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KI-Wettstreit: Geht die Apple-Ära zu Ende?

Fabian Peters
Bild: Mit ChatGPT generiert (KI).

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Seit ChatGPT haben fast alle großen Tech-Konzerne eigene KI-Modelle aus dem Boden gestampft. Doch ausgerechnet Apple, das größte Technologie-Unternehmen der Welt, hinkt hinterher. Mit Milliarden-Investitionen, Unternehmensübernahmen und neuer Software will CEO Tim Cook nun das Ruder rumreißen. Zu spät?

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Hintergrund

  • Mit Apple Intelligence hat Apple zwar eine eigene KI für sein Hardware-Ökosystem entwickelt und mittlerweile einige praktische Funktionen implementiert. Allerdings hinkt die Apple-KI den Modellen der Konkurrenz deutlich hinterher.
  • Der Sprachassistent Siri schreit förmlich danach, ein umfangreiches KI-Update zu erhalten – das hat auch Apple erkannt. Das Problem: Das Unternehmen hat mit viel Rummel und Tamtam eine runderneuerte Siri-KI angekündigt und konnte die dann nicht liefern. Nach zahlreichen Verzögerungen soll der neue Sprachassistent nun sogar erst 2026 kommen.
  • Apple hat zuletzt zahlreiche renommierte Mitarbeiter an die Konkurrenz verloren. Meta-Chef Mark Zuckerberg soll etwa die KI-Experten Bowen Zhang und Ruoming Pang, die an Apple Intelligence gearbeitet haben, mit Geld nur so zugeschüttet haben. OpenAI hat sich zuvor die Dienste des legendären iPhone-Designers Jony Ive gesichert.

Unsere Einordnung

Apple hat sich nicht nur mit hochwertigen und leistungsstarken Smartphones, Tablets und Laptops einen Namen gemacht, sondern auch in puncto Datenschutz. Das Unternehmen wirbt etwa gezielt mit hohen Sicherheitsstandards.

Problem: KI steht oftmals im Konflikt zum Datenschutz. Apple agiert deshalb bislang äußerst zögerlich. Auch weil es ein großes Interesse des Unternehmens ist, Nutzer im eigenen Ökosystem zu halten.

Eine Siri-KI, die sämtliche Aufgaben erledigt, ohne eine App jemals zu öffnen, steht im krassen Gegensatz dazu. Nun will Tim Cook aber ausgerechnet im Softwarebereich das Ruder rumreißen – in Form von „signifikanten“ Investitionen in neue Mitarbeiter.

Auch für mögliche Übernahmen von KI-Firmen zeigt sich Cook „sehr offen“. Sogar über einen direkten ChatGPT-Konkurrenten wird spekuliert. Zuletzt stand zudem eine Übernahme der KI-Suchmaschine Perplexity AI im Raum – weil man die Entwicklung einer eigenen KI schlichtweg verpennt hat. Offenbar denkt man aber auch darüber nach, dies nachzuholen.

Stimmen

  • Apple-Chef Tim Cook soll seine Belegschaft nach Bekanntgabe der aktuellen Quartalszahlen auf eine KI-Aufholjagd eingeschworen haben: „Wir steigern unsere Investitionen erheblich und versetzen eine ganze Reihe von Mitarbeitern, damit sie sich auf KI-Funktionen konzentrieren können.“ Dass KI-Geräte das Apple-Universum gefährden könnten, glaubt Cook nicht: „Es ist schwer, sich eine Welt vorzustellen, in der es kein iPhone gibt. Ich denke, dass diese Geräte eher ergänzend sein werden und keine Ersatzprodukte.“
  • Meta-Chef Mark Zuckerberg ist nicht nur anderer Meinung. Er will das iPhone sogar entmachten: „Persönliche Geräte wie Brillen, die sehen, was wir sehen, hören, was wir hören, und den ganzen Tag mit uns interagieren, werden unsere wichtigsten Computergeräte sein.”
  • Auch Sam Altman schlägt in eine ähnliche Kerbe. Laut dem OpenAI-Chef benötigt KI eine neue Art der Interaktion. In einem Werbevideo zur Übernahme der Firma von Ex-Apple-Designer Jony Ive sagte er: „Diese Technologie verdient etwas viel Besseres“, als lediglich Fragen in einen Laptop zu tippen. Ive habe ihm bereits einen Prototyp präsentiert. „Das coolste Stück Technik, das die Welt je gesehen hat“, so Altman ohne Details zu nennen.

Ausblick

Durch die Abwerbung renommierter KI-Experten ist Apple weiter ins Hintertreffen geraten. Die entstandenen Lücken will man mit neuem Personal stopfen. Das nötige Kleingeld dafür ist vorhanden.

Das Gelingen der KI-Offensive von Tim Cook wird jedoch maßgeblich davon abhängen, ob es Apple gelingt, seine bisherigen Strategien und Datenschutzversprechen mit KI in Einklang zu bringen.

Hinzu kommt, dass Apples bisherige Produkt-Strategie des Abwartens vielleicht bei Hardware funktioniert, aber nicht bei Software. Vor allem aufgrund der rasanten Weiterentwicklungen im KI-Bereich ist das Unternehmen aber selbst mit seiner angekündigten Offensive spät dran.

Dass Tim Cook KI-Geräte von Apple ausschließt, könnte sich als fataler Fehler erweisen. Auch Analysten zeigen sich nur wenig begeistert. Um nicht weiter abgehängt zu werden, raten viele zu einer Übernahme von Perplexity AI. Ansonsten könnte Apple ein ähnliches Schicksal wie Nokia oder Blackberry ereilen.

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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).