BT

Nach dem Waldbrand: Drohnen unterstützen bei der Aufforstung

Credit: Ryan Warner/DroneSeed
geschrieben von Felix Baumann

In den letzten Wochen verging kein Tag, an dem ein Ereignis nicht in den Nachrichten war: Die riesigen Flächenbrände in Kalifornien. Nachdem die Feuer gelöscht wurden und wieder Ruhe in den Gebieten eingekehrt ist, beginnt meist ein kompliziertes Unterfangen: Das Aufforsten und Wiederherstellen der Natur. Das aus Seattle stammende Unternehmen DroneSeed möchte dank künstlicher Intelligenz und dem Einsatz von modernsten Techniken diesen Prozess nun deutlich vereinfachen und vor allem schneller machen.

Aber zunächst zur eigentlichen Problemstellung. Jedes Jahr verschwinden weltweit riesige Wald- und Wiesenflächen durch Flächenbrände. Dabei sind natürlich entstehende, kontrollierte Brände an sich nichts schlechtes und werden von der Natur sogar benötigt, um Platz für Neues zu machen. Aber gerade durch den Klimawandel, das Wachstum von Monokulturen und den stetigen Anstieg der Weltbevölkerung, entstehen immer mehr unkontrollierte Brände. Insgesamt verbrennen so jährlich 28.000 Quadratkilometer Wald in den Vereinigten Staaten.

Um das Gleichgewicht in der Natur nicht zu zerstören, muss eine vergleichbare Fläche wieder aufgeforstet werden. Das wird aber zunehmend zum Problem, da teils veraltete Methoden eingesetzt und Budgets gestrichen werden. Noch heute werden nach einem Brand Mitarbeiter der Bewirtschaftungsunternehmen mit Samenbeuteln losgeschickt, um diese über die zerstörte Fläche zu verteilen. Logischerweise ist dieser Job nicht gerade komfortabel, beliebt oder gar gut bezahlt, weshalb nicht mehr ausreichend Mitarbeiter zur Verfügung stehen. Selbst wenn es kein Personalproblem gäbe, bräuchten die neu gegründeten Baumschulen Jahre der aufwendigen, menschlichen Pflege, um zu einem gesunden Wald heranzuwachsen.

Sollte man dagegen die Fläche brachliegen lassen, dann würde in Kürze das Unkraut wuchern und ebenfalls Pflege benötigen. Waldbesitzer begegnen diesem Problem in seltenen Fällen per Hand (mit Machete), häufiger aber mittels per Hubschrauber verstreuten Herbiziden. Dabei sind derlei Aktionen nicht gerade ungefährlich. Jährlich treten 80 bis 100 Unfälle auf, da die Helikopter teils sehr schwierige Manöver fliegen müssen.

All diese Probleme möchte nun das Unternehmen DroneSeed lösen. Die Drohnen, die für die Arbeit zum Einsatz kommen, sind dabei mit modernster Technik ausgestattet, unter anderem mit Dutzenden Kameras, Herbizidtanks und großen Mengen an Saatgut.

Credit: Ryan Warner/DroneSeed

Nachdem ein Waldbewirtschaftungsunternehmen eine solche Drohne angemietet hat, fliegt diese über das ausgebrannte Gebiet und erstellt mittels modernster Sensoren eine Übersichtskarte, durch die Objekte und Pflanzenarten ersichtlich werden. Anschließend bestimmt die künstliche Intelligenz, wo eine Bewässerung Sinn macht und an welcher Stelle Bäume in Zukunft am Besten wachsen können. Anschließend kann mit diesen Informationen die Aufforstung beginnen. Der gesamte Prozess hat viele Vorteile: Das Aufforsten per Drohne ist günstiger als das durch den Menschen, sicherer als per Helikopterflug und vor allem auf verschiedene Flächen skalierbar.

Die neue Methode lockte auch viele Investoren an und das Interesse an der Technik ist riesig. Einer der Ziele ist es, die Verfügbarkeit auszubauen und Drohnen der Firma bei Flächenbränden weltweit einzusetzen. Denn nur, wenn der Mensch mit der Aufforstung hinterherkommt, kann ein Gleichgewicht in der Natur weiterhin gewährleistet werden.

Via TechCrunch

Werbung


Über den Autor

Felix Baumann

Felix Baumann ist seit März 2022 Redakteur bei Basic Thinking. Bereits vorher schrieb er 4 Jahre für den Online-Blog Mobilegeeks, der 2022 in Basic Thinking aufging. Nebenher arbeitet Felix in einem IT-Unternehmen und beschäftigt sich daher nicht nur beim Schreiben mit zukunftsfähigen Technologien.

Kommentieren