Wirtschaft

Homeoffice nach Corona: Die Heimarbeit wird weiter zunehmen

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unsplash.com/ Chris Bemmerl
geschrieben von Maria Gramsch

Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie hielt auch das Homeoffice verstärkt Einzug in unsere Wirtschaft. Dieser Trend könnte sich auch in Zukunft durchsetzen, zeigt eine Befragung von mehr als 1.000 Unternehmen.

Die Zukunft des Homeoffice

Die Corona-Pandemie bedeutete für viele Menschen auch die Verlagerung der Arbeit in die eigenen vier Wände. Bereits im ersten Lockdown im April 2020 arbeiteten 27 Prozent der Beschäftigten in Deutschland von Zuhause aus.

In den Monaten danach sank die Zahl wieder auf 16 Prozent im Juni bzw. 14 Prozent im November. Doch im Dezember stieg sie dann schon wieder auf 17 Prozent an, im Januar 2021 waren es dann wieder ganze 24 Prozent.

Doch wie sieht die Zukunft der Heimarbeit aus? Damit hat sich das Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung, kurz ZEW, in einer Studie beschäftigt.

Über die Studie des ZEW

Das ZEW hat für seine Homeoffice-Studie mehr als 1.000 Unternehmen befragt. Die repräsentative Befragung wurde im Zeitraum zwischen Dezember 2021 und Januar 2022 durchgeführt.

Darunter waren Wirtschaftszweige wie das Verarbeitende Gewerbe sowie die Informationswirtschaft. Zu letzterem zählen die IKT-Branche, Mediendienstleister sowie wissensintensive Dienstleister.

Bei der Befragung wurde unter anderem abgefragt, wie häufig die Unternehmen vor der Corona-Pandemie hybride Arbeitsmodelle angeboten haben oder was sie für die Zukunft planen.

Dabei hat das ZEW jedes mögliche Modell abgefragt – also, ob es wöchentlich einen Tag Homeoffice oder bis zu fünf Tage gibt.

Für die Befragung wurde angenommen, dass eine Arbeitswoche aus fünf Tagen besteht und die Beschäftigten an jedem Tag gleich viele Stunden arbeiten. Damit ergibt sich für jeden Arbeitstag ein Prozentsatz von 20 für die gesamte Arbeitszeit.

Wie sieht die Zukunft für das Homeoffice aus?

Vor der Corona-Pandemie haben im Verarbeitenden Gewerbe drei Prozent der Beschäftigten von Zuhause aus gearbeitet. In Unternehmen der Informationswirtschaft waren es sogar neun Prozent.

Doch auch nach der Corona-Pandemie erwarten diese Wirtschaftszweige einen hohen Homeoffice-Anteil. Das Verarbeitende Gewerbe geht von einem Anteil von sechs Prozent aus. In der Informationswirtschaft sollen es sogar 24 Prozent sein.

Diese Vervielfachung werden laut des ZEW insbesondere bei größeren Unternehmen erwartet. Große Unternehmen in der Informationswirtschaft mit mindestens 100 Beschäftigten wollen nach der Pandemie sogar 38 Prozent der Arbeitszeit ins Homeoffice verlagern. Vor der Pandemie waren es hier noch rund zehn Prozent.

Über 30 Prozent der Arbeit künftig aus dem Homeoffice?

Laut der Studie gehen 58 Prozent der großen Unternehmen in der Informationswirtschaft davon aus, nach der Pandemie mehr als 30 Prozent der Arbeit in die Heimarbeit zu verlagern. Knapp ein Viertel sei sogar davon überzeugt, das es mehr als 50 Prozent werden.

Bei den kleineren Unternehmen mit fünf bis 19 Beschäftigten ist die Zahl der zwar deutlich geringer. Jedoch zeichnet sich auch hier ein langfristiges Plus für die Arbeit im Homeoffice ab.

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Über den Autor

Maria Gramsch

Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig. Neben dem Studium hat sie als CvD, Moderatorin und VJ beim Regionalsender Leipzig Fernsehen und als Content-Uschi bei der Bastei-Lübbe-App oolipo gearbeitet. Im letzten Studienjahr war sie Mitgründerin, CvD und Autorin der Leipzig-Seite der taz.

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