Fake News teilen Empörung Studie, warum teilen Menschen Fake News

Studie: Darum teilen Menschen Fake News – obwohl sie wissen, dass sie falsch sind

Fabian Peters
Adobe Stock/ deagreez

Forscher haben untersucht, warum viele Menschen in den sozialen Medien Fake News teilen. Das Ergebnis: Zahlreiche Nutzer verbreiten unseriöse Inhalte bewusst, obwohl sie wissen, dass sie falsch sind. Das hat zwei wesentliche Gründe.

Viele Menschen teilen Fake News und Verschwörungstheorien in den sozialen Medien, obwohl sie lediglich die Überschrift, nicht aber die Beiträge gelesen haben. Das ist das Ergebnis einer Studie der Pennsylvania State University. Forscher der Princeton University haben deshalb untersucht, welche Form von Inhalten auf Facebook und X (ehemals Twitter) am häufigsten geteilt werden.

Empörung sorgt für Aufmerksamkeit

Die Wissenschaftler haben rund eine Million Facebook-Beiträge und circa 45.000 Beiträge auf X analysiert. Die Posts stammen aus den Jahren 2017, 2020 und 2021. Das Ergebnis: Beiträge, die Empörung auslösen, wurden am häufigsten geteilt und erzielten damit die höchste Reichweite.

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Die Forscher definieren Empörung in ihrer Publikation als Mischung aus Ärger und einer Abneigung vor einem unmoralischen empfundenen Verhalten. Anhand der Emoji-Reaktionen auf Facebook sowie des Tonfalls der Antworten auf X ermittelten sie, ob ein Beitrag als empörend empfunden wurde.

Die Ergebnisse offenbaren, dass Beiträge mit einem höheren Empörungsgrad häufiger geteilt werden. Der Wahrheitsgehalt spielt dabei allenfalls eine untergeordnete Rolle. Den Forscher zufolge sei die Wahrscheinlichkeit, dass unseriöse Inhalte verbreitet werden sogar höher, da sie mehr Empörung auslösen.

Fake News teilen – als Zugehörigkeitsgefühl

Mit diesen Erkenntnissen im Hinterkopf haben die Forscher ein Experiment durchgeführt. Zahlreiche Probanden sollten beurteilen, ob eine Nachricht der Wahrheit entspricht oder ob es sich um Fake News handelt. Resultat: Im Schnitt konnten die Befragten den Wahrheitsgehalt von Inhalte gut einschätzen und Fake News als solche identifizieren.

Die Wissenschaftler kommen deshalb zu dem Schluss, dass viele Nutzer ihre Kontakte in den sozialen Medien nicht zwangsläufig über bestimmte Dinge informieren wollen. Durch das Teilen empörender und oftmals falscher Inhalte würden sie vielmehr Aufmerksamkeit anstreben und ihre Zugehörigkeit zu einem gewissen politischen Spektrum ausdrücken.

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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).