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Instagram und Facebook: Meta vertuscht Studie zu psychischen Schäden

Fabian Peters
Bild: Meta

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US-Konzern Meta soll eine eigene Studie bewusst unter Verschluss gehalten haben, da mit der Veröffentlichung ein erheblicher Imageschaden einhergegangen wäre. Den Ergebnissen zufolge würde sich der Verzicht auf Instagram und Facebook positiv auf die Psyche auswirken. Eine kommentierende Analyse. 

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Meta-Studie: Verzicht auf Instagram und Facebook positiv für die Psyche

  • Meta hat unter dem Projektnamen „Mercury“ im Jahr 2020 die Auswirkungen von Instagram und Facebook auf seine Nutzer untersucht. Bereits ein einwöchiger Verzicht hätte demnach positive Auswirkungen auf die Psyche gehabt. Wie aus Gerichtsakten hervorgeht, sollen Nutzer über geringere Gefühle von Depression, Angst, Einsamkeit und weniger sozialen Druck berichtet haben.
  • Die Enthüllungen kamen im Zuge einer Klage mehrerer US-Schulbezirke gegen Meta, Google, TikTok und Snapchat ans Licht. Der Vorwurf: Die Unternehmen sollen bekannte Risiken ihrer Produkte bewusst vertuscht haben. Meta habe aus Sorge um sein Nutzerwachstum die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen absichtlich vernachlässigt.
  • Aus den Gerichtsakten geht hervor, dass Meta Sicherheitsfunktionen bewusst wirkungslos gestaltet haben soll. Maßnahmen gegen Kinderschänder seien blockiert worden. In einem besonders brisanten Fall hat das Unternehmen einen Account offenbar erst nach 17 nachgewiesenen Fällen versuchter sexueller Nötigung gesperrt.

Profitmaximierung über allem

Meta sitzt auf einem Pulverfass. Denn sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, droht dem Unternehmen ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden, da Umsätze unmittelbar mit der Nutzungsdauer von Instagram und Facebook zusammenhängen.

Besonders skrupellos ist, dass Meta Nutzer offenbar lediglich wie Zahlen in einer Excel-Tabelle behandelt. Die wirtschaftlichen Interessen scheinen klar vor dem Wohlbefinden und der Sicherheit der Nutzer zu stehen.

Eine breitere Debatte über die gesundheitlichen Risiken von Instagram und Facebook könnte die Plattformen grundlegend infrage stellen. Denn: Profitmaximierung steht vor allem über dem Wohl junger Nutzer – obwohl Meta genau um die Risiken seiner Produkte weiß, diese aber bewusst ignoriert.

Stimmen

  • Laut Meta-Sprecher Andy Stone sei die Studie aufgrund methodischer Fehler eingestellt worden: „Wir widersprechen diesen Behauptungen, die sich auf selektiv ausgewählte Zitate und falsch informierte Meinungen stützen, entschieden. Aus den vollständigen Unterlagen geht hervor, dass wir seit über einem Jahrzehnt Veränderungen zum Schutz von Jugendlichen vornehmen.“
  • Die dänische Psychologin Lotte Rubaek erhob bereits Anfang 2024 schwere Vorwürfe: „Ich kann nicht länger Teil des Expertengremiums von Meta sein, da ich nicht mehr daran glaube, dass unsere Stimme einen positiven Einfluss auf die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen hat. Oberflächlich betrachtet scheint es, als würde ihnen das Thema am Herzen liegen, aber hinter den Kulissen gibt es eine andere Agenda.“
  • Als Nick Clegg, ehemaliger Leiter der Meta-Abteilung für globale Politik, zusätzliche Mittel zur Stärkung der Kindersicherheitsmaßnahmen beantragte, lehnte Mark Zuckerberg per SMS ab. Er schrieb, dass er dem Antrag keine Priorität einräumen würde, „wenn ich mich auf eine Reihe anderer Bereiche konzentriere, wie zum Beispiel den Aufbau des Metaversums“.

Mögliche Konsequenzen

Am 26. Januar 2026 soll im Zuge der Klage gegen Meta und Co. eine Anhörung vor dem Bezirksgericht von Nordkalifornien stattfinden. Diese könnte einen Richtungswechsel einleiten. Denn Plattformen wie Facebook und Instagram können sich ethischen Fragen dann nicht länger entziehen.

Die folgenden Gerichtsverfahren könnten die Ära des konsequenzlosen Datensammelns beenden, wenn Meta und Co. für die negativen Auswirkungen ihrer Produkte zur Rechenschaft gezogen werden. Einerseits, indem Nutzer und vor allem Werbetreibende fernbleiben.

Andererseits drohen Strafzahlungen und verschärfte Regulierungen. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, könnte sogar das gesamte Geschäftsmodell von Meta kollabieren. Denn: Social Media wird mehr und mehr zur politischen Bühne für Nutzerrechte, während Digital Detox, Mental Health-Apps und alternative Plattformen an Bedeutung gewinnen.

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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).