Social Media Technologie

Warum du keine Quizfragen im Social Web beantworten solltest

Quizfragen, Social Media, Datenmissbrauch
Facebook/ Screenshot
geschrieben von Fabian Peters

„Tippt den Namen eures Haustiers ins GIF-Feld ein und zeigt uns das erste GIF, das euch angezeigt wird.“ Fragesticker, Abstimmungen und Quizfragen wie diese sind in sozialen Medien äußerst beliebt. Doch so geben zahlreiche User leichtfertig persönliche Informationen von sich preis. Teilweise mit fatalen Folgen. 

„Der Name deines Haustiers plus deine Lieblingsfarbe ergeben dein Superheldennamen“: Fragesticker und Quizfragen erzielen in den sozialen Medien oftmals mehrere Hundert Kommentare und Tausende Reaktionen. Häufig sind sie harmlos und dienen der Unterhaltung.

Für zahlreiche Influencer und Unternehmen stellen sie jedoch auch eine Möglichkeit dar, die Impressionen und Reaktionen auf ihren Kanälen hoch zu halten.


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Im Zusammenhang mit dem Facebook-Algorithmus können Unternehmen so auch eine höhere Reichweite für weniger unterhaltsame und primär umsatzorientierte Posts erzielen.

Denn: Je mehr Interaktion auf einem Kanal herrscht, desto größer ist die grundsätzliche Reichweite künftiger Posts. Doch Fragesticker, Abstimmungen und Quizfragen sind oftmals auch ein gefundenes Fressen für Cyberkriminelle.

Was ist Social Engineering?

Das Thema Datenschutz spielt in sozialen Netzwerken eine erhebliche Rolle. Immer wieder nutzen Cyberkriminelle technische Schwachstellen und Sicherheitslücken aus, um persönliche Daten von Usern zu erbeuten. Das nennt sich Social Engineering. Doch nicht nur die technische Ebene spielt dabei eine Rolle.

So stellt beim Social Engineering der Faktor Mensch, beziehungsweise der User selbst, die größte Gefahr in puncto Datenmissbrauch dar. Denn wo sich Cyberkriminelle aufgrund von Sicherheitssoftware und technischen Barrieren die Zähne ausbeißen, rücken menschliche Eigenschaften und Emotionen in den Vordergrund.

Vergleichbar mit herkömmlichen Trickbetrügern nutzen Datendiebe so beispielsweise die Hilfsbereitschaft, Angst oder das Vertrauen der User aus, um an persönliche Informationen zu gelangen.

Mit diesen wiederum können die Kriminellen weitere Daten wie Adressen, Kontonummern oder Passwörter erbeuten. Beliebte Betrugsmaschen sind beispielsweise Phishing-Mails und Fake-Accounts in sozialen Medien.

Fragesticker, Abstimmungen und Quizfragen: Mit Vorsicht genießen

Auch Fragesticker, Abstimmungen und Quizfragen gelten als beliebtes Mittel zum Datendiebstahl. Mittels Fake-Accounts greifen Cyberkriminelle so entweder direkt Daten bei den Usern ab oder spähen die Social-Media-Accounts von Unternehmen aus.

Im Fokus stehen dabei vor allem Fragen wie der Name des Haustiers, das erste eigene Auto oder der Geburtsort. Informationen, die oftmals auch als Sicherheitsfrage bei der Passwortwiederherstellung von verschiedenen Accounts zum Einsatz kommen.

Mit diesen Daten wiederum haben Cyberkriminelle die Möglichkeit Passwörter zu knacken und sich in die Accounts der Betroffenen zu hacken. Schließlich ist die E-Mail-Adresse der User oftmals ebenfalls sichtbar.

Fazit

Fragesticker, Abstimmungen und Quizfragen versprechen via Social Media einen hohen Unterhaltungswert. Doch es ist auch Vorsicht geboten. Aktionen von unseriösen und unbekannten Anbieter:innen und Accounts sollten unbeantwortet bleiben.

Ein Grund zur Skepsis besteht letztlich aber vor allem bei Fragen nach persönlichen Informationen wie dem Geburtsort, dem Namen des Haustiers oder der Marke des ersten eigenen Autos.

Grundsätzlich müssen wir ein Bewusstsein für die technischen Möglichkeiten entwickeln. Nur weil etwas lustig erscheint, bedeutet es nicht, dass es ungefährlich ist. Oder würdest du auch ohne Quizfrage posten, in welcher Straße du als Kind gewohnt hast und wie dein zweiter Vorname lautet? Vermutlich eher nicht.

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Über den Autor

Fabian Peters

Schreibt seit Januar 2021 für BASIC thinking. Studierte Germanistik & Politikwissenschaft and der Universität Kassel (Bachelor), Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master). Hat bereits für die Frankfurter Rundschau sowie die Magazine Pressesprecher und Politik&Kommunikation geschrieben.

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