Fagradalsfjall, Vulkan, Island, Eruption, Drohnenaufnahmen

Sollten Drohnenaufnahmen für mehr Klicks genutzt werden?

Marinela Potor
YouTube / Joey Helms

Drohnen können problemlos an fast jeden Ort fliegen und Positionen in den ausgefallensten Winkeln einnehmen. Gerade das macht Drohnenaufnahmen so spektakulär – und sie sorgen im Netz für viele Klicks. Doch das Beispiel eines YouTubers wirft auch die Frage auf: Sollte es dabei Grenzen geben?

Joey Helms ist ein YouTuber, der seinem Publikum die besten Aufnahmen bieten möchte. Als Kameramann und Fotograf hat er schließlich auch hohe Ansprüche an sich und die Videos, die er seinen knapp 58.000 Followern zeigt.

So finden sich auf seinem Kanal nicht nur zahlreiche Tipps zu Film- und Fotoausrüstungen und Tutorials, sondern auch Aufnahmen von seinen Reisen. Um hier die besten Bilder einzufangen, nutzt Helms nicht nur traditionelle Kameras, sondern auch Drohnen. Eins seiner meistgeklickten Videos ist eine Drohnenaufnahme eines ausbrechenden Vulkans in Island.

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Drohnenaufnahmen mitten aus der Eruption

Kein Wunder! Die Drohnenaufnahmen sind beeindruckend. Die Drohne fliegt zunächst über die karge Landschaft und folgt dabei den rötlich glühenden Lavaausläufen des ausbrechenden Fagradalsfjall-Vulkans im Geldingadalirtal. Bereits im Hintergrund sieht man, wie der Vulkan heißes, gelbes Feuer spuckt. Und dann fliegt die Drohne mitten in den Krater.

Aktuell hat das Video mehr als zwei Millionen Views. Joey Helms hat noch weitere Drohnenaufnahmen dieses Vulkanausbruchs in Island hochgeladen und vermutlich hätten es noch viele weitere werden können. Wenn ihm die Drohne nicht in den Vulkan gestürzt wäre.

Denn die Temperaturen sowie die konstanten Eruptionen machten der Drohne zu schaffen, sodass sie schließlich abstürzte.

Drohnenaufnahmen für mehr Klicks

Dieses Beispiel zeigt, welche Möglichkeiten uns Drohnen bieten. In diesem Fall zeigen sie uns ein unvergleichliches Naturschauspiel, das wir sonst nie aus dieser Nähe sehen könnten. Entsprechend bezeichnet Helms seine Aufnahmen auch als Beispiel für die „Schönheit der Schöpfung.“ Gleichzeitig bringen ihm diese Aufnahmen sehr viele Klicks.

Genau das verleitet Kreativschaffende im Netz auch dazu, immer spektakulärere, immer ausgefallenere Drohnenaufnahmen für ihr Publikum zu liefern. Sollte es hier Grenzen geben?

Aus gesetzlicher Sicht gibt es diese natürlich schon. So regelt die Drohnenverordnung in der EU beispielsweise, was mit einer Drohne gefilmt werden darf und wo und teilweise auch, in welcher Form. Medienhäuser wie die BBC etwa haben zudem auch ethische Richtlinien für den Einsatz von Drohnenaufnahmen ihrer Redakteur:innen.

Doch die Jagd nach mehr Klicks durch immer ausgefallenere Aufnahmen bringt auch Probleme mit sich.

Drohnen als Gefahr für Mensch und Natur

So gab es etwa in Ulm mehrere Zusammenstöße zwischen Drohnen und dem Ulmer Münster. Dabei flogen die Geräte zu nah vorbei und beschädigten dadurch die Fassade des historischen Gebäudes.

In Bayern jagte eine Drohne mehrere Pferde über eine Koppel, sodass diese letztlich in Panik gerieten und sich verletzten.

Und in einem Naturreservat in Kalifornien sorgte ein Drohnenabsturz dafür, dass tausende brütende Schmuckseeschwalbe aus ihren Nestern flohen und ungeschlüpfte Eier zurückließen – eine Katastrophe für die bedrohten Vögel.

Die Polizei ermittelt in diesen Fällen zwar. Drohnenaufnahmen müssen beispielsweise vorab genehmigt werden und das Hetzen von Tieren oder Filmen in Naturschutzgebieten ist eigentlich auch verboten. Doch die Technologie macht es besonders leicht für unbedachte Filmer:innen hier dennoch vorzusprechen, insbesondere wenn viele Klicks winken.

Wenn die Natur sich wehrt

Es gibt aber auch die Gegenseite, wenn etwa Drohnen als Lebensretter eingesetzt werden oder zum Naturschutz beitragen. Und manchmal rächt sich auch die Natur direkt an den Drohnen selbst.

In den Niederlanden etwa hatte ein Adler irgendwann genug von einer nervigen Drohne – und zerstörte sie kurzerhand.

Tatsächlich steckte dahinter Training. Wie sich herausstellte, hatte die niederländische Polizei ein Testprogramm gestartet, in dem sie Adler darauf trainierten, Drohnen in der Luft zu fangen. Das Programm wurde allerdings wieder eingestellt, weil es zu aufwändig war und die Polizei befürchtete, dass sich die Adler dadurch verletzen könnten.

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Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt.