattform ist im Sponsoring kein Neuling und seit November 2017 Partner des THW Kiel.

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Philipp Ostsieker ist Medien- und Digitalmanager aus Hamburg. Neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit als selbstständiger Digital Content Strategist schreibt Philipp für BASIC thinking die Kolumne „Matchplan“, in der er über den Tellerrand blickt und durch die innovativen Ideen der Sportbranche führt.