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Warum es nichts bringt, sich über Kollegen aufzuregen

Christian Erxleben
Adobe Stock/ ARAMYAN

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Stress auf der Arbeit gehört für sehr viele Deutsche zum Alltag. Das ist weder förderlich für das Team-Klima noch für die eigene Gesundheit. Ein entscheidender Schlüssel, um Wut zu vermeiden, ist eine bessere Kommunikation im Büro. Wir geben drei Tipps für weniger Stress.

Erinnerst du dich noch daran, wann die Welt das letzte Mal einfach in Ordnung war? Vielleicht im Jahr 2019? Gefühlt reiht sich seitdem eine außergewöhnliche Krisensituation an die nächste.

Begonnen hat alles mit dem Ausbruch des Coronavirus im Frühjahr 2020. Doch als wir einen Umgang mit der globalen Pandemie gefunden hatten, kamen die Lieferkettenprobleme, der Krieg in der Ukraine (und jetzt in Israel) und steigende Energie- und Verbraucherkosten. Ein Ende des Drucks ist scheinbar nicht erkennbar.

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42 Prozent der Deutschen empfinden Stress im Job

Selbstverständlich bleibt dieser stetige Druck nicht ohne Konsequenzen. So steigt der Stress bei deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern konstant an. Laut einer Studie der Marktforscher von Gallup hat das Stresslevel hierzulande einen neuen Höchststand erreicht.

42 Prozent der Deutschen empfinden Stress im Büro. Doch bei Stress bleibt es oftmals nicht. Managing Partner Pa Sinyan erklärt:

Unsere Daten für Europa zeigen, dass jemand, der gestresst ist, eine 2,5 mal höhere Wahrscheinlichkeit aufweist, wütend zu werden. 44 Prozent der weltweit Befragten haben beim diesjährigen State of the Global Workplace angegeben, sich in den Tagen vor der Befragung gestresst gefühlt zu haben – und mit 21 Prozent hat rund ein Fünftel Wut verspürt.

Es ist also keinesfalls verwunderlich, dass Kollegen aufeinander wütend sind. Wenn die Gesamtlage derart angespannt ist, ist auch die Hürde geringer, die eigene Wut im Büro rauszulassen und sich abzureagieren.

Stress im Job: 3 Tipps für bessere Kommunikation im Büro

Eine zentrale Erkenntnis für jeden Angestellten ist – so schwer es auch manchmal in der akuten Situation ist –, nur schädlich ist, sich über Kollegen und Vorgesetzte aufzuregen. Denn durch Wut steigt dein eigener Stresspegel nur noch mehr an.

Darunter wiederum leiden früher oder später deine Psyche und deine körperliche Gesundheit. Um das zu vermeiden, ist bessere Kommunikation einer der wichtigsten Bausteine. Deshalb geben wir dir drei Tipps, mit denen du auch in angespannten Momenten gelassen bleibst und du zudem Psychohygiene betreibst.

1. Antworte niemals sofort, wenn du wütend bist

Jeder Angestellte – auch du – kennt die Situation: Ein Ton erklingt und eine neue E-Mail landet in deinem Postfach. Du liest sie und fühlst dich sofort angegriffen. Ob es der Tonfall oder der Inhalt der Nachricht ist, ist zunächst einmal unwichtig. Auf das Ergebnis kommt es an: Du bist wütend.

Der erste Tipp für eine bessere Kommunikation und weniger zwischenmenschlichen Stress auf der Arbeitet lautet: Antworte niemals sofort auf eine E-Mail, wenn du wütend oder ergriffen bist. Egal wie sehr du dich anstrengst: Es wird dir nicht gelingen, neutral zu antworten.

Deshalb ist es essenziell, die entsprechende E-Mail zunächst einmal unbeantwortet zu lassen. Je nach Dringlichkeit ist es sinnvoll, mindestens ein paar Stunden zu warten. Mit einem klaren Kopf und etwas Abstand formulierst du Texte, die die Situation nicht weiter eskalieren lassen.

2. Greife zum Telefon anstatt E-Mail

Der zweite Tipp für eine bessere Kommunikation ist denkbar einfach: Greife zum Telefon. Insbesondere E-Mails bergen sehr große Gefahren für Missverständnisse und Streit unter Kollegen. Das liegt darin begründet, dass jeder Mensch unterschiedlich kommuniziert und schreibt.

Dafür genügt schon ein kurzer Blick in die privaten WhatsApp-Chats. Manche Menschen verwenden unzählige Emojis, andere keine. Wenn Emoji-Verwender dann Nachrichten ohne Emojis bekommen, denken diese häufig, dass etwas nicht in Ordnung ist. Dabei kommuniziert die andere Person womöglich nur anders.

Im direkten Gespräch oder am Telefon gibt es diese Hürden deutlich seltener. Wer einem Streit vorbeugen möchte, kann nach einer fragwürdigen E-Mail sich zunächst einmal kurz ablenken und anschließend zum Hörer greifen. Es ist erstaunlich. Aber oftmals lösen sich vermeintliche Probleme sehr schnell.

3. Fokussiere dich auf das Wichtige

Unser dritter Tipp für eine bessere Kommunikation ist eine Konsequenz aus den beiden vorherigen. Für deine körperliche und mentale Gesundheit ist es entscheidend, dass du dich auf das Wichtige konzentrierst.

Das beginnt damit, dass Höflichkeit und Freundlichkeit als Leitfäden für deine Kommunikation dienen. Wer anderen Menschen auf diese Art begegnet, wird ebenfalls eine positivere Reaktion erhalten.

Damit bleibt im Hinterkopf als letzte Erkenntnis, dass die wirklich wichtigen Dinge im Leben in deinem Privatleben geschehen. Deine Familie, deine Freunde und deine Hobbies geben dir Kraft und Energie. Vollkommene Erfüllung finden nur sehr wenige Menschen ausschließlich in der Arbeit.

Wer sich durch die Gespräche im Büro stressen lässt, nimmt diesen Stress und die schlechte Laune im Lauf der Zeit auch mit nach Hause. Sobald dieser Punkt erreicht ist, solltest du dringend die sprichwörtliche Reißleine ziehen und schauen, ob du die obigen Tipps beachten kannst, um deine Lage zu entspannen.

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Christian Erxleben arbeitet als freier Redakteur für BASIC thinking. Von Ende 2017 bis Ende 2021 war er Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig.