Über dieses Konto X Twitter Herkunfsangabe

Herkunftsangaben auf X entlarvt Trump-Accounts aus Afrika

Fabian Peters
Bild: X / Nikita Bier

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Eine neue Funktion auf X (ehemals Twitter) erlaubt es Nutzern, sehen zu können, in welchem Land oder welcher Region andere Konten registriert sind, beziehungsweise von wo aus sie überwiegend betrieben werden. Ziel des Unternehmens ist mehr Transparenz. Zum Start herrschte aber absolutes Chaos. Eine kommentierende Analyse.

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„Über dieses Konto“: Neue Herkunftsangabe auf X

  • Die Funktion „Über dieses Konto“ ist seit dem 21. November 2025 verfügbar. Sie erlaubt es Nutzern, zu sehen, woher andere Konten stammen. Die Angabe stellt keinen exakten Standort dar, sondern das Land oder die Region, aus der ein Konto überwiegend betrieben wird. Die Informationen sind über das Anmeldedatum im Profil einsehbar.
  • X hat bislang keine genauen technischen Kriterien für seine Herkunftsangaben offengelegt. Laut Help Center werden unter anderem IP-Adressen herangezogen. Im Bereich „Über dieses Konto“ erscheinen zudem Angaben zur Region des App Stores, dem Zeitpunkt der Accounterstellung und der Anzahl der Namensänderungen.
  • Die Herkunftsangabe auf X hat für Aufregung gesorgt. Sowohl große Accounts von Trump-Fans als auch russische oder palästinensische Konten kommen demnach aus Asien, Pakistan oder Afrika. Der X-Account des US-Senders Fox News soll aus Deutschland und der von Homeland Security aus Israel stammen. X hat bereits erste Fehler eingeräumt und Korrekturen vorgenommen.

Manipulation, Fehler und Instrumentalisierung

Der Blick auf einige große Regierungs-Accounts deutet darauf hin, dass es bei der Umsetzung der Funktion „Über dieses Konto“ Fehler gegeben hat. Zudem lassen sich die Angaben offenbar über VPN-Dienste, Proxy oder alternative App Stores manipulieren.

Viele große Accounts – vor allem aus dem Trump-Lager – scheinen aber tatsächlich nicht aus den USA zu stammen, obwohl sie sich ausschließlich an Menschen in den Vereinigten Staaten richten. Ziel dürfte es sein, Unmut zu schüren und politische Entscheidungen zu beeinflussen.

In solchen Fällen kann die Funktion dabei helfen, Manipulationen zu erkennen. Die Aussagekraft ist aber begrenzt. Nutzer können sich etwa in einem neuen Land aufhalten, während ihre App Store-Region noch auf ihren vorherigen Wohnort verweist. Einige Nutzer könnten aufgrund von Fehlern zu Unrecht an den Pranger gestellt werden.

Stimmen

  • Nikita Bier, Produktchef bei X, hat die Funktion wie folgt angekündigt: „Dies ist ein wichtiger erster Schritt zur Sicherung der Integrität des globalen Marktplatzes. Wir planen, den Nutzern noch viele weitere Möglichkeiten zur Überprüfung der Authentizität der Inhalte auf X zur Verfügung zu stellen.“
  • US-Journalist Brett Meiselas in einem Video: „Denken Sie an die ausländischen Einflussnahmen, die derzeit über diese App stattfinden. Denken Sie an die Gesetzgeber, die sich durch solche Accounts unter Druck gesetzt fühlen. Denken Sie an die Desinformation, die sich durch all diese Accounts verbreitet.“
  • Harry Sisson, Influencer und Mitglied der jungen US-Demokraten, in einem Post: „Dies ist zweifellos einer der großartigsten Tage auf dieser Plattform. Zu sehen, wie all diese MAGA-Konten entlarvt werden, die versuchen, die Vereinigten Staaten zu zerstören, ist eine vollständige Rechtfertigung für Demokraten wie mich und viele andere hier, die davor gewarnt haben.“

Herkunftsangabe auf X – auch zu persönlichen Profilen

Die neue X-Funktion kann vor allem für Aktivisten, Journalisten oder Oppositionelle in autoritären Staaten gefährlich sein, wenn die Plattform ihr Herkunftsland oder ihre ungefähre Region kenntlich macht oder indirekt bestätigt, dass sie einen Proxy oder VPN nutzen.

Die Angaben könnten zudem politisch instrumentalisiert werden, wenn einem Konto fälschlicherweise Informationen zugeordnet werden. Einerseits schafft die Herkunftsanzeige zwar Transparenz, indem sie dabei helfen kann, politische Accounts besser einzuschätzen.

Andererseits scheint sie vor Fehlern nur so zu strotzen und manipulierbar zu sein. Dass X im Gegensatz zu anderen Plattformen auch Herkunftsangaben zu persönlichen Profilen anzeigt, könnte ein großes Datenschutzrisiko für die Privatsphäre darstellen. Die Funktion ist deshalb mit Vorsicht zu genießen.

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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).