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Geheimer Werbedeal: Google und Meta werben gezielt Minderjährige an

Maria Gramsch
unsplash.com / Souvik Banerjee

Bei Google gibt es strenge Regeln für die Personalisierung von Anzeigen an Minderjährige. Doch wie die Financial Times berichtet, haben Google und Meta einen geheimen Werbedeal geschlossen. Demnach soll genau diese Gruppe anvisiert werden, um sie zu Instagram zu locken.

Die Werberichtlinien von Google sehen vor, dass Werbung nicht gezielt an unter 18-Jährige gerichtet sein darf. Das bezieht auch Anzeigen mit ein, die auf der Grundlage demographischer Daten laufen.

Doch wie die Financial Times nun berichtet, haben Google und Meta einen geheimen Werbedeal geschlossen. Dieser habe darauf abgezielt, 13- bis 17-jährige YouTube-User zu erreichen, um bei ihnen für Meta-Tochter Instagram zu werben.

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Werbedeal zwischen Google und Meta: Die Hintergründe

Die Meta-Kampagne wurde bei YouTube ausgespielt und sollte jüngere Nutzer:innen zu Instagram locken. Sie zielte laut Insidern und internen Dokumenten auf eine Gruppe ab, die Google in seinem Werbesystem als „unbekannt“ listet.

Insider berichteten gegenüber der Financial Times, dass Google gewusst habe, dass es sich bei dieser Gruppe eher um unter 18-Jährige handelt. Auch hätten beide Unternehmen Schritte unternommen, um die tatsächlichen Absichten des Werbedeals zu verschleiern.

Die Gruppe „unbekannt“ bezieht sich laut Google auf Menschen, von denen der US-Konzern beispielsweise Alter und Geschlecht nicht identifizieren konnte. In dieser Gruppe befinden sich laut der Financial Times allerdings eine große Anzahl an Minderjährigen. Die Gruppe sei daher eine Möglichkeit, um die Schutzmaßnahmen des Systems zu „hacken“, wie ein Mitarbeiter in einer der FT vorliegenden E-Mail schreibt.

Einen ersten Testlauf für dieses Marketingprogramm haben Google und Meta von Februar bis April 2024 in Kanada laufen lassen. Dieser war dann so erfolgreich, dass die beiden Unternehmen den Deal bereits im Mai 2024 auch auf Nutzer:innen in den USA ausweiteten. Laut dem Insider sollte die Kampagne später auch auf internationalen Märkten eingesetzt werden. Auch andere Meta-Apps wie beispielsweise Facebook standen dabei im Fokus.

So reagieren die beiden Unternehmen auf die Vorwürfe

Die Financial Times hat Google und Facebook mit diesen Rechercheergebnissen konfrontiert. Bei Google wurde umgehend eine Untersuchung eingeleitet. Inzwischen sei das Projekt gestrichen, wie eine mit der Entscheidung vertraute Person gegenüber der Financial Times sagte.

„Wir verbieten personalisierte Werbung für Personen unter 18 Jahren, Punkt. Diese Richtlinien gehen weit über das hinaus, was erforderlich ist, und werden durch technische Sicherheitsvorkehrungen unterstützt“, heißt es von Seiten des Suchmaschinen-Konzerns.

Das System habe laut Google „ordnungsgemäß funktioniert“. Es sei nicht bekannt, dass registrierte YouTube-Nutzer:innen, die jünger als 18 Jahre sind, in dieser Kampagne direkt angesprochen wurden.

Wir werden auch zusätzliche Maßnahmen ergreifen, um Vertriebsmitarbeitern klar zu machen, dass sie Werbetreibenden oder Agenturen nicht dabei helfen dürfen, Kampagnen durchzuführen, die versuchen, unsere Richtlinien zu umgehen.

Meta bestreitet, dass mit dem Fokus auf die „unbekannte“ Zielgruppe gezielt Regeln umgangen wurden. „Wir haben unsere Apps offen als einen Ort beworben, an dem sich junge Menschen mit Freunden treffen, Gemeinschaft finden und ihre Interessen entdecken können“, heißt es von Meta.

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Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.