Katja Diehl, Mobilität, Glosse, Greta Thunberg

Verkehrswende? Ich hab‘ Recht und ihr eure Meinung!

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In unserer Mobility Mag Glosse "Ganz schön verfahren" teilt Katja Diehl gewohnt scharfzüngig aus.

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Vom fahrerlosen Auto bis Carsharing, vom E-Scooter bis zum E-Bike: Die Art, wie wir von A nach B kommen, verändert sich gerade massiv. Eine, die mittendrin im Geschehen steckt ist Mobilitätsexpertin Katja Diehl. Über das, was sie erlebt – von tragisch bis komisch – berichtet sie regelmäßig in der Mobility Mag Glosse. Diesmal geht es um die Verkehrswende… Pardon, VERKEHRTwende in Deutschland. 

Hach! Feierabend, halb elf und wieder richtig viel Zeit für die sozialen Medien.

Da kann ich nach einem erfolgreichen und verdienstvollen Tag in meinem Hedgefonds-Büro neben der Politur meines eigenen Ichs auch immer mal schauen, wer so in Sachen Verkehrtwende wieder irrsinnige Ideen entwickelt hat. Du liest richtig: VERKEHRTwende! Nicht etwa Verkehrswende…

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Denn – Holzauge sei wachsam – es werden zwar nicht spürbar, so doch aber mehr Menschen (nennen wir sie einmal so), die sich mit Ideen schwanger tragen, meine Mobilität beeinflussen zu wollen.

Das kann nur falsch sein. Und natürlich: Das. Lasse. Ich. Mir. Nicht. Bieten!

Für Verkehrswende auf Wohlstand verzichten? Nö!

Ihr dürft gern Rad fahren, wenn ihr nicht auf meiner Straße stört, zu Fuß gehen, wenn ihr schweigsam akzeptiert, dass mein dreieinhalb-Tonner eure Wege kaputt steht. Das ist der Preis, den wir alle zu zahlen bereit sein müssen.

Es gibt nur eine Schlüsselindustrie – und das ist nicht die, die ihr da so mimimi anzugreifen versucht. Wir Boomer haben euren Wohlstand erst ermöglicht. Und ich bin nicht bereit, auf diesen jetzt zu verzichten, nur weil euch die Umwelt wichtiger ist als mein Auto. Auto ist Freiheit, es ist immer da, wo ich bin.

Geht das mit dem Bus?

Nein!

Wie also könnt ihr fordern, dass ich mich diesen unbequemen Systemen unterwerfe. Um sie dann auch noch mit Menschen unter meiner Egolinie zu teilen? Ich habe nicht umsonst jahrzehntelang mit dem Elend anderer mein Geld und meinen Lebensstil erarbeitet, als dass ich jetzt darauf verzichten möchte.

Ich bin doch nicht blöd…

Deswegen höre ich auch gar nicht mehr hin, wenn auf „Autobesitz“ auch nur EIN „aber“ erfolgt. Das ist Ideologie, das führt uns zurück in die Steinzeit. Wünschen Sie sich etwa den Kommunismus zurück? Oder die Steinzeit? Kapitalismus macht jene stark, die etwas leisten. Dass das auf Kosten anderer passiert, ist Teil des Systems.

Hört mir auf mit eurem Verantwortungsgeheul und der Enkeltauglichkeit unseres Planeten. Ich habe meine Beziehungen immer beendet, wenn es um die Kinderfrage ging. Denn auch da wäre Menschen in meinem Leben aktiv gewesen, die meine Wichtigkeit eingeschränkt hätten. Das schließt mein kategoristischer Narzissmus aus.

Und nein: Ich habe keine Lust, auch nur einen Tag mal auszuprobieren, ob nicht auch andere als die Auto-Mobilität meine Wege gestalten könnte. Ich wohne im ländlichen Raum, etwa anderthalb Kilometer vom Jungfernstieg entfernt.

Soll ich etwa paddeln?

Denn das ist auch etwas, was mich nervt! Ausgerechnet wir Städter sollen auf unser Auto verzichten. Angeblich sei bei uns das ÖPNV-System SO gut ausgebaut. Es gibt Carsharing und Leihräder und E-Scooter.

Ja und???

Es gibt auch kostenlose Parkplätze in rauen Mengen! Ich bin doch nicht blöd und fahre mit etwas, das mich nicht vor anderen Menschen und WETTER schützt!

Aus dem Weg – danke!

Stimmt schon, die meisten meiner Fahrten sind die für Parkplatzsuche, denn natürlich fahre ich nicht in Parkhäuser, die sind mir zu teuer.

Stimmt schon, meine Abgase sind die schlimmsten, weil ich nie mehr als drei Kilometer fahre.

Aber mache ich damit etwas Illegales? Welches Vergehen wollt ihr mir vorwerfen? Ihr seid doch nur neidisch, weil ihr auf euer Wohnzimmer verzichtet! Ich habe meine Musik, meine Temperatur, nur mich in meinem Auto. Ihr teilt euch schlechte Luft mit schlechten Menschen und Gerüchen.

Toll! Weiter so! Da seid ihr mir nicht im Weg! Danke.

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