Technologie

Landwirtschaft per App: John Deere präsentiert autonomen Cybertraktor

Cybertraktor, autonomer Traktor, John Deere, Landwirtschaft
Screenshot/ John Deere
geschrieben von Fabian Peters

Landmaschinenhersteller John Deere hat auf der Technologiemesse (CES) in Las Vegas einen selbstfahrenden Cybertraktor präsentiert. Landwirte sollen ihre Traktoren mit dem autonomen System nachrüsten und anschließend per Smartphone steuern können. Laut Herstellerangaben sei die Technologie bereits serienreif. 

Entspannt auf der Terrasse sitzen, auf das Smartphone tippen und dabei zusehen, wie der eigene Traktor selbstfahrend den Acker umpflügt: So oder so ähnlich stellt sich der US-amerikanische Landmaschinenhersteller John Deere die Landwirtschaft der Zukunft vor.

Damit diese Zukunftsvision auch Realität wird, hat das Unternehmen auf der Technologiemesse Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas einen selbstfahrenden Cybertraktor präsentiert. Landwirte sollen ihre Traktoren mit einem speziell entwickelten autonomen System dabei nachrüsten können.


Neue Stellenangebote

Social Media Manager B2B (m/w/d)
ORBIT Gesellschaft für Applikations- und Informationssysteme mbH in Bonn
Social Media Manager (m/w/d)
New Work SE in Hamburg
Mitarbeiter*in für Strategisches & Social Media Marketing (m/w/d)
Hans im Glück Verlags-GmbH in München

Alle Stellenanzeigen


Markteinführung noch in diesem Jahr?

Der neue Cybertraktor von John Deere basiert auf einem bereits vorhandenen Modell. Bei der Robo-Version des John Deere 8R soll es sich jedoch um mehr als nur einen Prototypen handeln. Denn das autonome System für den Cybertraktor sei laut Herstellerangaben bereits serienreif.

Jahmy Hindman, Chief Technology Officer von John Deere, äußerte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass das Unternehmen noch in diesem Jahr mit der Produktion beginnen und die ersten Systeme in einer begrenzten Stückzahl ausliefern wolle.

Ob die Technologie zunächst dem US-amerikanischen Markt vorbehalten ist oder direkt nach Deutschland und Europa kommt, ist derzeit noch unklar. Auch über den Preis hüllt sich John Deere bisher in Schweigen. Für das autonome System sei jedoch sowohl ein Festpreis als auch ein Abo-Modell vorstellbar.

So funktioniert der Cybertraktor von John Deere

John Deere forscht bereits seit einigen Jahren an autonomen Systemen für seine Traktoren. Um in Serienproduktion zu gehen, übernahm der Landmaschinenhersteller im September 2021 das Unternehmen Bear Flag Robotics, einem Hersteller für autonome Steuersysteme.

Das Unternehmen habe das System für den in Las Vegas präsentierten Cybertraktor zudem seit mehreren Jahren von Landwirten testen lassen. Im Gegensatz zu den E-Autos von Tesla, bei denen im Autopiloten-Modus nach wie vor ein Mensch am Steuer sitzen muss, kommt der Roboter-Traktor ohne Fahrer aus.

Steuerung und Tankanzeige per App

Landwirte können den Cybertraktor nämlich per Smartphone steuern. Mit einem Wisch nach rechts können sie die Maschine im Operations Center Mobile von John Deere beispielsweise in Bewegung setzen. Damit der Robo-Traktor nicht mit Hindernissen kollidiert, hat der Hersteller das autonome System mit verschiedenen Kameras und Sensoren ausgestattet.

Auf Grundlage einer künstlichen Intelligenz (KI) berechnet das System so Entfernungen, erkennt Hindernisse und überwacht das Umfeld des Cybertraktors mit einem 360 Grad Rundumblick. Auch die Tankanzeige könne mit der App überprüft werden. Per Live-Video können die Landwirte die Bewegungen ihrer Maschine zudem beobachten.

Die KI wurde dazu mit mehreren Millionen Bildern trainiert. Während der Fahrt gleicht das System die aufgenommenen Fotos im Millisekundenbereich und auf den Zentimeter genau mit der Datenbank ab, so der Hersteller.

Ganz ohne Menschen und Cyberkriminelle geht es nicht

Um das System nutzen zu können, müssen Landwirte den Robo-Traktor jedoch gegebenenfalls zunächst auf ihre Felder befördern. Denn auf der Straße darf der Cybertraktor nur mit einem Menschen am Steuer bewegt werden. Wenn das Steuerungssystem ein unüberwindbares Hindernis erkennt, ist außerdem ein Eingreifen erforderlich.

Gleiches gilt, wenn sich beispielsweise der Pflug bei der Arbeit verstellt hat. Wie in anderen Branchen rufen softwarebasierte Systeme jedoch auch immer wieder Cyberkriminelle auf den Plan. IT-Experten haben im vergangenen Jahr beispielsweise Schwachstellen in der Software verschiedener Landmaschinenhersteller entdeckt.

John Deere betonte jedoch, dass keine Daten missbraucht worden seien. Das Unternehmen habe seine Investitionen im Bereich Cybersicherheit in den vergangenen Jahren außerdem um rund 750 Prozent erhöht. Wann die ersten autonomen Systeme auf den Markt kommen, ist derzeit noch unklar. John Deere will jedoch die Traktoren der vergangenen drei Produktionsjahre unterstützen.

Auch interessant: 

mittwald

Werbung


Über den Autor

Fabian Peters

Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft and der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).

Kommentieren