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Livestreams vs. Konzerte: Was Veranstalter aus der Corona-Krise lernen können

Vivien Stellmach
Hybride Veranstaltungen erfordern auch das Engagement der Zuschauer. (Foto: Pixabay.com / Pexels)

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Die Corona-Krise legt Veranstaltern de facto ein Berufsverbot auf. Konzerte werden voraussichtlich nicht so schnell wieder stattfinden, auch Livestreams sind keine Alternative. Aber die Digitalisierung bietet zahlreiche Möglichkeiten, die wir nun entdecken müssen.

Die Veranstaltungswirtschaft ist vermutlich am stärksten von den politischen Maßnahmen rund um die Corona-Pandemie getroffen worden. Die Branche war als erstes gezwungen, ihre Arbeit niederzulegen und alle anstehenden Konzerte, Festivals und kulturellen Veranstaltungen abzusagen.

Und wenn sich nichts ändert, wird sie auch die letzte Branche sein, die ihre Arbeit wieder normal aufnehmen kann.

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Es herrscht Alarmstufe rot, und das nicht erst seit gestern. Doch, so scheint es, interessiert sich die Politik nicht für unsere künstlerische Berufsgruppe. Selbst die Aktion „Night Of Light 2020„, bei der die Veranstaltungsbranche die Politik hilfesuchend zum Diskurs auffordert, blieb lange Zeit unbeantwortet.

Livestreams statt Konzerte: Wie die Veranstaltungsbranche ums Überleben kämpft

Aber die Veranstaltungsbranche kämpft. Sie sucht nach Alternativen und Lösungen, um sich irgendwie über Wasser zu halten.

In den vergangenen Monaten haben vor allem Livestreams geplante Konzerte und Festivals ersetzt, um Fans wenigstens ein bisschen Musik und Kultur nach Hause zu bringen – und um ein Zeichen zu setzen, dass die Veranstaltungswirtschaft immer noch lebt.

Doch Livestreams sind keine Konzerte. Sie bringen Menschen nicht in einem geschützten kulturellen Raum zusammen. Sie schaffen keine Atmosphäre, in der man sich vollkommen in der Musik verliert. Livestreams sind digitale Events, die reale Veranstaltungen niemals ersetzen können – und das auch gar nicht sollen.

Livestreams bereichern die Veranstaltungsbranche

Stattdessen können Livestreams eine hervorragende Ergänzung sein. Festival-Veranstalter nutzen sie bereits, um ausgewählte Shows für alle Daheimgebliebenen zu übertragen, Interviews mit Künstlern und Eindrücke hinter den Kulissen einzufangen.

Die Veranstaltungsbranche macht sich die Digitalisierung also schon jetzt zunutze. Aber alles Digitale war bislang nur ein kleines Add-on, dem nicht viel Wichtigkeit beigemessen wurde. Sollte sich das vielleicht ändern?

Sind hybride Veranstaltungen die Zukunft?

Die Maßnahmen zur Corona-Pandemie haben zwingend dazu geführt, dass reale und virtuelle Veranstaltungen plötzlich gleichermaßen wichtig erscheinen. Wäre es nicht also klug, von nun an mehr in hybride, interaktive Events zu investieren?

Wie das aussehen kann, zeigt in diesem Jahr etwa die hybride Musikkonferenz Most Wanted: Music 2020.

Die Konferenz will dazu auf „interaktive Talks, digitale und analoge Workshops, Performances, Live-Interviews und-Chats sowie virtuelle Networking-Formate“ setzen. So sollte die internationale Musikbranche auch in Corona-Zeiten zusammen kommen und sich austauschen können.

Hybride Veranstaltungen fordern die Teilnehmer

Livestreams und hybride Veranstaltungen können wir heutzutage mit starker Organisation sehr gut auf die Beine stellen. Sie fordern diejenigen, die zuhause bleiben, aber auch dazu auf, eine passende Atmosphäre zu schaffen.

Diesen Punkt können Veranstalter nämlich nicht erfüllen. Sie können Livestreams von Konzerten und Talks technisch ermöglichen, Live-Chats moderieren und für reibungslose Interaktion untereinander sorgen. Was ein Zuschauer beziehungsweise Teilnehmer dann daraus macht, liegt aber letztendlich in seiner Verantwortung.

So gesehen fordert die Corona-Krise uns also auch in diesem Bereich zu mehr Eigenverantwortung und Disziplin auf. Und das ist, wenn man einmal darüber nachdenkt, eine sehr gute Sache.

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Vivien Stellmach war von Mai 2019 bis November 2020 Redakteurin bei BASIC thinking.