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Blendeffekt: Experten warnen vor Autos mit LED-Scheinwerfern

Maria Gramsch
Adobe Stock / by-studio

Das Autofahren bei Nacht kann schnell unangenehm werden – nämlich wenn der entgegenkommende Verkehr die Augen in der Dunkelheit blendet. Dieser Blendeffekt liegt vor allem an Autos mit neuen LED-Scheinwerfern und kann schwerwiegende Folgen haben.

Mehr als 90 Prozent der Menschen in Deutschland fühlen sich beim Autofahren geblendet. Das hat eine repräsentative Umfrage der ADAC Marktforschung im vergangenen Winter untersucht.

Zwar fühlen sich von diesen 90 Prozent einige nur selten (15,2 Prozent) oder fast nie (5,5) im Straßenverkehr geblendet. Dennoch gaben rund 50 Prozent an, sich manchmal geblendet zu fühlen, bei 21,7 Prozent passiert dies regelmäßig und bei fünf Prozent fast immer.

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Der Blendeffekt durch Autoscheinwerfer kann laut dem ADAC ernstzunehmende Konsequenzen für die Verkehrssicherheit haben. Denn teilweise schließen Autofahrende sogar ihre Augen, um der Blendung zu entgehen.

Doch woran liegt es, dass sich immer mehr Menschen im Straßenverkehr geblendet fühlen? Laut Beleuchtungsforscher Daniel Stern hat das nicht nur etwas mit der Wahrnehmung zu tun. Sondern auch mit der Zahl der Autos mit neuen LED-Scheinwerfern, so der Chefredakteur von Driving Vision News gegenüber dem kanadischen Fernsehsender CBC.

Autos mit LED-Scheinwerfern blenden den Gegenverkehr

Früher waren in Autoscheinwerfern Halogenlampen verbaut. Nach und nach hat die Autoindustrie allerdings auf LED-Scheinwerfer umgestellt. Diese erscheinen im Vergleich zu dem wärmeren Licht der Halogenlampen eher blau und intensiver.

„Die Scheinwerfer werden immer heller, kleiner und blauer. Alle drei Faktoren verstärken eine bestimmte Art von Blendung. Sie wird als unangenehme Blendung bezeichnet“, erklärt Stern gegenüber CBC.

Das menschliche Auge ist zwar dafür gemacht, sich an die Lichtverhältnisse in seiner Umgebung anzupassen. Allerdings braucht es dafür auch eine gewisse Anpassungszeit.

Laut Stern ist das vor allem für ältere Augen ein Problem. Laut der ADAC-Umfrage fühlen sich aber auch junge Autofahrende immer mehr gestört von den hellen Lichtern.

Denn 32 Prozent der Befragten bis 35 Jahre fühlen sich fast immer oder regelmäßig im Straßenverkehr geblendet. Bei den über 50-Jährigen sind es demnach nur rund 23 Prozent.

Forschende untersuchen den Blendeffekt

Der Forscher Bruce Haycock hat diesen Blendeffekt mit einem Simulator am kanadischen KITE-Institut untersucht. Er hat dafür den DriverLab-Simulator entwickelt, der entgegenkommende LED-Lichter nachahmen kann.

„Die Leute können gar nicht glauben, dass das stimmt, wenn sie es noch nicht gesehen haben, denn es ist wirklich ziemlich lähmend und lenkt einen stark ab“, erklärt der Forscher gegenüber CBC.

Es ist sehr schwer, die Welt um die entgegenkommenden Scheinwerfer herum zu erkennen, weil der Kontrast zwischen den wirklich hellen Lichtern und den sehr schwach beleuchteten Bereichen in der Umgebung so groß ist.

Deutschland nehme laut Haycock bei der Erforschung von Fahrzeugbeleuchtung eine Vorreiterrolle ein. Durch den Einsatz von automatisierte LED-Arrays könne die Blendung besser kontrolliert werden. Dass diese Technologie jedoch nur begrenzt erfolgreich gegen den Blendeffekt im deutschen Straßenverkehr hilft, zeigen die Ergebnisse der Umfrage der ADAC Marktforschung.

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Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.