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Reifenabrieb E-Auto Elektroauto
BREAK/THE NEWSTECH

Warum E-Autos nicht mehr Reifenabrieb verursachen als Verbrenner

Fabian Peters
Aktualisiert: 03. Dezember 2025
von Fabian Peters
Bild: KIT
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Elektroautos gelten als Schlüsseltechnologie für nachhaltige Mobilität. Produktionsprozesse, die Art der Stromquelle und die Förderung von Lithium haben jedoch großen Einfluss auf die Klimabilanz von Stromern. Wie bei Verbrennern stellt auch der Reifenabrieb eine Umweltbelastung dar. Einige behaupten sogar, dass E-Autos regelrechte Reifenfresser sind. Eine kommentierende Analyse.

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Umweltproblem Reifenabrieb

  • Elektroautos verursachen in den ersten beiden Jahren ihres Lebenszyklus rund 30 Prozent mehr CO2 als Verbrenner. Hauptgründe sind aufwendige Herstellungsprozesse und die Förderung von Lithium für Batterien. Laut einer aktuellen Studie kippt die Bilanz nach zwei Jahren: Ab dann sind die Emissionen von E-Autos niedriger als die von Verbrennern. Das Thema Reifenabrieb spielt meist aber keine Rolle.
  • Laut Umweltbundesamt entstehen in Deutschland jedes Jahr rund 100.000 Tonnen Reifenabrieb. Das entspricht etwa einem Drittel des insgesamt anfallenden Mikroplastiks. Ein Großteil davon gelangt in den Boden oder in unsere Gewässer. Neben den negativen Folgen für die Umwelt nehmen auch wir das Mikroplastik in uns auf, beispielsweise wenn wir Fisch oder Bodengemüse essen.
  • Reifenhersteller Michelin zufolge verschleißen Reifen für Elektroautos 20 Prozent schneller als für Verbrenner. Einige Analysen gehen sogar von bis zu 50 Prozent aus. Als Hauptgründe dafür werden meist das hohe Drehmoment von Elektromotoren, das sofort Spitzenleistung erzeugt, sowie das höhere Gewicht aufgrund schwerer Batterien genannt.

Warum E-Autos nicht mehr Reifenabrieb verursachen

E-Autos sind nachhaltiger und weniger klimaschädlich als Verbrenner. In diesem Punkt ist sich die Forschung weitestgehend einig – vor allem, da der Anteil der erneuerbaren Energien im Strommix zunehmend steigt.

In puncto Reifenabrieb ist die Forschung bei Elektroautos aber dünn. Bislang gibt es keine umfassenden und modellübergreifenden Studien, die genügend Parameter berücksichtigen, um ein klares Bild zu zeichnen. Das hohe Drehmoment von Stromern dürfte aber allenfalls eine geringe Rolle spielen.

Denn: Zwischen Motor und Rad sind zahlreiche Antriebskomponenten, sodass es nicht direkt auf die Straße übertragen wird. Zudem ist das Drehmoment bei E-Autos gleichmäßig verfügbar, weshalb es nur selten zu durchdrehenden Rädern kommt. Ausschlaggebend ist letztlich vor allem das Verhalten am Gaspedal.

Das oft höhere Gewicht von E-Autos dürfte auf den Reifenabrieb schon eher Einfluss haben, da Stromer aufgrund ihrer Batterie zwischen 300 bis 500 Kilogramm mehr wiegen als Verbrenner. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Fahrzeuge mit höherem Gewicht auch entsprechend bereift sind, weshalb der Abrieb vor allem am Reifen selbst liegt.

Stimmen

  • Nick Molden, Chef des Prüfungsunternehmens Emissions Analytics, gegenüber dem Guardian: „Reifen verdrängen zunehmend den Auspuff als Hauptquelle für Emissionen. Es gibt Hunderte von Chemikalien, von denen viele krebserregend sind. Wenn man das mit den Gesamtverschleißraten multipliziert, kommt man zu einigen sehr erschreckenden Zahlen hinsichtlich der freigesetzten Mengen.“
  • Die Initiative Plastik in der Umwelt in einem Blogbeitrag: „Jedes Jahr gelangen pro Bundesbürger etwa 1,2 Kilogramm Reifenabrieb, also Partikel, die durch das Reiben von Autoreifen auf dem Straßenbelag entstehen, in die Umwelt. Damit belegt Reifenabrieb Platz eins unter den Emissionen von Mikroplastik.“
  • Martin Gießler vom Institut für Fahrzeugsystemtechnik (FAST) des KIT in einem Statement: „Um den Abrieb reduzieren und die neuen Grenzwerte einhalten zu können, müssen wir genauer erforschen, wie Abrieb entsteht und wie sich beispielsweise das Gewicht des Fahrzeugs oder die Reifenart auf die Menge des Abriebs auswirken.“

Reifen und Fahrer entscheiden über Abrieb

Reifenhersteller und Start-ups tüfteln längst an Hightech-Reifen, Abriebfängern und Filtern, die dafür sorgen sollen, dass so wenig Mikroplastik wie möglich in der Umwelt landet. Forschung ist dabei ein wichtiger Schritt.

Mit der Einführung der Euro-7-Norm werden zudem erstmals Grenzwerte für Partikelemissionen aus Reifenabrieb und entsprechende Prüfmethoden festgelegt. Die Weiterentwicklung von Fahrzeugen, Antrieben und Batterien dürfte ebenfalls positive Auswirkungen haben.

Mikroplastik in Form von Reifenabrieb stellt dennoch ein großes Problem für Mensch und Umwelt dar – sowohl von E-Autos als auch Verbrennern. Letztlich entscheidet aber nicht der Motor, sondern der Fahrer – vor allem mit seinem rechten Fuß.

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vonFabian Peters
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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).
Ein Kommentar Ein Kommentar
  • Kurt sagt:
    30. Nov. 2025 um 04:11 Uhr

    Was für eine Fehleinschätzung Hr.Peters.Unglaublich.Wird hier künstluch E Mobilität gefördert?
    Skandal

    Antworten

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