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2 Prozent Vermögenssteuer für Milliardäre: Welthunger könnte Geschichte sein

Fabian Peters
Adobe Stock/ LIGHTFIELD STUDIOS

Alle Milliardäre weltweit sollten eine Vermögenssteuer in Höhe von zwei Prozent zahlen – zumindest wenn es nach der EU-Steuerbeobachtungsstelle geht. Damit ließe sich theoretisch der Welthunger für immer beseitigen. Gleiches gilt für die steuerliche Ungleichheit, die die Demokratie untergräbt, so ein Wirtschaftswissenschaftler.

Forscher der EU-Steuerbeobachtungsstelle schätzen, dass eine Vermögenssteuer für Milliardäre in Höhe von zwei Prozent jedes Jahr rund 250 Milliarden US-Dollar einbringen könnte. Das geht aus ihrem Global Tax Evasion Report hervor, in dem sie die Maßnahme als einen der wichtigsten Vorschläge aufführen.

Demnach sei die Zahl der davon betroffenen Steuerzahler „sehr gering“. Außerdem würden diese lediglich einen „bescheidenen“ Steuersatz zahlen. Laut dem World Inequality Report 2022 gibt es rund 2.750 Milliardäre weltweit. Aufgrund der ungleichen Verteilung des Reichtums sei das Einnahmepotenzial trotzdem groß.

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Vermögenssteuer für Milliardäre könnte 250 Milliarden Einnahmen bringen

Den Forschern zufolge würde die Vermögenssteuer für Milliardäre an das Land gehen, in denen die Superreichen ihren Hauptwohnsitz haben. Das Vorbild des Vorschlags: die globale Steuer für multinationale Unternehmen in Höhe von 15 Prozent.

Laut Global Tax Evasion Report zahlen alle Milliardäre auf der Welt derzeit pro Jahr rund 44 Milliarden US-Dollar an Einkommens- und Vermögenssteuer. Die Schätzungen der Forscher gehen davon aus, dass sich dieser Betrag mit einer Vermögenssteuer in Höhe von zwei Prozent um etwa 214 Milliarden US-Dollar erhöhen würde.

Damit ließe sich theoretisch der Welthunger für immer beenden. Denn einer Studie des International Institute for Sustainable Development zufolge würde es bis 2030 pro Jahr weitere 14 Milliarden Euro zusätzliche Spenden benötigen, um den Hunger auf der Welt einzudämmen.

Reichensteuer für eine gerechtere Welt?

In einem Vorwort des Reporst schreibt Joseph Stiglitz, Ökonom, Wissenschaftler und Nobelpreisträger, dass es an der Zeit sei, „eine globale Mindeststeuer für die sehr Reichen einzuführen“. Denn laut den Forschern zeigen Studien, dass Milliardäre „sehr niedrige“ individuelle Einkommens- und Vermögenssteuern zahlen würden.

Diese lägen zwischen null und 0,5 Prozent in Bezug auf ihre Gesamtvermögen. Einer der Gründe, warum viele Superreiche geringe effektive Steuersätze haben, sei, dass sie in einigen Nationen Vermögensgesellschaften nutzen können, um Dividenden auszuschütten und die Zahlung von Einkommensteuern zu vermeiden.

Aufgrund der zunehmenden Ungleichheit nimmt die Debatte rund um eine Vermögenssteuer für Reiche zudem an Fahrt auf. Die Pandemie hat die Schere zwischen arm und reich beispielsweise noch weiter auseinandergehen lassen. Die Forscher fordern deshalb die Reichensteuer, damit Länder mit den Einnahmen unter anderem Geld für Kinderbetreuung, Bildung und bezahlbaren Wohnraum ausgeben können.

Nobelpreisträger Stiglitz schreibt dazu: „Eine eklatante steuerliche Ungleichheit untergräbt das ordnungsgemäße Funktionieren unserer Demokratie; sie vertieft die Ungleichheit, schwächt das Vertrauen in unsere Institutionen und untergräbt den Gesellschaftsvertrag“.

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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).