Technologie

„Unsachlich“: So wehrt sich die Luca-App gegen die Vorwürfe

Luca-App, Corona
Die Luca-App steht weiterhin massiv in der Kritik. (Foto: culture4life GmbH)
geschrieben von Maria Gramsch

Erst die Hacker-Gruppe „Zerforschung“, dann Jan Böhmermann und nun hat auch der Chaos Computer Club die Luca-App ins Visier genommen. Doch die Macher:innen der App wehren sich. So verteidigen sie ihr Produkt gegen die Anschuldigungen.

Die Liste der Vorwürfe gegen die Luca-App ist lang

In einem Blog-Beitrag teilt der Chaos Computer Club mit, die „bisher gefundenen Schwachstellen und Peinlichkeiten“ in der Luca-App seien „ein bunter Strauß der Inkompetenz“. Unter den sechs Punkten findet sich zum Beispiel Kritik an fehlender Barrierefreiheit. Der Zwang zur Nutzung einer App sei eine besonders schwere Form der Diskriminierung.

Zweifelhaftes Geschäftsmodell, mangelhafte Software, Unregelmäßigkeiten bei der Auftragsvergabe: Der Chaos Computer Club (CCC) fordert das sofortige Ende der staatlichen Alimentierung von Smudos Steuer-Millionengrab ‚Luca-App‘.

Gleichzeitig sind die Betreiber:innen der Luca-App „potenziell jederzeit in der Lage“, einzelne Nutzer:innen und ihr jeweiliges Gerät zu identifizieren. So könnte auch die Historie der Check-ins eingesehen werden.


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Smudo im Strudel der Vorwürfe

Der CCC spart auch nicht mit Kritik am Sänger Smudo, der sich „bisher nicht als Programmierer oder Datenschützer“ gezeigt hat.

Dabei vergisst Investor Smudo gern zu erwähnen, dass er mit über 22 Prozent am Unternehmen beteiligt ist, also nicht ohne beträchtlichen Eigennutz für die Luca-App wirbt.

Es sei Smudos Marketing-Kampagne zu verdanken, dass die App „trotz eklatanter Mängel“ bisher von diversen Bundesländern mehr als 20 Millionen Euro eingesammelt hat. Die App erfülle dabei „keinen einzigen“ der zehn Prüfpunkte des CCCs für die Beurteilung von „Contact Tracing“-Apps.

Der Staat investiert und hat am Ende nichts in der Hand

Trotz der Millionen-Investments seitens der Bundesländer verbleiben Daten, App und Infrastruktur bei den Betreiber:innen. Hinzu kommt, dass die von den Ländern investierten Millionen nur für eine Lizenz von einem Jahr gültig sind.

Der CCC vermutet, dass die Betreiber:innen ihre App in dieser Zeit „zum de-facto-Standard für Einlass-Systeme“ machen wollen. Denn die Marke sei „mit unternehmerischer Weitsicht“ auch für Zutrittskontrolle, Besuchermanagement, gedruckte Eintrittskarten sowie für die Reservierung von Tickets für Veranstaltungen eingetragen worden.

Die Reaktion der Macher:innen der Luca-App

Nun haben sich auch die Macher:innen der Luca-App in einer Stellungnahme zu Wort gemeldet. Die App sei ein „Hilfsmittel zur Eindämmung der Pandemie“, jedoch kein „alleiniger Heilsbringer“.

Wir empfinden die Vorwürfe des CCC als überzogen.

Es handle sich bei der Anwendung um ein „freiwilliges Angebot für Bürger:innen“, das „wie viele andere Hilfsmittel gegen Corona auch“ ausgetrickst werden könne.

Sicherheitsrelevante Fragen sollten zwar „unbedingt gestellt werden“, im Hause Luca sei jedoch „keine Lücke bekannt.“

Auch die Vorwürfe, die App verfüge über ein „unseriöses Geschäftsmodell“ weisen die Betreiber:innen in ihrem Statement als „unsachlich“ zurück. Das Luca-Geschäftsmodell sei klar und transparent. Auch die Vergabeverfahren seien gemäß Verordnung gelaufen.

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Über den Autor

Maria Gramsch

Maria ist freie Journalistin und seit 2021 freie Autorin bei BASIC thinking. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig. Neben dem Studium hat sie als CvD, Moderatorin und VJ bei dem Regionalsender Leipzig Fernsehen und als Content-Uschi bei der Bastei-Lübbe-App oolipo gearbeitet. Im letzten Studienjahr war sie Mitgründerin, CvD und Autorin der Leipzig-Seite der taz. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet unter anderem für turi2.de und die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm.

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