Lilium Flugtaxi Staatshilfe Geld

Keine Spekulation mit Steuergeldern! Gut, dass Lilium keine Staatshilfen erhält

Fabian Peters
Lilium

Lilium erhält vorerst keine Staatshilfen vom Bund. Das bayerische Flugtaxiunternehmen, das eine durchaus innovative Vision verfolgt, könnte damit vor dem Aus stehen. Doch es fehlt schlichtweg an Argumenten, um mit Steuergeldern zu spekulieren. Ein Kommentar. 

Es ist eigentlich nie schön, wenn ein deutsches Unternehmen vor der Pleite steht oder seinen Sitz möglicherweise ins Ausland verlagert. Denn dann gingen Arbeitsplätze und auch Steuereinnahmen verloren. Doch dieses Schicksal könnte nun dem bayerischen Flugtaxiunternhemen Lilium ereilen. Die gestrichenen Staatshilfen sind jedoch nicht der Grund dafür. Die Probleme von Lilium sitzen tiefer.

Keine Staatshilfen für Lilium – gut so!

Zum Hintergrund: Eigentlich wollte die Bundesregierung zur Hälfte für einen Kredit der staatlichen Förderbank KfW in Höhe von 100 Millionen Euro bürgen. Bayern hatte zuvor bereits angekündigt, für die übrigen 50 Millionen einstehen zu wollen, dies aber an eine Zusage des Bunds geknüpft. Doch der Haushaltsausschuss konnte sich nicht auf einen Beschluss einigen.

Jetzt sichern: 100+ KI-Codes

Lass dich mit unserem Tech-Briefing UPDATE bei KI und den Tech-News von morgen nicht abhängen – kostenlos täglich in der Inbox von über 13.000 Lesern.

100+ virale KI-Codes PDF

Gratis zur Anmeldung:
PDF · 100+ virale KI-Codes

Mit deiner Anmeldung akzeptierst du unsere Datenschutzerklärung.

Die bayerische Landesregierung ist entzürnt. Während Bayerns Wirtschaftsminister Aiwanger die Gründe für das Scheitern in einer verfehlten Haushaltplanung sieht, singt Ministerpräsident Markus Söder das immer selbe Lied: „Die Grünen“. Aber geschenkt!

Denn egal aus welchen Gründe keine Einigung zustande kam, ist die Entscheidung richtig. Anders als Aiwanger und Söder es glauben machen wollen, fehlen auf wirtschaftlicher Ebene nämlich schlichtweg die Argumente, um mit Steuergeldern zu spekulieren.

Die Politik muss und sollte sich zwar dafür einsetzen, innovative Technologie-Unternehmen zu fördern und Arbeitsplätze zu erhalten. Allerdings müssen dafür auch die Zukunftsaussichten stimmen. Andernfalls wäre das Geld unnütz verschenkt. Denn Staathilfen hin oder her: Das Geschäftsmodell von Lilium sah bereits zuvor nicht gerade rosig aus.

Flugtaxis: Viel Innovationspotenzial und noch mehr Risiko

Zugegeben: In puncto Innovation steckt in Lilium viel Potenzial, aber mindestens auch genau so viel Risiko. Das Unternehmen hat beispielsweise noch kein einziges bemanntes Flugtaxi in die Luft gebracht, aber bereits einen Verlust von 1,5 Milliarden Euro geschrieben.

Die Gründe dafür: Das Start-up setzt bei seinen Flugtaxis auf rund drei Dutzend Propeller. Diese müssen sich sehr schnell drehen, um einen Flieger abheben zu lassen. Das widerspricht jedoch einem Grundsatz in der Luftfahrt. Denn große Propeller sind weitaus effizienter und sparsamer. Deshalb werden Triebwerke und Windräder auch immer größer.

Ein weiterer Nachteil: Für den Senkrechtstart benötigt es viel Storm. Die Batterien müssen deshalb in kurzer Zeit viel Energie abgeben. Heutige Akkus halten dem aber nicht lange Stand, da sie schneller verschleißen. Auch die Regulierung der Flugtaxis stellt ein Problem dar, weil die Zulassungskritieren in der Luftfahrt zurecht äußerst streng sind.

Die Zukunft von Lilium ist deshalb ungewiss. Der Staat tut jedoch gut daran, nicht mit Steuergeldern zu spekulieren. Private Investoren können sich solche Risiken zwar erlauben. Allerdings scheint ein Investment mittlerweile selbst Risikokapitalgebern zu heikel zu sein.

Hinweis: Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen Kommentar. Das ist eine journalistische Darstellungsform, die explizit die Meinung des Autors und nicht des gesamten Magazins widerspiegelt. Der Kommentar erhebt keinen Anspruch auf Sachlichkeit, sondern soll die Meinungsbildung anregen und ist als Meinungsbeitrag durch Artikel 5 des Grundgesetzes geschützt.

Unser Zins-Tipp

Eröffne jetzt dein kostenloses Myntro Festgeld und erhalte 3,38 Prozent Zinsen auf dein Geld – und das garantiert für 12 Monate!


Jetzt Zinsen sichern

Anzeige

Auch interessant: 

Google lässt dich jetzt selbst bestimmen, welche Quellen du in der Suche häufiger siehst. Mit zwei schnellen Klicks kannst du BASIC thinking kostenlos als bevorzugte Quelle hinzufügen und damit unabhängigen Tech-Journalismus unterstützen. Vielen Dank!

STELLENANZEIGEN
(Senior) Paid Social Marketing Manager (m/w/d)
Instaffo GmbH in München
Head of Social Media (m/w/d)
Instaffo GmbH in Mülheim-Kärlich
Paid Social Manager (m/w/d)
Instaffo GmbH in München
Digital Marketing Manager (m/w/d) – Website, ...
Mpire GmbH in Backnang bei Stuttgart
(Senior) Social Media Manager:in (m/w/d)
Potluck GmbH in Hamburg
Performance Marketing & Social Media Mana...
Landhaus Walter in Hamburg
Senior CRM (HubSpot) & Marketing Automati...
Quantum-Systems GmbH in Gilching, Bayern, Germany
Senior Berater Datenschutz / Jurist (m/w/d)
DSN GROUP in Stuttgart, Würzburg
Teile diesen Artikel
Chefredakteur
Folgen
Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).