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Datenzentren werden zum Problem für die Stromversorgung in Irland

geschrieben von Felix Baumann

Gerade die Coronaviruspandemie hat uns mal wieder gezeigt, wie abhängig wir inzwischen von unserer digitalen Infrastruktur sind. Die letzten zwei Jahre zwangen viele Menschen zurück in die eigenen vier Wände, das Arbeiten von zu Hause wurde in einigen Branchen zum Standard. Durch Videokonferenzen und die Verlagerung der Freizeit in die digitale Welt flossen deutlich mehr Daten von A nach B.

Das ist an sich gar nichts Schlechtes, mehrere Untersuchungen haben bereits zutage gefördert, dass der neue Lebensstil sogar die Umwelt schützen kann [1]. Trotzdem kann der Betrieb von Serverfarmen so einige Länder von ihren Nachhaltigkeitszielen abbringen. Das passiert momentan etwa in Irland, dem am schnellsten wachsenden Datenzentren-Markt in Europa. Insgesamt werden 70 solcher Zentren bereits in dem Land betrieben.

Das hat aber extreme Auswirkungen auf das Stromnetz der Insel. Insgesamt benötigen die Server summiert etwa 900 Megawatt Leistung, das entspricht etwa 11 Prozent des Gesamtbedarfs des Landes. Bis 2029 wird dieser Wert wohl noch steigen, dann könnte um die 30 Prozent der erzeugten Energie ausschließlich an Serverfarmen geleitet werden.

Person läuft an Servern vorbei

Zunehmende Datenmengen erfordern immer weitere Server

Zum Vergleich: In Deutschland, dem größten Datenzentren-Markt in der Europäischen Union, werden gerade einmal 5 Prozent der erzeugten Energie an Serverfarmen weitergeleitet. Kein Wunder also, dass die irische Strategie auch die Nachhaltigkeitsziele des Landes torpediert. Denn Server können nicht immer grün betrieben werden.

Da im Regelfall kein Batteriespeicher an ein Datenzentrum gebaut wird, können diese meist nur tagsüber oder dann, wenn es windig ist, nachhaltig betrieben werden. Ist es einmal windstill oder es steht nachts kein Solarstrom zur Verfügung, müssen schmutzige Energieträger für einen Weiterbetrieb von Facebook, Google, YouTube und Co. sorgen.

Auch kann es nicht die Regel sein, dass neue Kapazitäten direkt an Serverfarmen abfließen, für die Dekarbonisierung des landesweiten Stromnetz bleibt dann mehrheitlich nur wenig übrig. Es braucht also eine Strategie und deutlich mehr Mühe, damit auch Irland seine eigenen Nachhaltigkeitsziele in den nächsten Jahrzehnten erreichen kann.

Via Gizmodo


[1] https://www.vcd.org/artikel/klimaschutzpotenziale-von-videokonferenzen-und-homeoffice/

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Über den Autor

Felix Baumann

Felix Baumann ist seit März 2022 Redakteur bei Basic Thinking. Bereits vorher schrieb er 4 Jahre für den Online-Blog Mobilegeeks, der 2022 in Basic Thinking aufging. Nebenher arbeitet Felix in einem IT-Unternehmen und beschäftigt sich daher nicht nur beim Schreiben mit zukunftsfähigen Technologien.