GPT-5.1 Update ChatGPT Persönlichkeiten

Identitätsstörung? GPT-5.1 haucht ChatGPT multiple Persönlichkeiten ein

Fabian Peters
Bild: OpenAI

OpenAI hat mit GPT-5.1 ein Update für ChatGPT präsentiert. Die neue Version verspricht mehr Intelligenz, ein besseres logisches Denken und einen natürlicheren Sprachstil. Durch neue Chat-Styles sollen Nutzer ChatGPT verschiedene Persönlichkeiten einhauchen können. Eine kommentierende Analyse.

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GPT-5.1: Upgrade für ChatGPT

  • Das neue Update für ChatGPT umfasst zwei Versionen: GPT-5.1 Instant und GPT-5.1 Thinking. Während das Instant-Modell darauf ausgelegt ist, alltägliche Anweisungen schneller und verständlicher zu befolgen, soll GPT-5.1 Thinking vor allem durch logisches Denken bei komplexen Aufgaben überzeugen. Für Nutzer, die sich nicht festlegen wollen, übernimmt GPT-5.1 Auto die Auswahl automatisch.
  • GPT-5.1 Instant wird laut OpenAI das meistgenutzte Modell sein. Es soll wärmer und folgsamer agieren. Laut einer Studie der University of Oxford sind emotionalere Sprachmodelle aber auch fehleranfälliger. Solche Modelle würden zu Schmeicheleien neigen, was einige Nutzer als unangenehm empfinden. Die Forscher warnen davor, dass dadurch wichtige Fähigkeiten beeinträchtigt werden könnten.
  • Mit GPT-5.1 soll ChatGPT auch neue Sprachstile erhalten. Heißt konkret: Zu den Stilen Standard, Freundlich, Effizient, Professionell, Aufrichtig und Skurril gesellen sich etwa nerdig, zynisch und freimütig. Nutzer sollen den Sprachstil künftig über die Einstellung selbst abstimmen können. GPT-5.1 ist zunächst für zahlende Nutzer verfügbar, bevor es allen freigeschaltet wird.

GPT-5.1 simuliert Authentizität

Mit GPT-5.1 reagiert OpenAI auf den Unmut vieler Nutzer, dass GPT-5 einen deutlich kühleren Ton anschlug als die Vorgänger-Version GPT-4o. Dass es Menschen gibt, die eine enge Beziehung mit dem Chatbot eingehen, sei dem Unternehmen aber bewusst.

In einigen Fällen sollen bestärkende Antworten von ChatGPT sogar dazu geführt haben, dass sich Nutzer das Leben genommen haben. Mit GPT-5.1 wagt OpenAI einen Spagat zwischen technischer Präzision und menschlicher Nähe.

Auf Reddit kritisieren bereits zahlreiche Nutzer, dass sich der versprochene Intelligenz-Schub mehr wie ein freundlicher Filter anfühlt. Der allgemeine Tenor: GPT-5.1 sei ein System, das lieber gefallen will, als sich zu irren – und sich trotzdem irrt.

Die neuen Persönlichkeitsstile sollen Vielfalt schaffen, offenbaren aber, wie tief der Chatbot inzwischen ins Emotionale vordringt. Die Tonalität ist jedoch keine echte Emotion, sondern eine simulierte Authentizität in Form von digitaler Empathie, die warm klingt, aber kalt berechnet.

Stimmen

  • OpenAI-Chef Sam Altman in einem Beitrag auf X (ehemals Twitter): „GPT-5.1 ist da! Es ist ein schönes Upgrade. Besonders gefallen mir die Verbesserungen bei der Befolgung von Anweisungen und dem adaptiven Denken. Die Verbesserungen in Bezug auf Intelligenz und Stil sind ebenfalls gut.“
  • Fidji Simo, CEO of Applications bei OpenAI, in einem Blogpost zu den Persönlichkeiten von ChatGPT: „Anstatt zu versuchen, eine perfekte Erfahrung zu schaffen, die für alle passt (was unmöglich wäre), möchten wir, dass ChatGPT sich wie Ihre eigene Erfahrung anfühlt und mit Ihnen auf die Weise zusammenarbeitet, die Ihnen am besten entspricht.“
  • Auf Reddit zeigen sich viele, die GPT-5.1 bereits ausprobiert haben maßlos enttäuscht. Ein Nutzer schreibt: „GPT 5.1 scheint ein kompletter Reinfall zu sein. … Multimodalität? Handlungsfähigkeit? Bessere Mehrsprachenunterstützung? Programmierung? – Nein … Ach ja, und es wählt einfachere Wörter, damit unsere dummen menschlichen Gehirne nicht überlastet werden …“

ChatGPT erhält multiple Persönlichkeiten

Wie GPT-5.1 wirklich performt, werden erst die kommenden Wochen über eine breitere Nutzerbasis zeigen. Einerseits birgt das Update die Chance, ChatGPT über die neuen Persönlichkeitsstile und emotionalere Antworten zu einem KI-Assistenten machen, der mehr als nur Text liefert, sondern wie ein echter Gesprächspartner agiert.

Andererseits könnte ein warmherziges Modell überkandiert wirken, Fehler kaschieren, Nutzer nerven oder im schlimmsten Fall zu emotionalen Abhängigkeiten führen. OpenAI haucht ChatGPT zwar mehr Charakter ein und versucht Nutzerbedürfnisse zu befriedigen, liefert aber wenig Klarheit.

Denn: Das Unternehmen liefert keine Benchmark-Daten oder genaue Leistungszahlen. GPT-5.1 ist aber eher kosmetischer Feinschliff als ein gänzlich neues Modell. ChatGPT-5 könnte damit jedoch zu einem Modell werden, das alles ein bisschen kann, aber nichts richtig gut.

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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).