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GREEN

Elektroautos im Winter: So holst du mehr Reichweite heraus

Marinela Potor
Aktualisiert: 10. Februar 2019
von Marinela Potor
Wie kannst du im Winter mehr Reichweite aus deinem Elektroauto herausholen? (Foto: Pixabay / whodol)
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Elektroautos sind wie Menschen: Sie mögen das kalte Winterwetter nicht besonders gerne. Es verlangt ihnen einiges an Reichweite und Ladegeschwindigkeit ab. Doch das heißt nicht, dass Elektroautos nicht wintertauglich sind. Mit den folgenden Tipps kannst du bei Minusgraden das meiste aus deinem E-Auto herausholen.

Ja, es stimmt! Elektroautos haben durchaus ihre Probleme mit kaltem Winterwetter und niedrige Temperaturen beeinflussen sie viel mehr in ihrer Leistung als Autos mit Verbrennungsmotoren.

Doch sie haben einen großen Vorteil gegenüber dem Diesel oder Benziner: Wenn es draußen eiskalt ist, hat das Elektrofahrzeug die besseren Chancen überhaupt zu starten.

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Dennoch ist es verständlich, dass viele sich fragen: Wenn ich ohnehin schon mit verhältnismäßig niedrigen Reichweiten beim Elektroauto klarkommen muss, was mache ich dann erst im Winter?

Was passiert mit Elektroautos im Winter?

Denn es ist ja richtig: Elektroautos reagieren empfindlich auf Kälte. Am wohlsten fühlen sie sich bei Temperaturen zwischen 15 und 26 Grad Celsius. Alles unter vier Grad (und übrigens auch alles über 46 Grad) mögen sie nicht besonders gerne.

Genau genommen sind die Lithium-Ionen-Akkus im Fahrzeug die wahren Sensibelchen. Im Grunde sind die beweglichen Ionen in den Akkus nichts anderes als eine leitende Flüssigkeit (Elektrolyt).

Diese reagiert bei Kälte wie ein Kaltblüter: Alles bewegt sich seeeehr laaaangsam. Das bedeutet zunächst mal, dass dein Elektroauto langsamer lädt als sonst.

Darüber hinaus gibt es aber noch ein weiteres Problem. Damit das Auto fährt, muss der Motor warm gehalten werden. Deshalb wird ein Teil der Akku-Energie im Winter genau dafür abgezwackt. Das passiert zwar auch beim Verbrenner, aber mit wesentlich unbedeutenderen Konsequenzen.

Im Elektroauto heißt das: Diese Energie, die es zum Warmhalten braucht, fehlt dem Akku hinterher an Reichweite. Deshalb sinkt dein Akkustand im Winter viel schneller.

Wie stark das deine Reichweite beeinflusst, hängt davon ab, wie alt der Akku ist, wie du fährst und davon, welches Auto du fährst. Ganz grob kann man sagen, dass ein Elektroauto im Schnitt im Winter etwa 20 bis 30 Prozent an Reichweite verliert.

Schließlich kommt noch ein weiterer Faktor hinzu. Bei Kälte funktioniert das regenerative Bremsen nicht mehr so gut. Das bedeutet, dass du im Winter beim Bremsen weniger Energie rekuperieren kannst als im Sommer.

Doch die gute Nachricht ist: Mit ein paar Tricks kannst du im Winter mehr Reichweite aus deinem Elektroauto herausholen.

Auto vorwärmen

Elektroautos müssen mehr Energie aufwenden als ein Verbrenner, um den Motor sowie den Innenraum des Fahrzeugs aufzuwärmen. Du kannst deshalb wertvolle Energie sparen, wenn du, bevor du losfährst, dein Auto beim Aufladen heizt.

Einige Elektroautos haben sogar Vorwärmesysteme, die du per App starten kannst.

Sitzheizung statt Innenraumheizung

Wenn dein E-Auto eine Sitzheizung hat, nutze diese anstatt der Heizung. Das verbraucht weniger Energie und du bleibst trotzdem warm.

Warm anziehen

Du siehst schon: Heizen verbraucht viel Energie im E-Auto. Wenn du hier noch mehr Reichweite herausholen willst, zieh dich vor deiner Autofahrt warm an. Dann spart das Auto Energie beim Heizen. Diese wiederum kommt deiner Reichweite zugute.

Akku nie komplett entladen

Ein Elektroauto braucht Strom-Reserven, um einen Ladevorgang überhaupt starten zu können. Ist dein Akku auf null, kannst du das Auto bei Kälte möglicherweise gar nicht mehr aufladen. Daher solltest du in etwa bei spätestens 20 Prozent Akkuleistung wieder laden.

Das bringt dir zwar nicht direkt mehr Reichweite, aber wenn du dein Auto nicht aufladen kannst, hast du genau genommen 0,0 Kilometer Reichweite.

Achte auf den Reifendruck

Der richtige Reifendruck verbessert die Leistung deines Autos. Prüfe daher regelmäßig im Winter den Reifendruck an deinem E-Auto. Denn kaltes Wetter sorgt zudem dafür, dass der Druck sich schneller verändert.

Vermeide unnötiges Gewicht

Je mehr ein Elektroauto transportieren muss, desto mehr Akkuleistung braucht es. Andersherum gesagt: Je leichter dein E-Auto ist, desto mehr Reichweite hast du. Das gilt natürlich immer, aber insbesondere im Winter.

Wenn du also zum Beispiel einen ungenutzten Gepäckträger auf dem Autodach hast oder sonst unnötigen Ballast loswerden kannst, tu es!

Fahre so beständig wie möglich

Abruptes Bremsen oder Beschleunigen kostet dich Akkuleistung. Je ruhiger und gleichförmiger du daher fahren kannst, umso mehr Reichweite kannst du herausholen.

Parke dein Auto so warm es geht

Am besten ist es, wenn du dein E-Auto so parken kannst, dass es bei Minusgraden nicht draußen stehen muss. Ideal wäre eine geheizte Garage. Das gibt es natürlich selten. Doch selbst eine ungeheizte Tiefgarage ist besser als der Parkplatz draußen.

Wenn du daher die Möglichkeit hast, dein Auto etwas geschützter abzustellen, wirst du mit etwas mehr Reichweite belohnt.

Kann ich überhaupt Elektroautos im Winter fahren?

Natürlich kannst du auch im Winter ruhig Elektroautos fahren. Nur weil du weniger Reichweite hast und länger aufladen musst, heißt das ja nicht, dass du nicht von A nach B kommen kannst.

Der beste Beweis dafür ist, dass das Land mit den höchsten Elektroauto-Quoten das kalte Norwegen ist.

Ideal ist es aber natürlich nicht, dass du im Winter Reichweite verlierst und länger zum Laden brauchst. Wissenschaftler arbeiten aktuell an Lösungen für das Problem, zum Beispiel an Feststoffbatterien (Solid State), die nicht mehr so empfindlich auf Kälte reagieren würden.

Doch bis diese tatsächlich auf den Markt kommen, wirst du noch ein paar Winter ausharren müssen.

Zum Weiterlesen

  • Mehr Reichweite, keine seltenen Erden: Neuer Antrieb für E-Autos
  • Wasserstoffauto oder Elektroauto – was solltest du kaufen?
  • Drei Brüder, ein Terminator und der Super-Akku
  • Verbrennungsmotor vs. Elektromotor: Was verbraucht mehr Strom?

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Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt.
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