Perowskit-Kamera

Erste Perowskit-Kamera kann in menschlichen Körper blicken

Felix Baumann
Mercouri Kanatzidis / Northwestern University

Winzige Kristalle könnten die Medizintechnik revolutionieren. Denn Forscher haben mit ihrer Hilfe erstmals eine Perowskit-Kamera entwickelt, die durch den menschlichen Körper hindurchsehen kann. 

Was, wenn Ärzte in der Lage wären, Krankheiten im menschlichen Körper mit bisher unerreichter Präzision zu erkennen? Und das, ohne, dass Patienten stundenlang in einem Scanner liegen müssen. Was zunächst nach einem Traum klingt, könnte bald Realität werden.

Denn ein internationales Forscherteam hat die weltweit erste Perowskit-Kamera entwickelt. Sie soll in der Lage sein, in das Innere des menschlichen Körpers zu blicken. Die Entwicklung verspricht nicht nur schnellere und sicherere Scans, sondern auch den Zugang zu einer Technologie, die bisher nur den reichsten Krankenhäusern vorbehalten war.

UPDATE Newsletter BASIC thinking

Du willst nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 Vordenker bekommen jeden Tag die wichtigsten News direkt in die Inbox und sichern sich ihren Vorsprung.

Nur für kurze Zeit: Anmelden und mit etwas Glück Apple AirPods gewinnen!

Mit deiner Anmeldung bestätigst du unsere Datenschutzerklärung. Beim Gewinnspiel gelten die AGB.

Ärzte nutzen bereits nuklearmedizinische Verfahren wie SPECT-Scans, um die Blutversorgung des Herzens zu beobachten oder Krankheiten tief im Körper aufzuspüren. Diese Systeme sind jedoch auf Detektoren angewiesen, die meist Nachteile mit sich bringen.

Entweder sind sie kostspielig und empfindlich oder billiger, aber klobig und weniger präzise. Um diese Herausforderungen zu meistern, wandten sich die Forscher den Perowskit-Kristallen zu, einem Material, das primär für seine vielversprechende Rolle in der Solarenergie bekannt ist.

Eine Kamera wie im Smartphone, nur für Gamma-Strahlen

Die von Wissenschaftlern der Northwestern University und der Soochow University entwickelte Kamera ist der erste Detektor auf Perowskit-Basis, der in der Lage ist, einzelne Gammastrahlen mit außergewöhnlicher Präzision zu erfassen. Das System fängt Gammastrahlen ein, die ein kurzlebiger, unschädlicher Tracer im Körper eines Patienten aussendet.

Jeder Gammastrahl wirkt wie ein Pixel. Wenn Millionen dieser Pixel erfasst werden, fügt ein Computer sie zu einem klaren, dreidimensionalen Bild zusammen. Genau wie die Pixel in einer modernen Smartphone-Kamera liefert auch der neue, auf Perowskit basierende Detektor eine bisher nicht dagewesene Klarheit.

Im Labor konnte die Kamera eine Energieauflösung von ein bis 2,5 Prozent erreichen. Das sind Werte, die bisher unerreichbar schienen. Außerdem ist das System extrem empfindlich und kann selbst schwächste Signale eines Technetium-99m-Radiotracers erkennen, der häufig bei klinischen Untersuchungen zum Einsatz kommt.

Es erzeugte klare Bilder, die selbst winzige radioaktive Quellen trennen konnten, die nur wenige Millimeter voneinander entfernt waren. Der Detektor arbeitet zudem äußerst stabil und kann fast das gesamte Signal ohne Verlust oder Verzerrung erfassen.

Das Ziel: Bessere Scans für mehr Menschen

Ein wichtiger Vorteil der neuen Technologie ist, dass die Perowskit-Kristalle leichter herzustellen und deutlich kostengünstiger sind als die herkömmlichen Alternativen. Das macht die Technologie für eine breitere Masse zugänglich. Ein Arzt könnte mit der neuen Kamera einen Patienten mit einer geringeren Strahlendosis scannen, und das Ergebnis wäre klarer als bei einem herkömmlichen Scanner.

Für Patienten bedeutet dies weniger Strahlung, kürzere Untersuchungszeiten und präzisere Diagnosen. Für Krankenhäuser könnten die Kosten für die Anschaffung und Wartung der Geräte sinken. Das ultimative Ziel der Forscher ist es, die Kernmedizin von einem „Luxusgut“ zu befreien.

Eine Ausgründung der Northwestern University namens Actinia Inc. arbeitet bereits daran, die Technologie aus dem Labor in Krankenhäuser zu bringen. Wie die Forscher betonen, ist die Demonstration der Gammastrahlenbildgebung ein Meilenstein, der zeigt, dass Perowskit-Materialien bereit sind, die Nuklearmedizin nachhaltig zu verändern.

Die Forscher sehen nun Möglichkeiten, die Detektoren weiter zu verfeinern, die Produktion hochzufahren und neue Wege in der medizinischen Bildgebung zu gehen. Die Hoffnung ist, dass dank der neuen Technologie „bessere Scans, bessere Diagnosen und eine bessere Versorgung für Patienten auf der ganzen Welt“ möglich sind.

Google lässt dich jetzt selbst bestimmen, welche Quellen du in der Suche häufiger siehst. Mit zwei schnellen Klicks kannst du BASIC thinking kostenlos als bevorzugte Quelle hinzufügen und damit unabhängigen Tech-Journalismus unterstützen. Vielen Dank!

Auch interessant:

Du möchtest nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 smarte Leser bekommen jeden Tag UPDATE, unser Tech-Briefing mit den wichtigsten News des Tages – und sichern sich damit ihren Vorsprung. Hier kannst du dich kostenlos anmelden.

STELLENANZEIGEN
Auszubildende zum/zur Fachinformatiker*in für...
Omnicom Media Group Germany GmbH in Düsseldorf
Digital Marketing Manager (m/w/d)
werwie GmbH in Konz
Head of Social Commerce & Media (gn)
Peter Kölln GmbH & Co. KGaA in Elmshorn
Content Creator (m/w/d) Teilzeit (20 Stunden/...
SICAT GmbH & Co. KG in Bonn
Advocacy & Community Manager:in (m/w/d) D...
Pernod Ricard Deutschland GmbH in Köln
Mitarbeiter Unternehmenskommunikation (m/w/d)...
eins energie in sachsen GmbH & Co. KG in Chemnitz
Pflichtpraktikant:in (m/w/d) Social Media &am...
Stage Entertainment GmbH in Hamburg
Social Media Manager (m/w/d)
IHK - Industrie- und Handelskammer zu Köln in Köln
Teile diesen Artikel
Felix Baumann ist seit März 2022 Redakteur bei BASIC thinking. Bereits vorher schrieb er 4 Jahre für den Online-Blog Mobilegeeks, der 2022 in BASIC thinking aufging. Nebenher arbeitet Felix in einem IT-Unternehmen und beschäftigt sich daher nicht nur beim Schreiben mit zukunftsfähigen Technologien.