Bleep, Intel, Software, Hatespeech

Bleep! Wie viel Rassismus darf es heute sein?

Fabian Peters
Bleep! Wieviel Rassismus darf es sein? (Foto: pexel.com/ Shamia Casiano)

Intel hat eine neue Software entwickelt, die Hatespeech in Videospielen und Chats unterbinden soll. Mit Bleep entscheiden die Nutzer:innen selbst, was erlaubt ist – und was nicht.

Wer regelmäßig Online-Games spielt, wurde mit großer Wahrscheinlichkeit schon einmal im Internet beleidigt oder bedroht.

Das besagt eine Umfrage der US-amerikanischen Menschenrechtsorganisation Anti-Defamation League, kurz ADL. Laut den Ergebnissen wurden 80 Prozent der Befragten derweil schon einmal während eines Online-Games verbal belästigt.

UPDATE Newsletter BASIC thinking

Du willst nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 Vordenker bekommen jeden Tag die wichtigsten News direkt in die Inbox und sichern sich ihren Vorsprung.

Nur für kurze Zeit: Anmelden und mit etwas Glück 50€ Amazon-Guthaben gewinnen!

Mit deiner Anmeldung bestätigst du unsere Datenschutzerklärung. Beim Gewinnspiel gelten die AGB.

Dem will Intel mit seiner neuen Software Bleep nun ein Ende setzen. Ähnlich wie in US-amerikanischen Talkshows, in denen Kraftausdrücke und Schimpfwörter mit einem Piepton überspielt werden, soll Bleep Hatespeech unterbinden.

Ob die Software Hassrede schlichtweg stumm schaltet oder – wie der Name Bleep suggeriert – mit einem Piepton überspielt, ist allerdings noch unklar.

Bleep analysiert Gespräche in Echtzeit

Vor allem auf Windows-Rechnern soll Bleep unerwünschte Äußerungen automatisch erkennen. Mithilfe einer Künstlichen Intelligenz analysiert die Software dabei Gespräche in Echtzeit und filtert unangemessene Begriffe heraus.

Zwar richtet sich Intel während der Präsentation von Bleep primär an Gamer. Vom Prinzip her könnte die Software jedoch rein theoretisch auch bei Sprach- und Videokonferenzen mittels Skype, Zoom und Co. zum Einsatz kommen.

Mit Filtern und Reglern gegen Hatespeech und Beleidigungen

Wie Screenshots der Software-Präsentation belegen, erkennt Bleep unterschiedliche Arten von Beleidigungen und Hassrede. Das ist beachtlich. Nach Wunsch können Nutzer:innen diese zudem ein- und ausschalten oder in ihrer Intensität regulieren.

So gibt es unter anderem Schieberegler für die Kategorien, „Rassismus und Xenophonie“, „Sexismus“ sowie „Beleidigungen“. Lediglich für das N-Wort gibt es mitunter einen simplen An- und Ausschalter.

So sieht die Benutzeroberfläche von Bleep aus (Foto: Screenshot/ GDC 2021 Showcase/ Intel Software)

Viel, mittel, wenig: Wie viel Rassismus darf es sein?

Die Benutzeroberfläche von Bleep erinnert an Lautstärkeregler – nur eben für anstößige Inhalte. Für jede Kategorie können die Nutzer:innen abstufen und entscheiden, ob sie kein, nur ein bisschen, viel oder alles davon hören möchten.

Die Idee und das Grundprinzip der neuen Intel-Software sind durchaus bemerkenswert. Dass die Software jedoch suggeriert, dass Rassismus und Beleidigungen kategorisch eingestuft werden können, ist zumindest irritierend. Zudem löst sie das Grundproblem nicht.

Mithilfe von Bleep zieht Intel nämlich nicht die Aggressoren zur Verantwortung, sondern wälzt das Problem auf die Betroffenen selbst ab.

Laut Intel möchten die Entwickler:innen die Software entsprechend dem Feedback aus der Community stets weiterentwickeln. Eine Beta-Version befindet sich diesbezüglich bereits in der Testphase. Der offizielle Release soll noch in diesem Jahr erfolgen.

Auch interessant: 

Du möchtest nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 smarte Leser bekommen jeden Tag UPDATE, unser Tech-Briefing mit den wichtigsten News des Tages – und sichern sich damit ihren Vorsprung. Hier kannst du dich kostenlos anmelden.

STELLENANZEIGEN
Digital Marketing Manager (m/w/d)
Schwer Fittings GmbH in Denkingen
Personalberater (m/w/d)
Ratbacher GmbH - Karriere bei Rat... in Stuttgart, M...
Vehicle Testing Lead (m/f/d)
Clarios Germany GmbH & Co. KG in
Organizational Integration Manager (m/f/d)
Clarios Germany GmbH & Co. KG in
Sales Manager (m/w/d) Online Marketing
Sellwerk GmbH & Co. KG in Düsseldorf, Meerbusch, Kaa...
Sales Manager B2B für Stellenanzeigen und Soc...
Recruiting Excellence GmbH in Düsseldorf
(Junior) Social Media Manager*in (m/w/d) – Be...
Digital Vision Academy in Berlin
Performance Marketing Lead (m/w/d) – Pa...
NILO HAMBURG Inh. Niclas Tretschock in Meerbusch
Teile diesen Artikel
Chefredakteur
Folgen:
Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).