GPT-5 ChatGPT OpenAI KI Künstliche Intelligenz Sam Altman.

Künstlicher Hype: GPT-5 ist kein neuer iPhone-Moment

Fabian Peters
Bild: Jared Charney

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OpenAI hat mit GPT-5 sein neustes KI-Modell veröffentlicht. Es soll schneller, intelligenter und nützlicher sein als jedes vorherige Modell, mehrere Versionen vereinen und: weniger halluzinieren. Der angekündigte „iPhone-Moment“ bleibt jedoch aus.

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Hintergrund: Was ist GPT-5?

  • Kein KI-Modell wurde so oft verschoben und vielleicht auch deshalb so sehnsüchtig erwartet wie GPT-5. Zunächst für Dezember 2024 und für April 2025 angekündigt, verzichtete OpenAI schließlich darauf, einen konkreten Termin zu nennen. Grund für die Verzögerungen: technische Probleme und hohe Kosten.
  • GPT-5 hat viele neue Funktionen erhalten. Es ist nun zum Beispiel möglich, externe Datenquellen mit ChatGPT zu verbinden und direkt auf Gmail, den Google Kalender oder Kontakte zuzugreifen. Außerdem soll man ohne Programmierkenntnisse Websites, Apps und Spiele erstellen können. GPT-5 erhält mehrere Persönlichkeiten und kann als Zyniker, Roboter, Zuhörer oder Nerd antworten.
  • Bislang konnte man bei ChatGPT zwischen verschiedenen Modellen wählen. Die Unterschiede wurden aber nur spärlich erklärt. Bei einigen Nutzern dürfte das für Ratlosigkeit gesorgt haben. GPT-5 soll deshalb selbst entscheiden, für welche Aufgabe es welches Modell nutzt. Damit nähert sich OpenAI sich zumindest Steve Jobs Motto „It just works“ an.

Einordnung: Künstlicher Hype um GPT-5

GPT-5 ist leistungsstärker und schneller als seine Vorgänger-Modelle. Es erzählt weniger Unsinn und überzeugt vor allem beim Programmieren. Die von OpenAI-Chef Sam Altman in Aussicht gestellte KI-Revolution bleibt vermutlich aber aus.

Denn dafür hat er GPT-5 zu vollmundig angekündigt. In dem Podcast „This Past Weekend“ verglich er das KI-Modell etwa mit dem Manhattan Project, also mit dem Bau der ersten Atombombe in den USA. Altman sagte zudem, dass er Angst bekommen habe, als er GPT-5 zum ersten Mal getestet hat: „Was haben wir da geschaffen?“.

Mit seinen Äußerungen hat Sam Altman einen künstlichen Hype erzeugt und durch geschicktes bis fast schon plumpes Marketing zahlreiche positive und unkritische Medienberichte einheimsen können.

Allerdings könnten seine Aussagen auch für Enttäuschung sorgen. Denn er sprach auch von einem „iPhone-Moment“, der den Alltag vieler Menschen von Grund auf verändern würde. Doch GPT-5 erscheint weniger bahnbrechend. Bei der Präsentation eines neuen iPhones würde man wohl sagen: Prozessor schneller und Kamera besser, aber es ist noch ein Smartphone.

Stimmen

  • OpenAI-Chef Sam Altman gab auf X (ehemals Twitter) den barmherzigen Samariter: „GPT-5 ist das intelligenteste Modell, das wir je entwickelt haben, aber unser Hauptanliegen war die praktische Anwendbarkeit und die breite Zugänglichkeit. Wir könnten viel intelligentere Modelle auf den Markt bringen aber von diesem Modell werden mehr als eine Milliarde Menschen profitieren.“
  • Tesla-Chef, OpenAI-Mitgründer und mittlerweile Altman-Erzfeind Elon Musk fand die Präsentation von GPT-5 erwartungsgemäß „enttäuschend“. Ganz unrecht hat er nach den vollmundigen Ankündigungen von Sam Altman damit nicht.
  • Die Einschätzung des KI-Experten und Neurowissenschaftlers Gary Marcus: „Gute Fortschritte in vielen Bereichen. Aber z.B. schlägt Grok 4 es bei den ARC-AGI-2-Ergebnissen. OpenAI hat es bequemerweise vergessen, diesen Vergleich aufzunehmen. Fans werden dennoch Grund zur Freude finden, aber GPT-5 ist nicht der große Sprung, den viele erwartet hatten. Viele Fragen zur Leistung in der Praxis sind offen. GPT-5 ist offensichtlich keine AGI.“

Ausblick: GPT-5 mehr Produkt denn je

Für eine finale Bewertung von GPT-5 ist es noch zu früh, da neben Langzeittests auch noch viele Fragen zur tatsächlichen Leistung ausstehen. Denn die wahren Stärken und Schwächen dürften sich erst nach und nach zeigen.

Eine erste Zwischenbilanz ist aber möglich, zumal bereits mehrere Forscher vorab Zugriff auf das KI-Modell erhalten haben. Der allgemeine Tenor: GPT-5 fühlt sich nicht spektakulär an, funktioniert aber einfacher, besser, schneller und zuverlässiger.

Durch die neuen Funktionen und die Möglichkeit der Integration in andere Tools kommt das Modell mehr wie eine Art Betriebssystem für die Arbeit, als ein klassischer Chatbot daher. Das zeigt: ChatGPT wird immer mehr zum Produkt, mit dem OpenAI vor allem Unternehmenskunden ansprechen will.

Der Wow-Effekt blieb jedoch aus – zumindest mit Blick auf die Werbeshow Altmans. Vielmehr zeigt sich, dass die Entwicklungsschritte kleiner werden. Letztlich könnte GPT-5 aber dennoch eine neue Ära einleiten – nur anders als von Altman versprochen. Nämlich durch die Erkenntnis, dass Sprachmodelle nicht zu einer AGI führen können.

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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).