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Innovation trifft auf Nachhaltigkeit: Kann das funktionieren?

Credit: Unsplash/Mert Guller
geschrieben von Felix Baumann

In dieser Woche dreht sich auf unserem Blog alles rund um das Thema Innovation. Ein Begriff, der in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen und immer häufiger verwendet wird. Dabei sind wir Deutschen im internationalen Vergleich ganz weit vorne dabei, wenn es nach dem Weltwirtschaftsforum geht (Platz 1). Aber jede Medaille hat zwei Seiten. Neue Produkte und Services, die heutzutage angeboten werden, haben meist zur Folge, dass Altgeräte entsorgt werden müssen, obwohl diese die nächsten Monate oder gar Jahre locker überstehen würden. Deswegen habe ich mich mal in die Tiefen des Internets begeben, um eine einfache Frage zu beantworten: Kann Innovation nachhaltig sein oder ist diese ein Umweltkiller? Dabei habe ich mich vordergründig auf Soft- und Hardware fokussiert, die wir im Alltag verwenden.

Software: Handybetriebssysteme – Apple ist klarer Gewinner; Google holt aber auf:

Die Frage vor jedem Smartphone-Kauf: iOS oder doch lieber Android?

Bei der Betrachtung der Smartphone-Betriebssysteme gehe ich im Folgenden nur auf Apples iOS und Googles Android ein, da diese zusammen mit 99,3 % den Markt beherrschen (Stand: Juni 2018). Nicht selten wird von den großen Bossen angepriesen, dass mit der nächsten Android- oder iOS-Version wieder viele neue innovative Features Einzug halten (inwieweit diese innovativ sind, wollen wir hier nicht diskutieren 🙂 ). Das Problem: Nicht jedes Gerät erhält ein Update auf die neue Version. Durch die hohe Verbreitung und die teilweise hohen Preisunterschiede sticht hier insbesondere Android hervor.

Möchte ein Smartphone-Nutzer mit einem Samsung Galaxy S7 unbedingt die neuen Features von Android P auf seinem Gerät, bleibt ihm nichts anderes übrig, als ein komplett neues Gerät zu kaufen (Custom-ROMs sind für Standardnutzer eher nicht relevant). Dabei kann das Gerät mit seiner Ausstattung noch locker mit neuen Geräten mithalten.

Besser macht es hier Apple mit iOS. Durch die eher geringe Gerätevielfalt kann sich auch heute noch ein iPhone SE-Nutzer über das neueste Betriebssystem-Update freuen. Somit wird die Lebenszeit eines Gerätes locker auf 5 Jahre erhöht, ohne Einbußen in Kauf nehmen zu müssen.

Eine Sache möchte ich hier Google aber noch zugutehalten: Der Konzern möchte nun Smartphone-Hersteller verpflichten Sicherheitspatches für eine gewisse Zeit zu verteilen, wenn weiterhin die Dienste des Suchmaschinen-Giganten verwendet werden sollen dürfen.

Hardware: Reparieren oder gleich wegschmeißen?

Ein Aufschlag kann einiges zerstören (Credit: Unsplash/Ali Abdul Rahman)

Für einen kurzen Moment ist man unachtsam und schon ist es passiert: Der treue, digitale Begleiter befindet sich im freien Fall und der Bildschirm des Laptops, Smartphones oder Tablets zerbricht und ist unbrauchbar geworden. Aber was jetzt? Zum nächsten Reparaturshop und das Display austauschen? Das Gerät mit kaputtem Bildschirm weiter nutzen? Ein neues Gerät kaufen?

Der ein oder andere Leser war vielleicht schon einmal in so einer Situation und musste sich für eine Option entscheiden. Aber meist haben wir gar nicht alle drei Optionen. Nehmen wir als Beispiel den neuen Surface 2 Laptop von Microsoft, der von iFixit auseinandergenommen wurde und ein niederschmetterndes Urteil zur Folge hatte: Das Gerät kann nicht wirklich repariert werden. Das bedeutet zusammenfassend: Geht das über 1000 € teure Gerät kaputt, dann muss es zwangsläufig entsorgt werden. Dabei ist leider Microsoft nicht die Ausnahme, da immer mehr Bauteile in Smart Devices verklebt werden.

Das man auch hier innovativ sein kann, zeigt nun Motorola. Der zu Lenovo gehörende Smartphonehersteller vertreibt ab sofort in den USA in Kooperation mit iFixit Reparaturkits, mit denen kaputte Displays (aktuell für 10 Modelle)  in Eigenregie zu vertretbaren Preisen ausgewechselt werden können.

Höchstwahrscheinlich steht aber der finanzielle Aspekt („Wenn es nicht reparierbar ist, dann mache ich mehr Umsatz“) innovativeren Lösungen bei der Reparatur im Weg. Vor einigen Jahren waren selbstheilende Displays (bei Kratzern) groß in den Nachrichten – heute sieht es bei solchen Konzepten aber eher düster aus.

Nachhaltigkeit und Innovationen sind zwei verschiedene Paar Schuhe

Damit dieser Artikel noch im überschaubaren Format bleibt, möchte ich die oben gestellte Frage noch für mich beantworten. Meiner Ansicht nach leidet die Umwelt heutzutage noch viel zu stark unter Innovationen. Entwicklungstechnisch gesehen wären wir bestimmt schon längst so weit, dass wir bisher schon im Umlauf befindliche Ressourcen aufrüsten oder gar wiederverwenden könnten. Aber dem stehen die finanziellen Interessen gegenüber, die eher auf einer Wegwerfgesellschaft beharren.

Ein paar Hoffnungsschimmer gibt es aber: So können Smartphones beim Neukauf teilweise zurückgegeben und auf diesem Weg fachmännisch recycelt werden (wie bspw. bei iPhones). Durch die Existenz von eBay und anderen Auktionsplattformen können wir Altgeräten ein neues zweites Leben schenken und auch das Bewusstsein beim Endverbraucher steigt. Bis wir aber innovativ und nachhaltig leben, dürfte es noch ein großer Schritt sein.

Wie würdet Ihr die Frage beantworten? Diskutiert gerne in den Kommentaren unter dem Artikel, bei Twitter und Co.

IMHO bedeutet „In my humble opinion“ und spiegelt damit meine persönliche Meinung wieder.

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Über den Autor

Felix Baumann

Felix Baumann ist seit März 2022 Redakteur bei Basic Thinking. Bereits vorher schrieb er 4 Jahre für den Online-Blog Mobilegeeks, der 2022 in Basic Thinking aufging. Nebenher arbeitet Felix in einem IT-Unternehmen und beschäftigt sich daher nicht nur beim Schreiben mit zukunftsfähigen Technologien.

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