TikTok Verschwörungstheorien Desinformation Studie

TikTok-Nutzer sind anfällig für Verschwörungstheorien und Desinformation

Fabian Peters
unsplash.com/ Solen Feyissa

TikTok-Nutzer sind anfällig für Verschwörungstheorien und Desinformation. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studien. Vor allem junge Nutzer würden außenpolitische Themen weniger kritisch betrachten. 

Das politisch System Chinas sei der Demokratie überlegen oder der Klimawandel nicht menschengemacht: Solche oder ähnliche Falschaussagen und Verschwörungstheorien sind in Deutschland weit verbreitet – vor allem unter jungen Menschen und: TikTok-Nutzern.

Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Instituts Allensbach im Auftrag der Friedrich-Naumann-Stiftung. Im Rahmen einer Umfrage wurde dabei russische und chinesische Desinformation ausgewertet.

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Anfällig für Verschwörungstheorien: TikTok-Nutzer sehen Russland und China weniger kritisch

Die Studienautoren haben rund 2.000 TikTok-Nutzer aller Altersklassen ab 16 Jahren befragt. Die Befragten konnten unterschiedliche Aussagen in vier Abstufungen bewerten – von „Stimme voll zu“ bis hin zu „Stimme gar nicht zu“. In einer Kontrollgruppe wurden Probanden ohne TikTok-Account die selben Fragen gestellt.

Das Ergebnis: Rund 81 Prozent der Befragten zwischen 16 und 29 Jahren stimmte zu, dass China eine Diktatur sei. Bei den TikTok-Nutzern lag dieser Wert in der gleichen Altersklasse bei 62 Prozent. Der Aussage „Russland führt einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine“ stimmten 78 Prozent der Befragten in der Kontrollgruppe zu.

Unter den TikTok-Nutzern bejahten dies nur 70 Prozent. 44 Prozent glauben wiederum, dass die Corona-Pandemie absichtlich von Eliten und Regierungen erzeugt wurde. In der Kontrollgruppe waren 25 Prozent dieser Ansicht. Den Wissenschaftlern zufolge deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Menschen auf TikTok womöglich beeinflusst und radikalisiert werden.

Es sei aber auch denkbar, dass sich auf der Plattform grundsätzlich mehr Menschen aufhalten, die weniger kritisch denken würden.

Traditionelle Medien stärken

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, stellvertretende Vorsitzende der Friedrich-Naumann-Stiftung, plädiert aufgrund der Studienergebnisse für eine Stärkung der traditionellen Medien und einen verantwortungsvollen Umgang mit sozialen Medien. Die ehemalige Bundesjustizministerin dazu:

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Die Umfrage zeigt: Wir haben das Ausmaß und die Gefahr von Desinformation in unserer Gesellschaft noch immer nicht erkannt. Junge Menschen sind deutlich empfänglicher für Desinformation und Tiktok spielt dabei eine entscheidende Rolle. Wir dürfen nicht zulassen, dass sich chinesische und russische Desinformation weiter in unserer Mitte ausbreitet.

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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).