Unternehmen

PPCO und Crazy 8: Zwei Methoden für effektives Brainstorming

Post it, Post-it, Post-Its, Klebezettel, Brainstorming
Auch Brainstorming muss gelernt werden. (Foto: Pixabay.com / Pexels)
geschrieben von Dennis Fischer

Ein Start-up-Coach berichtet aus seinem Alltag. Glaubst du auch, dass man bestimmte Gene haben muss, um kreativ zu sein? In diesem Artikel lernst du, wie du durch Brainstorming auf gute Geschäftsideen kommst und warum du gerade für die Kreativität viel Disziplin benötigst.

Nachdem du die Bedürfnisse deines Kunden ausreichend analysiert hast, geht es nun darum, passende Lösungen für seine Probleme zu finden.

Viele Start-ups stürzen sich hierbei auf die erstbeste Idee und versuchen diese als Prototypen zu bauen. So bleiben viele noch bessere Ideen schon zu Beginn auf der Strecke, weil sie die Phase des divergierenden Denkens überspringen.

Was heißt das genau?

Ich empfehle den Start-ups bei der Ideenfindung immer zwei Schritte. Zum ersten das sogenannte divergierende Denken. Hierbei öffnest du sprichwörtlich die Arme und sammelst so viele Ideen wie möglich. Zwei verschiedene Techniken hierzu stelle ich dir gleich vor.

Nachdem du 50 oder mehr Ideen gesammelt hast, kommt das sogenannte konvergierende Denken. Hierbei nimmst du alle zusammengetragenen Ideen und wählst, mit Hilfe bestimmter Tools, die besten aus. Du reduzierst also die Auswahl und fokussierst dich auf die besten Ideen.

Im Folgenden will ich dir zwei Werkzeuge vorstellen, mit denen du sehr gut Ideen erzeugen kannst. Anschließend präsentiere ich dir ein weiteres Werkzeug, mit dessen Hilfe du dann die besten Ideen auswählst.

Brainstorming-Regeln

Brainstorming ist eines der bekanntesten Tools bei der Ideenfindung und damit auch eines, bei dem am meisten Fehler gemacht werden. Denkst du dir auch gerade beim Lesen: „Das kenne ich doch schon. Da schreiben wir einfach unsere Ideen auf Post-its, kleben sie an die Wand und schon sind wir fertig!“

So leicht ist es leider nicht. Damit du in Zukunft die typischen Anfängerfehler vermeiden kannst, will ich dir ein paar Regeln mitgeben:

1. Keine Kritik

Das ist der wichtigste Punkt! Sobald eine Person anfängt während der Ideengenerierung die Resultate der anderen Teilnehmer zu bewerten, kommt es häufig zu Diskussionen und der Ideenfluss wird direkt ausgebremst.

2. Baue auf den Ideen der anderen auf

Je verrückter die Ideen sind, umso besser. Auch wenn du gar nichts von einem Vorschlag hältst, versuche die Idee weiter zu spinnen und neue, dazu passende, Post-its an die Wand zu hängen.

3. Quantität statt Qualität

Wie oben beschrieben, geht es in dieser Phase nicht um die besten Ideen, sondern darum möglichst viele zu sammeln. Dabei sollten mindestens 50 Ideen entstehen – egal wie unrealistisch sie auch sein mögen. Aussortiert wird später!

Crazy 8

Diese Methode ist besonders gut geeignet, wenn du gleich konkrete Skizzen als Ideen haben möchtest. Hierbei nimmt sich jeder Teilnehmer eine DIN-A4-Seite und faltet sie dreimal nacheinander in der Mitte. Wenn du das Blatt anschließend wieder auseinanderfaltest, hast du acht gleich große Rechtecke.

Jetzt wird es interessant! Die Übungen dauern acht Mal eine Minute. Jeder Teilnehmer hat jeweils eine Minute Zeit, um eine Idee in einem der acht Felder zu skizzieren. Dabei sollten keine Worte verwendet, sondern wirklich gezeichnet werden.

Nach 60 Sekunden klingelt der Timer und die nächste Idee wird im nächsten Feld skizziert. Dabei müssen alle acht Felder am Ende ausgefüllt sein. Es gibt keine Ausreden! Probiere es mal aus!

PPCO

Im besten Fall habt ihr jetzt 50 und mehr Ideen gesammelt. Die spannende Frage ist nun natürlich, wie ihr die besten daraus auswählen könnt.

Zum Start solltet ihr eine einfache Zwei-Mal-Zwei-Matrix erstellen und die Achsen nach euren Wünschen beschriften. Zum Beispiel könnte dort „Kosten“ und „Aufwand“ oder „Potenzial“ und „Machbarkeit“ stehen.

Dort sortiert ihr dann die Ideen ein und wählt dann beispielsweise diejenigen aus, die die niedrigsten Kosten und den geringsten Aufwand haben. Oder diejenigen mit dem größten Potenzial und der höchsten Machbarkeit.

Im Anschluss nehmt ihr euch noch einmal eure zehn Favoriten heraus und bewertet sie mit der PPCO-Methode. Sie steht für Pluses (Pluspunkte), Potentials (Potenzial), Concerns (Bedenken) und Overcome Concerns (Bedenken überwinden).

Was ist damit gemeint?

Es geht darum eine Idee zu bewerten, ohne dabei das Potenzial der Idee zu zerstören oder den Ideengeber zu demotivieren. Viele von uns neigen dazu, Ideen direkt zu kritisieren.

Die PPCO-Methode ist eine positive Form des Feedbacks und geht zunächst auf die Vorteile der Idee ein. Im zweiten Schritt diskutiert ihr gemeinsame Potenziale, um dann im dritten Schritt erst zu möglichen Bedenken zu kommen.

Auch hier ist diese Methode aber sehr lösungsorientiert, weil sie direkt im Anschluss dazu auffordert, sich die wichtigsten Herausforderungen herauszupicken und Lösungen dazu zu erarbeiten.

Fazit

Nicht nur bei Start-ups, sondern auch bei vielen Großkonzernen sehe ich leider immer wieder, wie dieser Arbeitsschritt im Prozess vernachlässigt wird.

Viele glauben, sie beherrschen die oben genannten Regeln bereits. Das führt in der Praxis dazu, dass bei einem Brainstorming in einer Gruppe aus fünf Personen zwei brainstormen und die anderen drei passiv daneben sitzen.

Ein guter Tipp, um gemeinsam zu starten und jeden mitzunehmen, ist die sogenannte 5-Minuten-Regel. Die ersten fünf Minuten des Brainstormings schreibt zunächst jeder in Stillarbeit seine Ideen auf. Erst danach werden sie den anderen vorgestellt und das eigentliche Brainstorming kann beginnen.

Viel Erfolg beim Umsetzen!

Auch interessant:


Deine Jobbörse in der Digital-Welt

Wir tun jeden Tag, was wir lieben. Das kannst du auch! Über 20.000 Traumjobs in der IT- und Digital-Welt warten nur auf dich in der BASIC thinking-Jobbörse. Gleich reinschauen und entdecken!

Über den Autor

Dennis Fischer

Dennis Fischer studierte „International Management“ in Reutlingen und Reims, Frankreich. Nach drei Stationen in Start-ups in Berlin und München, hat er vor zwei Jahren den Schritt in die Selbständigkeit gewagt. Heute arbeitet er als Business-Coach, Speaker und Innovationsberater.

Schon seit seinem 16. Lebensjahr liest er leidenschaftlich gerne Business-Ratgeber und besucht sämtliche verfügbaren Kurse im Bereich Persönlichkeitsentwicklung. Seit 2016 liest er jede Woche einen Ratgeber und stellt die spannendsten Denkanstöße daraus auf seinem Blog www.52ways.de vor.

Kommentieren