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Allianz X: So verdient der Versicherer mit digitalen Geschäftsmodellen Millionen

Vivien Stellmach
Allianz X investiert in digitale Start-ups – und macht damit Millionen. (Foto: Screenshot / Allianz X)

Die Venture-Capital-Gesellschaft Allianz X finanziert digitale Geschäftsmodelle. Sie hält zum Beispiel eine Beteiligung an N26. Doch was steckt genau dahinter und wie steht Allianz X in Verbindung mit dem Versicherungskonzern Allianz? Das sehen wir uns im Porträt an.

Allianz X ist die digitale Investment-Einheit der Allianz Gruppe, welche eine der weltweit größten Investoren ist und im Auftrag ihrer Versicherungskunden ein Investmentportfolio von über 774 Milliarden Euro betreut.

Die Venture-Capital-Gesellschaft ist 2016 gestartet und investiert in digitale Start-ups in den Ökosystemen der Versicherungsbranche. Sie identifiziert dazu die besten digitalen Spitzenreiter, die für die Allianz Gruppe strategisch relevant sind.

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Welche Beteiligungen hält Allianz X?

Zum Start im November 2016 hatte die Allianz Group Firmenchef Nazim Cetin 430 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Das Geld steckte er in 15 Beteiligungen – darunter in die digitale Bank N26. Nach Branchenschätzungen hält Allianz X heute einen mittleren einstelligen Prozentsatzanteil an der Direktbank.

Allianz X beteiligt sich seit 2017 mit 96,6 Millionen US-Dollar als größter strategischer Anteilseigner auch am Mikroversicherer Bima, der über das Smartphone Krankenversicherungen und andere Versicherungsscheine in Entwicklungsländern an Kunden verkauft, die noch nicht versichert sind.

Wie sieht das Geschäftsmodell aus?

Zum Portfolio von Allianz X gehören Start-ups, die insgesamt mit mindestens einer Milliarde Euro bewertet werden. Die Venture-Capital-Gesellschaft will mit ihren Investitionen strategische Partnerschaften zwischen den Portfoliounternehmen und den Geschäftsbereichen der Allianz vorantreiben.

Allianz X ist also ein Teil der Gesamtstrategie. Sie investiert in Unternehmen, von denen die Allianz Gruppe selbst profitieren kann.

Diese versteht sich schließlich nicht nur als Versicherungskonzern, sondern auch als weltweiter Vermögensverwalter. Die Investment-Einheit trägt damit zur digitalen Transformationsstrategie der Mutter bei.

Deshalb schaut sich das Unternehmen immer auch relevante Start-ups und Plattformen in den Bereichen B2B und B2C an. Die Allianz schließt beim Thema Digitalisierung nichts aus. Das sagte Cetin kürzlich dem Handelsblatt.

Allianz X ist einer der größten Digitalinvestoren in Europa

Im Februar 2019 stockte die Allianz ihren Wagniskapitalfonds zuletzt mit weiteren 570 Millionen Euro auf insgesamt eine Milliarde Euro auf. Die Investment-Einheit ist damit zu einem der größten institutionellen Digitalinvestoren in Europa geworden.

Die Mittel setzt die Investment-Einheit für zusätzliche Direktinvestitionen in digitale Unternehmen weltweit ein.

„Über die Entwicklung und Fortschritte der Allianz X sind wir sehr erfreut und werden weiterhin in die nächste Generation digitaler Wachstumsunternehmen, die mit dem Kerngeschäft der Allianz verbunden sind, investieren und diese entwickeln“, sagte damals Ivan de la Sota, Chief Business Transformation Officer der Allianz.

„Unser Digitalisierungsansatz ist vielschichtig; Allianz X ist dabei eine wertvolle Ergänzung – nicht zuletzt um den sich verändernden Erwartungen unserer Kunden gerecht zu werden.“

Als Beispiel nennt die Allianz eine Partnerschaft zwischen Go-Jek und der Allianz. Go-Jek ist heute eine Plattform für verschiedene On-Demand-Services, darunter Transport- und Logistik-Dienste, mobile Bezahldienste und Essenszustellung.

In Kooperation bieten die beiden Unternehmen Kunden und Fahrern Versicherungsprodukte und -dienstleistungen an.

Allianz X investiert in Einhörner

Mit dem Wagniskapital von einer Milliarde Euro kann die Investment-Einheit auch in sogenannte Einhörner investieren. So bezeichnet man die begehrtesten Start-ups, die bereits mit mindestens einer Milliarde Euro bewertet werden. N26 ist ein solches Einhorn.

Ein weiteres Beispiel ist das New Yorker Insurtech Lemonade, dessen mit 2,75 Milliarden US-Dollar bewertetes Börsendebüt der Allianz im Juli 2020 viel Geld einbrachte.

Aber die Investment-Einheit schaut sich auch anderweitig nach für die Allianz interessanten Start-ups um. In Zukunft will Cetin das ihm zur Verfügung gestellte Geld deshalb weiterhin sowohl für die „Förderung unseres bestehenden Portfolios, als auch für den Aufbau von starken globalen Plattformen nutzen, die neue Geschäftsfelder der Allianz erschließen.“

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Vivien Stellmach war von Mai 2019 bis November 2020 Redakteurin bei BASIC thinking.