digitale Erschöpfung, Frustration, Social Media Burnout, Social Media macht krank, Jobs, die depressiv machen

Meine digitale Erschöpfung

Meike Neitz
Wenn der unterbewusste Druck zur Belastung wird. (Foto: Pexels.com / Tim Gouw)

Soziale Medien dominieren unser Leben – im Beruf, im Alltag und auch im Privatleben. Dadurch entsteht unterbewusst Druck, der schnell zu Erschöpfung führen kann. Ein ehrlicher Einblick in die digitale Erschöpfung.

Wer meine Artikel hier auf BASIC thinking verfolgt, wird leicht bekömmliche Tipps, Tricks und Informationen rund um das Thema Kommunikation konsumiert haben. Daher kommt euch dieser Zwischenruf vielleicht ungewöhnlich vor.

Ich finde ihn aber gerade weil ich so viel mit Kommunikation zu tun habe, so wichtig. An dieser Stelle also ein paar ehrliche Worte, um es einfach mal rauszulassen. Und um zu sehen, ob es da draußen nicht vielleicht ein oder zwei andere Menschen gibt, denen es ähnlich geht.

UPDATE Newsletter BASIC thinking

Du willst nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 Vordenker bekommen jeden Tag die wichtigsten News direkt in die Inbox und sichern sich ihren Vorsprung.

Nur für kurze Zeit: Anmelden und mit etwas Glück 50€ Amazon-Guthaben gewinnen!

Mit deiner Anmeldung bestätigst du unsere Datenschutzerklärung. Beim Gewinnspiel gelten die AGB.

Innere Müdigkeit und digitale Erschöpfung

Ich bin einer dieser klassischen „Was mit Medien”-Leute. Ich liebe, was ich tue und alles, was damit zu tun hat.

Kanäle, Geschichten, Nachrichten.

Tweets, Feeds, Filter.

Posts, Likes, Shares.

Da ich zudem auch noch selbstständig bin, muss ich zusehen, dass ich mir eine eigene Marke aufbaue, fleißig netzwerke und eben in den sozialen Medien präsent bin. Privat und beruflich mischt sich dort – eine klare Trennung ist kaum mehr möglich.

Was ich heute offen zugeben möchte: Ich bin zwischendurch ganz schön sozial-medial erschöpft. Das Eifern nach neuen „Photo Opportunities“, die Selbstdarstellung, diese innerliche (sorry) „Geilheit“ nach neuen Likes, das Hoffen auf neue Follower, das Warten auf viele Shares – es kann auch sehr, sehr müde machen.

Ein Siebtel unserer Wachzeit

Wenn ich mich dabei ertappe, dass ich ein Foto der ersten vermaledeiten Frühlingsblumen, ein wunderschönes „Stillleben“ meines Laptops im Cafe mit Latte und Kuchen oder – noch schlimmer – tatsächlich meines kunstvoll dekorierten Abendessens mache.

Wenn ich mir Gedanken, die ich als Tweets verwenden könnte, notiere (!), um sie später mal zu twittern. Wenn ich denke: „Uh, auf LinkedIn habe ich lange nichts mehr gepostet, da muss ich mich mal wieder sehen lassen.“

Dann, ja dann, bin ich noch erschöpfter.

Dann merke ich, dass wir doch ziemliche Opfer unserer eigenen Technologien geworden sind. Dass wir wie Hamster in einem Rad laufen, das wir zuvor selbst gebaut haben.

Die durchschnittliche tägliche Nutzungsdauer von sozialen Medien lag 2018 laut einer Hootsuite-Studie bei zwei Stunden und 16 Minuten. Dies entspricht einem Siebtel unserer Wachzeit. Viel Zeit.

Wann habe ich eigentlich meine letzte Instagram Story geteilt?!?

Und doch: Auch ich kann mich nicht davon befreien.

Denn schon sehe ich die Fotos von Kolleginnen beim Netzwerk-Treffen, einen Tweet der viral ging, ein schönes #instagood-Zitat hübsch eingebettet in ein sorgsam gestaltetes Foto und ich denke: „Zurückbleiben geht nicht, musste nachziehen.“ Und: „Stell dich nicht so an, stell lieber wieder mal was rein.“ Und weiter gehts.

Kanäle, Geschichten, Nachrichten.

Tweets, Feeds, Filter.

Posts, Likes, Shares.

Mal ausbrechen? Ehrlicherweise weder gewollt, noch gekonnt. Das Profil will gepflegt, das Image geschminkt und die Personal Brand gepudert werden. Ich, das Hamsterchen, drehe also weiter meine Runden.

Kanäle, Geschichten, Nachrichten.

Tweets, Feeds, Filter.

Posts, Likes, Shares.

Was wird das neue Facebook? Sollte ich nicht doch auch auf Pinterest? Kommt Snapchat zurück? Muss ich jetzt auch auf Medium publizieren? Wie lange ist mein letzter Blogpost schon her? Und: Wie wäre es mal wieder mit einer Insta-Story?!?

Kanäle, Geschichten, Nachrichten.

Tweets, Feeds, Filter.

Posts, Likes, Shares.

Digitale Erschöpfung: Ein möglicher Ausweg

Da sehnt man sich ja fast die „gute alte Facebook-Zeit“ zurück. Herrlich: Meine (Hot-)Mails, mein Facebook und ich. So wunderbar simpel. So wenig omnichannel.

Nun. Ich will nicht jammern. Ich weiß ja: Das World Wide Web liefert unendliche Möglichkeiten. Früher gab es nur Sepia. Jetzt gibt es Rise und Clarendon. Lark und Amaro. Slumber und Nashville. Plötzlich sieht alles so schön aus!

Aber da war doch diese ungefilterte, digitale Erschöpfung. Dieser unsoziale Medien-Schluckauf. Also lasst mich einmal öffentlich nachdenken. Wie komme ich da raus?

Ich denke: Vielleicht, ja vielleicht, ist schon mit dem Blick von oben etwas gewonnen. Mit der Erkenntnis, dass ein paar Blicke weniger auf das Smartphone und ein paar Smartphone-freie Wochenenden das Leben schon erleichtern.

Ein paar von diesen Momenten, die man einfach mit dem Auge und nicht mit dem Smartphone speichert. Ein Essen, das man einfach nur genießt und es einfach direkt isst (!!), wenn es einem serviert wird.

Der Gedanke, der Gedanke bleibt, und nicht zum Tweet wird. Und die Leute um einen herum, die einfach nur Leute sind und es relativ schnurzepiep-egal ist, was sie eigentlich gerade machen und ob nun mit Filter oder nicht.

Vielleicht, ja vielleicht, reicht das immerhin schon, um nicht mehr so erschöpft zu sein.

#…. #…. #….

Auch interessant:

Zins-Knaller bei der NIBC!

Eröffne jetzt dein kostenloses NIBC Tagesgeld und erhalte bis zu 2,75 Prozent Zinsen auf dein Geld – bei täglicher Verfügbarkeit!


Jetzt Zinsen sichern

Voraussetzungen gelten, Anzeige

STELLENANZEIGEN
Senior SAP Consultant FI/CO (f/m/div.)
Bosch Gruppe in Wetzlar
Digital Marketing Manager (m/w/d)
Schwer Fittings GmbH in Denkingen
Personalberater (m/w/d)
Ratbacher GmbH - Karriere bei Rat... in Stuttgart, M...
Organizational Integration Manager (m/f/d)
Clarios Germany GmbH & Co. KG in
Vehicle Testing Lead (m/f/d)
Clarios Germany GmbH & Co. KG in
Sales Manager (m/w/d) Online Marketing
Sellwerk GmbH & Co. KG in Düsseldorf, Meerbusch, Kaa...
Sales Manager B2B für Stellenanzeigen und Soc...
Recruiting Excellence GmbH in Düsseldorf
(Junior) Social Media Manager*in (m/w/d) – Be...
Digital Vision Academy in Berlin
Teile diesen Artikel
Folgen:
Meike Neitz studierte Internationale Beziehungen an der TU Dresden und am Boston College, und hält einen Master in Politischer Kommunikation von der University of London (Goldsmiths College). Nach langjähriger Tätigkeit im Ausland machte sie sich 2016 selbstständig und berät nun mit ihrer Agentur “Die Zukunftsmanufaktur” Mittelständler und Start-ups in der Kommunikationsarbeit: Content Strategie, klassische PR, Pitchtraining. Sie ist als Keynote-Speakerin auf Konferenzen in ganz Deutschland unterwegs.