Google Gemini 3 Anti-ChatGPT

Gemini 3: Google macht auf Anti-ChatGPT

Fabian Peters
Bild: Google

Google hat mit Gemini 3 eine neue Version seines KI-Modells präsentiert. Das Unternehmen bewirbt die Variante zwar gewohnt vollmundig. Im Gegensatz zu vorherigen Ankündigungen ist diesmal aber ein nennenswerter Fortschritt erkennbar – auch aufgrund einer klaren Abgrenzung zu ChatGPT. Eine kommentierende Analyse.

BREAK THE NEWS BASIC thinking

Unser exklusives Format »Break the News«, in dem wir aktuelle Nachrichten in ihre Einzelteile zerlegen, erscheint immer zuerst in UPDATE, unserem täglichen Tech-Briefing. Hier kannst du dich über 12.000 anderen Lesern anschließen und dich kostenlos anmelden:

Mit deiner Anmeldung bestätigst du unsere Datenschutzerklärung

Was ist Google Gemini 3?

  • Gemini 3 soll nicht nur grundsätzlich bessere Antworten liefern und im Coding besser sein, sondern vor allem multimodal überzeugen. Google will etwa bei der Verarbeitung von Bildern, Texten, Dokumenten und Videos große Fortschritte gemacht haben. Gemini 3 soll diese zudem gleichzeitig verarbeiten können und Zusammenhänge über mehrere Ebenen erkennen.
  • Google hat mit Antigravity parallel eine Agenten-Plattform veröffentlicht, die auf Gemini 3 basiert. Das Angebot richtet sich vor allem an Programmierer, um KI-Agenten zu erstellen und zu steuern. Google hat seine Assistenten damit auf eine eigene Oberfläche verschoben. Sie sollen komplexe Softwareaufgaben planen, ausführen und gleichzeitig ihren eigenen Code validieren.
  • Gemini 3 Pro ist ab sofort in der App (für Android) und im Web verfügbar und über das Menü unter dem Namen „Thinking“ oder „Fast“ auswählbar. Das Modell ist zudem Teil des KI-Modus in der Google-Suche. Gemini 3 steht allen Nutzern zur Verfügung, also auch ohne Abonnement. Zahlende Kunden sollen von höheren Nutzungslimits und zusätzlichen Funktionen profitieren.

Google macht mit Gemini auf Anti-ChatGPT

Google grenzt sich mit Gemini 3 gezielt von ChatGPT ab. Während OpenAI sich in immer mehr Funktionen und unterschiedliche KI-Persönlichkeiten zu verlieren scheint, geht Google diesen Weg bewusst nicht mit.

Im Gegenteil: Gemini 3 soll weniger wie ein Chatbot wirken, sondern durch Leistung überzeugen, anstatt durch Plaudereien. Das birgt einerseits die Gefahr, dauerhaft Nutzer an OpenAI zu verlieren.

Denn als das Unternehmen ChatGPT zwischenzeitlich weniger emotional antworten ließ, hagelte es Kritik. Mit GPT 5.1 folgte deshalb die Kehrtwende. Andererseits hat Google mit Gemini bislang ohnehin kaum auf einen Unterhaltungsfaktor im Chat gesetzt.

Das könnte sich auszahlen. Denn Studien zufolge sind emotionalere Sprachmodelle fehleranfälliger. Statt Persönlichkeit haucht Google Gemini deshalb mehr Eigenständigkeit ein – nicht nur in Form der Agenten-Plattform, sondern auch bei der Informationsverarbeitung des Chatbots.

Stimmen

  • Laut Demis Hassabis, CEO von Google DeepMind, ist Gemini 3 ein großer „Schritt“ auf dem Weg zur AGI (Artificial General Intelligence). Es ist das weltweit beste Modell für multimodales Verständnis und unser bisher leistungsstärkstes Agentic- und Vibe-Coding-Modell. Es bietet bessere Visualisierungen und eine größere Interaktivität – auf der Grundlage modernster Schlussfolgerungen.
  • Google scheint mit Gemini 3 ein großer Sprung gelungen zu sein. Lob gab es selbst vom schärfsten Konkurrenten. OpenAI-Chef Sam Altman in einem Beitrag auf X (ehemals Twitter): „Herzlichen Glückwunsch an Google zu Gemini 3! Sieht nach einem großartigen Modell aus.“
  • Autor, Professor und KI-Experte Ethan Mollick in einem Blogbeitrag: „Gemini 3 ist nicht perfekt und benötigt nach wie vor einen Manager, der es anleitet und kontrolliert. Aber es deutet darauf hin, dass sich die Rolle des Menschen im Kreislauf von einem Menschen, der KI-Fehler behebt, zu einem Menschen, der die Arbeit der KI leitet, entwickelt. Und das ist vielleicht die größte Veränderung seit der Veröffentlichung von ChatGPT.“

Ausblick

Google wird in den kommenden Wochen und Monaten weitere Neuankündigungen rund um Gemini 3 folgen lassen. Zur aktuellen Pro-Version werden sich vermutlich kleinere und auf bestimmte Anwendungen angepasste Versionen gesellen.

Ob Google mit Gemini 3 an OpenAI und ChatGPT vorbeiziehen kann, werden vor allem die Nutzererfahrungen im Alltag zeigen. Die Abgrenzung in Form einer „weniger Chatbot“-Strategie birgt sowohl Chancen als auch Risiken, könnte aber vor allem dann aufgehen, sofern Gemini 3 mit Leistung überzeugt.

Der Vorteil: Von eigenen KI-Chips, seiner Cloud-Infrastruktur bis hin zu Vertriebskanälen wie Android, Chrome und seiner Suche kontrolliert Google eine in sich geschlossene Wertschöpfungskette.

Neben einer höheren Nutzerbindung eröffnet die Integration von Gemini 3 in die Google-Produktpalette zudem mehr Raum für Werbung und damit auch Umsatz.

BREAK THE NEWS BASIC thinking

Unser exklusives Format »Break the News«, in dem wir aktuelle Nachrichten in ihre Einzelteile zerlegen, erscheint immer zuerst in UPDATE, unserem täglichen Tech-Briefing. Hier kannst du dich über 12.000 anderen Lesern anschließen und dich kostenlos anmelden:

Mit deiner Anmeldung bestätigst du unsere Datenschutzerklärung

Auch interessant:

STELLENANZEIGEN
Openstack Engineer (m/f/d)
CompuGroup Medical SE & Co. KGaA in Koblenz
Werkstudent/in Online Marketing (m/w/d)
retrofit GmbH in Nufringen
Digital Marketing Manager*in (w/m/d)
TÜV Rheinland Group in Köln
Kaufmännischer Sachbearbeiter (m/w/d) für die...
L. Böwing GmbH_2026-03-30-14:17:0... in Hochheim am ...
Werkstudent (m/w/d) Organisationsentwicklung ...
Diehl Aviation in Laupheim (Raum Ulm)
Praktikant*in Digital Platforms Team Marketin...
Mercedes-Benz AG in Stuttgart
Werkstudent Online-Marketing / Social Media (...
HAUPTSTADT RAEUME c/o Esplanaden Immobilie... in Berlin
Duales Studium zum Bachelor of Science (DH), ...
DZ BANK AG in Frankfurt am Main
Teile diesen Artikel
Chefredakteur
Folgen:
Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).