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MindDoc: Was kann die Psychotherapie-App?

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Minddoc
geschrieben von Marcel Kappelsberger

Psychotherapien sind während der Covid-19-Pandemie gefragter denn je. Das deutsche Unternehmen MindDoc glaubt, mit seinen Online-Videotherapien und einer begleitenden App eine Alternative zum wöchentlichen Therapiebesuch bieten zu können.

Seit geraumer Zeit findest du im Netz Video-Sprechstunden von Anbieter:innen, die mit niedergelassenen Ärzt:innen kooperieren. Nun kommt erstmals ein großer Anbieter für die Psychotherapie ins Spiel: MindDoc.

Das Wichtigste: MindDocs Psychotherapie ist ein zertifiziertes und zugelassenes Medizinprodukt, das schon von mehreren Krankenkassen wie der Barmer und Gothaer übernommen wird. Um an der Online-Psychotherapie teilzunehmen, müssen Interessierte allerdings einige Bedingungen erfüllen.

MindDoc: Behandlung nur nach Erstgespräch

MindDoc ist nämlich nicht frei zugänglich. Die Auswahl für eine Therapie erfolgt in mehreren Schritten. Um das Angebot nutzen zu können, gilt ein persönliches Erstgespräch mit kooperierenden Therapeut:innen als Voraussetzung. 

Bei diesem 50-minütigen Gespräch müssen die Patient:innen persönlich vor Ort sein. Anschließend evaluieren die zuständigen Therapeut:innen, ob die Online-Behandlung für die Person in Frage kommt. Dabei werden auch eventuelle Vorerkrankungen und psychologische Diagnosen bedacht.

Zudem gibt es klare Richtlinien, wann eine „normale“ ambulante Behandlung und wann eine stationäre Behandlung angebracht ist. Das Erstgespräch dient dazu, die Person kennenzulernen und sie über ihre Möglichkeiten aufzuklären.

Kostenübernahme nur bedingt

Damit für die komplette Behandlung die Kosten übernommen werden, darf in den vergangenen zwölf Monaten keine ambulante psychische Behandlung stattgefunden haben. Außerdem können Menschen mit Abhängigkeiten und Persönlichkeitsstörungen nicht behandelt werden.

Grundsätzlich gilt: Jeder Einzelfall wird professionell und individuell geprüft, damit die Behandlung für die die Patient:innen so effektiv und erfolgreich verläuft wie möglich. Der mehrstufige Prozess ist wissenschaftlich begründet.

Behandlung durch Therapiesessionen, Begleitung durch App

Der Grundbaustein für die Online-Psychotherapie bei MindDoc sind wöchentliche, 50-minütige Video-Therapiesitzungen – ähnlich wie im Sprechzimmer vor Ort. Sie finden unter Anleitung von ausgebildeten Psychotherapeut:innen statt.

Neben den Sitzungen gibt es verschiedene begleitende Möglichkeiten zur Arbeit an den Therapiezielen. MindDoc bietet sie auf der Patientenwebsite und in einer App an. Die Therapeut:innen können mithilfe der Anwendung auch ein schriftliches Feedback geben.

MindDoc-App für psychische Gesundheit

Als „Begleiter im Umgang mit deiner seelischen Gesundheit“ beworben, dient die MindDoc-App als Stimmungstagebuch samt Selbsteinschätzungen, Tests, verschiedenen Übungen und Statistiken. Die Anwendung kann eine Therapie jedoch nicht ersetzen, sondern nur begleiten. 

Allerdings kann die Anwendung auch dabei helfen, die Wartezeit auf einen Therapieplatz zu überbrücken. MindDoc ist dann kein Therapie-Begleiter mehr, kann jedoch der Selbsthilfe dienen.

Menschen mit psychischen Erkrankungen fällt es oft zwar schwer, den ersten Schritt in Richtung eines besseren Lebens zu gehen. Ist es dann aber soweit, kann eine Online-Therapie für sie genauso erfolgreich sein wie eine Konventionelle – angenommen, sie lassen sich auf die neue, ungewöhnliche Behandlungsart ein.

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Über den Autor

Marcel Kappelsberger

Marcel schreibt seit Oktober 2021 bei BASIC thinking. Er war bereits bei verschiedenen Magazinen als Redakteur tätig und studiert aktuell European Business Studies in Regensburg. Neben den aktuellen Tech-Innovationen interessiert er sich vor allem für Fußball und den neusten Trends im Online-Marketing & der Startup-Szene.

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