Pumpspeicherkraftwerk, Energie, Energiewende, Wasser, Strom

Mega-Energiespeicher: Vattenfall plant neues Pumpspeicherkraftwerk

Beatrice Bode
Vattenfall/Jan Oelker

Stromspeicher für erneuerbare Energie sind ein zentraler Bestandteil der Energiewende. In Thüringen könnte bald ein neues Pumpspeicherkraftwerk entstehen. Es soll eins der größten Deutschlands werden. 

Im thüringischen Saalfeld könnte in den kommenden Jahren eines der größten Energiespeicherprojekte Deutschlands entstehen. Nach einer Machbarkeitsstudie hat der Energiekonzern Vattenfall grünes Licht für die nächste Planungsphase eines neuen Pumpspeicherkraftwerks erhalten.

Das Projekt trägt den Namen „PULS“ und wurde von der EU als sogenanntes Project of Common Interest (PCI) eingestuft. „Auf die PCI-Liste schaffen es nur Projekte, die auf die Verwirklichung der energie- und klimapolitischen Vorgaben der EU einzahlen“, erklärte Vattenfall in einer entsprechenden Pressemitteilung.

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Größtes Pumpspeicherkraftwerk Deutschland

Pumpspeicherkraftwerke gelten als besonders zuverlässige Form der Energiespeicherung. Bei günstigen Strompreisen wird Wasser in höher gelegene Becken gepumpt. Steigt der Bedarf im Netz, fließt es zurück, treibt Turbinen an und speist so Strom ein.

Vattenfall plant das neue Pumpspeicherkraftwerk aktuell mit einer installierten elektrischen Leistung von bis zu 500 Megawatt und einer Arbeitswassermenge von über vier Millionen Kubikmeter in den Becken.

Nach Angaben des Energiekonzerns verfüge der Projektstandort in Thüringen mit seiner Topografie über verschiedene Parameter, die den Betrieb eines Kraftwerks begünstigen. So betrage die Fallhöhe zwischen Ober- und Unterbecken beispielsweise über 260 Meter.

Investitionsentscheidung könnte noch Jahre dauern

„Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie machen uns Mut, das Projekt weiter voranzutreiben“, erklärte Benjamin Tupaika, Leiter der Wasserkraft-Sparte bei Vattenfall, gegenüber der dpa. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass bis zu einer endgültigen Investitionsentscheidung noch Jahre vergehen dürften.

Ein entscheidender Faktor seien die regulatorischen Rahmenbedingungen: Pumpspeicherkraftwerke gelten zwar als Rückgrat einer stabilen Stromversorgung, ihre Wirtschaftlichkeit hinge allerdings maßgeblich von der Ausgestaltung der Netznutzungsentgelte ab.

Vattenfall rechnet im ersten Halbjahr 2026 mit einem entsprechenden Reformvorschlag der Bundesnetzagentur. Er könnte bestimmen, ob und unter welchen Konditionen sich der Neubau des Pumpspeicherkraftwerks realisieren lässt. Ohne langfristige Planbarkeit seien Investitionen in Milliardenhöhe nicht möglich, so Tupaika.

Trotz Vorteile auch Kritik an Pumpspeicherkraftwerk

Pumpspeicherkraftwerke können als eine von wenigen Technologien große Energiemengen über längere Zeiträume speichern. Im Gegensatz zu Batteriespeichern eignen sie sich deshalb für den Ausgleich von Schwankungen über Stunden und sogar Tage hinweg. Das bietet Vorteile, sollten Windräder oder Solaranlage nicht genügend Strom liefern.

Für Thüringen hätte ein derartiges Riesen-Projekt weitreichende Folgen. Das Pumpspeicherkraftwerk könnte das Image der Region als Energiestandort weiter ausbauen. Bisher gibt es bereits fünf Werke, eines davon wird von Vattenfall in Goldisthal betrieben.

Umweltverbände geben zu bedenken, dass der Bau großer Speicheranlagen in die Landschaft und Natur eingreift. Zudem stellt sich die Frage, wie die lokale Bevölkerung den Bau eines so großen Kraftwerks annehmen wird.

Mit Blick auf die geplante Energiewende besteht weiterhin die Herausforderung, stabile Speicherlösungen zu schaffen. Ein Mix aus unterschiedlichen Speichertechnologien könnte auch in Zukunft die Versorgungssicherheit gewährleisten.

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Beatrice ist Multi-Media-Profi. Ihr Studium der Kommunikations - und Medienwissenschaften führte sie über Umwege zum Regionalsender Leipzig Fernsehen, wo sie als CvD, Moderatorin und VJ ihre TV-Karriere begann. Mittlerweile hat sie allerdings ihre Sachen gepackt und reist von Land zu Land. Von unterwegs schreibt sie als Autorin für BASIC thinking.