Elektrische Essstäbchen, Japan

Elektrische Essstäbchen täuschen Salzgeschmack vor

Beatrice Bode
unsplash.com/Vinicius Amnx Amano

Forscher:innen aus Japan haben elektrische Essstäbchen entwickelt, die den Salzgeschmack beim Essen verstärken. Mithilfe eines Minicomputers werden Nutzer:innen dabei elektrisch stimuliert.

In Japan haben Forscher:innen computergestützte Essstäbchen entwickelt, die beim Essen mehr Salzgeschmack simulieren. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. 

Erfunden wurden die neuen elektrischen Essstäbchen von Professor Homei Miyashita von der Meiji Universität. Der Getränkehersteller Kirin Holdings Co. hat ihn zudem bei der Entwicklung unterstützt.

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So funktionieren die elektrischen Essstäbchen

Am Arm des Nutzenden befindet sich dabei ein Minicomputer, der wiederum an einem Armband befestigt ist. Durch schwache elektronische Impulse leitet das Gerät Natriumionen über die Essstäbchen aus dem Essen in den Mund der Nutzer:innen.

Durch diesen Vorgang werde ein Salzgeschmack im Mund der Speisenden erzeugt, erklärt Miyashita gegenüber Reuters. Außerdem verstärke sich der salzige Geschmack um das 1,5-fache, fügt er hinzu.

Nicht die erste Erfindung des japanischen Professors

Die elektrischen Essstäbchen sind jedoch nicht die erste Entwicklung Miyashitas im Bereich der elektronischen Sinneswahrnehmung. In der Vergangenheit hat der Forscher gemeinsam mit seinem Team beispielsweise auch einen Fernsehbildschirm zum Ablecken entwickelt, der verschiedene Lebensmittelaromen simulieren kann.

Elektrische Essstäbchen sollen Schlaganfällen vorbeugen

Vor allem in der japanischen Küche werden salzhaltige Geschmäcker traditionell bevorzugt. Zudem nimmt ein durchschnittlicher japanischer Erwachsener täglich etwa zehn Gramm Salz zu sich. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt allerdings nur etwa die Hälfte.

Durch übermäßigen Natriumkonsum steigen darüber hinaus auch die Risiken für Bluthochdruck, Schlaganfälle und andere Krankheiten. Um diesen Krankheiten vorzubeugen könnten die elektrischen Essstäbchen vor allem in Japan nützlich sein.

„Wenn wir auf herkömmliche Weise versuchen, weniger Salz zu uns zu nehmen, müssten wir schmerzhaft auf unsere Lieblingsspeisen verzichten oder fade Speisen essen“, erklärt Kirin-Forscherin Ai Sato.

Miyashita und Kirin hoffen, die elektrischen Essstäbchen bereits 2023 auf den Markt zu bringen zu können. Derzeit arbeiten sie allerdings noch an der Weiterentwicklung des Prototyps.

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Beatrice ist Multi-Media-Profi. Ihr Studium der Kommunikations - und Medienwissenschaften führte sie über Umwege zum Regionalsender Leipzig Fernsehen, wo sie als CvD, Moderatorin und VJ ihre TV-Karriere begann. Mittlerweile hat sie allerdings ihre Sachen gepackt und reist von Land zu Land. Von unterwegs schreibt sie als Autorin für BASIC thinking.