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China eröffnet erstes KI-Krankenhaus

Beatrice Bode
Bild: Mit ChatGPT generiert (KI).

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In China wurde kürzlich das erste vollfunktionsfähige KI-Krankenhaus eingeweiht. Eine Künstliche Intelligenz übernimmt sämtliche Behandlungsschritte – von der Diagnose bis zur Genesung. Die Hintergründe. 

Ist das Vertrauen in Künstliche Intelligenz (KI) mittlerweile so groß, dass Menschen ihr ihr Leben anvertrauen würden? Die Antwort scheint immer mehr „Ja“ zu lauten. Seit der Veröffentlichung von ChatGPT und anderen KI-Chatbots fragen etwa immer mehr Menschen nach medizinischen Diagnosen oder Ratschlägen – Patienten sowie Ärzte.

2023 berichteten verschiedene Medien, dass die Diagnose-Genauigkeit von ChatGPT bei etwa 72 Prozent liegen. In einigen Berichten wird von noch höheren Zahlen gesprochen. Auch in der Fachmedizin kommt KI immer häufiger zum Einsatz, beispielsweise in der Notaufnahme, bei der Krebsdiagnose oder in der medizinischen Ausbildung. In China wurde nun sogar das erste KI-Krankenhaus eröffnet.

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China eröffnet KI-Krankenhaus – zunächst zur Simulation

Eigentlich war die Eröffnung des KI-Krankenhauses in Peking bereits für die zweite Jahreshälfte 2024 geplant. Das Konzept für das sogenannte „Agent Hospital“ stammt von der chinesischen Tsinghua Universität, einer der renommiertesten Universitäten Chinas. In einem Paper stellte ein Forscherteam das Projekt vor: eine KI-gestützte Simulation eines Krankenhauses.

Die Technologie soll viele medizinische Prozesse eines realen Krankenhauses abbilden, von der Triage über die Diagnose bis hin zur Behandlung und Genesung. Ärzte, Pflegekräfte und Patienten werden dazu von autonomen KI-Agenten repräsentiert, die auf LLMs basieren. Ziel ist es, die gesamte Patientenbehandlung zu simulieren und die Lernfähigkeit der KI-Agenten zu erforschen.

Wie aus einer offiziellen Pressemitteilung hervorgeht, dient das Projekt zunächst als Forschungsplattform. Das Agent Hospital soll dabei helfen, medizinische KI-Modelle zu testen und weiterzuentwickeln. Gleichzeitig sollen Medizinstudenten in ihrer Ausbildun von den Daten profitieren.

Die ersten Experimente mit entsprechenden Simulationen zeigen vielversprechende Ergebnisse: Die Genauigkeit der Arzt-Agenten zeige nach 10.000 Trainingsproben demnach einen kontinuierlichen Anstieg. „Die besten Leistungen bei Untersuchung, Diagnose und Behandlung liegen bei 88 Prozent, 95,6 Prozent beziehungsweise 77,6 Prozent“, so die Forscher. Und weiter:

Das zeigt, dass sich unser Agent während der Trainingsphase weiterentwickelt, so wie menschliche Ärzte nach der Behandlung von Tausenden von Patienten erfahrener werden. Darüber hinaus ist die Entwicklung des Agenten effizienter als die des Menschen, da menschliche Ärzte mehr als zwei Jahre brauchen können, um zehntausend Patienten zu behandeln.

KI-Krankenhaus soll echte Kliniken unterstützen

Echte menschliche Patienten werden im Agent Hospital erst einmal nicht behandelt. Dennoch will die Tsinghua-Universität die entwickelten KI-Technologien in realen medizinischen Einrichtungen implementieren. Der Fokus des Pilotprojekts liegt zunächst auf den Abteilungen Allgemeinmedizin, Augenheilkunde, Radiologie und Atemwegserkrankungen.

Die KI-Agenten sollen dazu direkt in die klinischen Abläufe integriert werden, um Ärzte bei präzisieren Entscheidungen zu unterstützten. Die Forscher versprechen sich davon eine gesteigerte Effizienz in der Arbeit des menschlichen Personals und hoffen, dass sich auch die Patientenerfahrung verbessert.

Langfristig soll ein geschlossenes Ökosystem entstehen: „KI + Gesundheitswesen + Bildung + Forschung“, so den Angaben zufolge. Ziel ist es, medizinische Ressourcen besser zu verteilen und zugänglicher zu machen. Einen konkreten Zeitplan für die Behandlung echter menschlicher Patienten wurde allerdings noch nicht veröffentlicht.

Nicht nur China: KI kommt in Kliniken weltweit zum Einsatz

Auch in Deutschland setzen Kliniken und Universitäten bereits erfolgreich auf KI in der Diagnostik und personalisierten Behandlungsplanung. So entwickelt die Charité in Berlin etwa Algorithmen zur Analyse von Gewebeschnitten in der Pathologie, um Tumore zuverlässig zu identifizieren und molekulare Eigenschaften zu bestimmen.

Die LMU setzt wiederum seit Jahren KI in der klinischen Befundung ein. Über eine vollintegrierte KI-Plattform liefern verschiedene Algorithmen zur automatisierten Bildanalyse von Röntgen-, CT- und MRT-Aufnahmen diagnostische Informationen in Echtzeit. In Minden ist der „AI-Rad Companion“ von Siemens Healthineers zur Analyse von Röntgenbildern im Einsatz. In einem Fall wurde so ein lebensbedrohlicher Tumor entdeckt, den die Ärzte ansonsten übersehen hätten.

Auch in Frankreich, den USA und Afrika nutzen verschiedene Kliniken KI-basierte Algorithmen zur Krebsdiagnose und -behandlung. Alle Bestrebungen zeigen momentan allerdings vor allem eins: Künstliche Intelligenz soll medizinisches Fachpersonal weltweit unterstützen. Das Ziel ist es aber nicht, menschliche Ärzte zu ersetzen.

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Beatrice ist Multi-Media-Profi. Ihr Studium der Kommunikations - und Medienwissenschaften führte sie über Umwege zum Regionalsender Leipzig Fernsehen, wo sie als CvD, Moderatorin und VJ ihre TV-Karriere begann. Mittlerweile hat sie allerdings ihre Sachen gepackt und reist von Land zu Land. Von unterwegs schreibt sie als Autorin für BASIC thinking.