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Google mangelt es an Vielfalt – Reddit übermäßig stark vertreten

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pixxabay.com/ 377053
geschrieben von Fabian Peters

Googel hat offenbar ein ernsthaftes Problem mit der Vielfalt in seinen Suchergebnissen. Denn laut einer aktuellen Analyse dominierte der Social-News-Aggregator Reddit die sogenannten SERP-Ergebnissen für „Diskussionen und Foren“ mit deutlichem Abstand. Die Hintergründe.

Reddit taucht in 97,5 Prozent der Fälle bei Suchanfragen zu Produktbewertungen in der Google-Suche auf. Der Social-News-Aggregator belegt damit fast zwei Drittel der reservierten Plätze in den SERP-Ergebnissen für „Diskussionen und Foren“. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse.

Google: Reddit dominiert SERP-Ergebnisse für Diskussionen und Foren

Die Abkürzung SERP steht für „Search Engine Result Page“. Der Begriff bezeichnet die Suchergebnisse, die Nutzern nach der Eingabe eines Suchbegriffs in Suchmaschinen wie Google und Co. angezeigt werden. Google unterteilt diese sogenannten SERP-Ergebnisse wiederum in verschiedene Kategorien – unter anderem gibt es mittlerweile auch die Rubrik „Diskussionen und Foren“.


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Nutzer sollen dadurch die Erfahrungen anderer zu bestimmten Themen finden können. Spätestens seit dem sogenannten Helpful Content Update von September 2023 spielt diese Kategorie in den Google-Suchergebnissen eine immer größerer Rolle. Das Problem dabei: Die SERP-Ergebnisse für „Diskussionen und Foren“ sind enorm unausgeglichen.

Denn Reddit dominiert die Suchergebnisse mit großem Abstand. Dahinter folgte das Frage-Antwort-Netzwerk Quora. Laut der Analyse, die 10.000 Schlüsselwörter umfasst, erscheinen solche „Diskussionen und Foren“ bei 77 Prozent der Sucheingaben. Insgesamt tauchten in der Google-Suche demnach 766 einzelne Foren auf.

Reddit und Quora hatten dabei jedoch eine dreimal höhere Sichtbarkeit als jedes andere Forum. So wurde Reddit beispielsweise bei 7.509 von 10.000 Sucheingaben insgesamt 14.263 Mal angezeigt. Quora tauchte wiederum in 3.513 SERP-Ergebnissen auf und erschien dabei insgesamt 3.832 Mal.

Google verschlimmbessert seine Suche

Alle anderen Plattformen (764 Stück) tauchten zusammen gerade einmal 4.989 Mal auf. Die meisten Seiten erhielten im Gegensatz zu Reddit laut Analyse dabei keine zweite Auflistung. Das Problem dabei: Reddit kann Nutzern über die Google-Suche zwar hilfreiche Antworten liefern, allerdings scheint die Plattform auch ein massives Spam-Problem zu haben.

Denn wie Analyst Glen Allsopp im Rahmen seiner Erhebung feststellte, enthielten über die Hälfte der untersuchten Reddit-Threads Werbe-Links in den Kommentaren. Allsopp schreibt dazu, dass „Googles Förderung dieser Links übertrieben erscheint“. Sein vernichtendes Urteil: „Die aktuellen Suchergebnisse sind die schlechtesten, an die ich mich erinnern kann“.

Doch warum bevorzugt Google Reddit vor diesem Hintergrund? Das könnte unter anderem daran liegen, dass zahlreiche Nutzer das Wort „Reddit“ in den vergangenen Jahren vermehrt an ihre Suchanfragen gehangen haben. Die Analyse deutet wiederum darauf hin, dass der Suchmaschinen-Gigant solche Eingaben jedoch „überkorrigiert“, also verschlimmbessert hat.

Ein weiteres Problem: Der Analyse zufolge enthalten viele Reddit-Threads, die in den SERP-Ergebnissen auftauchen, teilweise vollkommen sinnlose und thematisch unpassende Inhalte, die offensichtlich von einer KI formuliert wurden. Den Erstellern solcher Posts geht es dabei lediglich darum, Affiliate-Links in den Beiträgen unterzubringen.

Dass Google den Reddit-Traffic in seiner Suche binnen eines Jahres verdreifacht bis vervierfacht hat, ist vor diesem Hintergrund nicht nachvollziehbar. Ich würde sogar soweit gehen, zu behaupten, dass das Unternehmen seine SERP-Ergebnisse dadurch massiv verschlechtert hat – von den ganzen anderen offensichtlichen Spam-Problemen mal abgesehen.

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Über den Autor

Fabian Peters

Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).

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