Solarthermie Solarthermieanlage Spiegel Kunststoff

Solarthermieanlage mit Kunststoffspiegeln: Wärmeenergie für die Industrie

Felix Baumann
University of South Australia, Montage: BASIC thinking

Australische Forscher haben eine neuartige Solarthermieanlage entwickelt, die Kunststoffspiegel statt Spiegel aus Glas nutzt. Sie soll Wärmeenergie für die Industrie erzeugen – und zwar deutlich kostengünstiger als klassische Anlagen. 

Forscher der University of South Australia (UniSA) haben gemeinsam mit Impacts Renewable Energy und der Charles Sturt University eine neuartige Solarthermieanlage für industrielle Anwendungen entwickelt. Der Unterschied zu bisherigen Systemen ist, dass die Anlage Kunststoffspiegel statt Glas nutzt, um das Sonnenlicht auf ein Ziel zu fokussieren. Dort entstehen im Resultat Temperaturen zwischen 100 und 400 Grad Celsius, was ideal für viele Prozesse in Industrie und Landwirtschaft ist.

Die Technik basiert auf dem Prinzip der konzentrierten Solarthermie (CST). Das System bündelt dabei das Sonnenlicht, um effizient thermische Energie zu erzeugen. Die Kunststoffspiegel sind mit einer wetterfesten Aluminium-Silizium-Beschichtung versehen, die von UniSA speziell für diesen Zweck entwickelt wurde. Im Vergleich zu Glas sind sie leichter, günstiger und einfacher zu transportieren. Das ermöglicht modulare Systeme, die als Flachpaket geliefert und vor Ort montiert werden können.

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Solarthermieanlage mit Kunststoffspiegeln: Strom mittels Dampfturbinen

Die Projektpartner wollen nun herausfinden, wie die Anlage im Langzeittest in der Praxis abschneidet. Zum Start laufen zwei Module der neuen Solarthermieanlage mit je 16 Spiegeln auf dem Gelände „Vineyard of the Future“ der Charles Sturt University. Dort testet das Team reale Anwendungen, etwa die Trocknung von Agrarprodukten, Wasseraufbereitung, Sterilisation oder Solar-Entsalzung.

Auch die Erzeugung von Strom mittels Dampfturbinen ist möglich. Das Ziel ist eine Einsparung von bis zu 40 Prozent der bisherigen Kosten für Prozesswärme. Die Pilotanlage wird über das australische Förderprogramm AEA Ignite finanziert. Im nächsten Schritt soll unter dem Nachfolgeprogramm AEA Innovate ein größerer Prototyp für den kommerziellen Einsatz entstehen. Laut UniSA zeigen bereits jetzt mehrere Unternehmen aus Industrie und Landwirtschaft konkretes Interesse.

Eine CO₂-freie Wärmequelle für die Zukunft?

Die Wärmeerzeugung in der Industrie ist weiterhin für rund 20 Prozent der globalen Emissionen verantwortlich. Die Solarthermieanlage könnte diesen Bereich nachhaltig transformieren: emissionsfrei, kosteneffizient, modular. Vor allem in sonnenreichen Regionen wie Australien scheint das Potenzial enorm.

Sollte das Projekt erfolgreich verlaufen, könnten bald kostengünstigere und leichter zu transportierende Systeme entstehen und an den sonnigsten Orten weltweit ein Treiber für nachhaltige Energie werden.

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Felix Baumann ist seit März 2022 Redakteur bei BASIC thinking. Bereits vorher schrieb er 4 Jahre für den Online-Blog Mobilegeeks, der 2022 in BASIC thinking aufging. Nebenher arbeitet Felix in einem IT-Unternehmen und beschäftigt sich daher nicht nur beim Schreiben mit zukunftsfähigen Technologien.