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fliegende Windturbine China Windkraft Windenergie Erneuerbare Energien
GREENTECH

Fliegende Windturbine in China knackt Megawatt-Marke

Maria Gramsch
Aktualisiert: 15. Januar 2026
von Maria Gramsch
Beijing Sawes Energy Technology
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Chinas Forschung an fliegenden Windturbinen erreicht einen Meilenstein. Denn erstmals konnte das System, das an einen Zeppelin erinnert, die Megawatt-Grenze überschreiten. Damit rückt eine Technologie näher an die Marktreife, die Windenergie in großen Höhen effizienter nutzbar machen soll.

Die Windenergie zählt weltweit zu den tragenden Säulen der Energiewende und liefert bereits heute einen erheblichen Anteil erneuerbarer Energien. Seit dem Anfang der 2000er Jahre steigt die installierte Windenergieleistung weltweit kontinuierlich an.

So lag die kumulierte weltweite Nennleistung von Windenergieanlagen im Jahr 2014 noch bei 370 Gigawatt. Nur zehn Jahre später – im Jahr 2024 – hatte sich die Zahl bereits auf 1.136 Gigawatt erhöht.

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Doch die bisher hauptsächlich genutzten konventionellen Windräder liefern vor allem Energie aus bodennahen Luftströmungen. Diese sind jedoch vergleichsweise anfällig für Windflauten, was die Stromerzeugung zeitweise stark schwanken lässt.

Dahingegen versprechen sogenannte Höhenwinde in mehreren hundert Metern Höhe deutlich konstantere und stärkere Windgeschwindigkeiten. Technologien wie fliegende Windturbinen könnten dieses bislang kaum erschlossene Potenzial nutzbar machen und damit die Effizienz der Windstromerzeugung erheblich steigern.

In China ist es Ingenieuren nun gelungen, mit einem solchen System die Megawatt-Marke zu knacken. Die fliegende Windturbine S1500 des chinesischen Unternehmens Beijing Sawes Energy Technology konnte in 1,5 Kilometern Höhe diesen Meilenstein erreichen.

Das ist Chinas fliegende Windturbine

Die fliegende Windturbine S1500 ähnelt einem Zeppelin und kann die Energie von Höhenwindströmungen nutzen. Wie Interesting Engineering berichtet, hat das System Ende September des vergangenen Jahres alle Tests in der chinesischen Region Xinjiang erfolgreich abgeschlossen.

Dazu gehörte unter anderem die vollständige Montage in der Wüste sowie wiederholte Einsätze bei starkem Wind. Die fliegende Windturbine konnte dabei in einer Höhe von 1,5 Kilometern kontinuierlich Strom erzeugen.

Das System selbst hat eine Länge von etwa 60 Metern und ist 40 Meter breit und hoch. Nach eigenen Angaben des Unternehmens handelt es sich somit um den mit Abstand größten jemals gebauten Windkraftgenerator in der Luft.

Da die Windturbine S1500 in der Luft operiert, ist für den Betrieb kein Fundament oder Turm nötig. Dadurch könne demnach der Materialverbrauch um 40 Prozent reduziert werden.

Zusätzlich lässt sich die gesamte Anlage innerhalb weniger Stunden versetzen. Sie sei daher vor allem für Wüsten, Inseln oder Bergbaustandorte geeignet.

Zwölf Turbinen generieren Energie aus luftigen Höhen

Das System S1500 stellt eine Kombination aus einem Haupttragflächenprofil mit ringförmigen Flügeln dar. Diese bilden gemeinsam einen Luftkanal, in dem zwölf Turbinen mit jeweils 100 Kilowatt Nennleistung installiert sind. Diese Turbinen wandeln die Höhenwinde in Energie um, die dann wiederum über ein Kabelsystem zum Boden geleitet werden.

Da Höhenwinde stärker und gleichmäßiger als Winde an der Erdoberfläche sind, könnten Turbinen in großer Höhe künftig viel mehr Strom erzeugen als herkömmliche landgestützte Systeme.

Auch für die schnelle Katastrophenhilfe könnten sie zum Einsatz kommen. „Die luftgestützte Plattform kann nach einem Erdbeben oder einer Überschwemmung schnell gestartet werden, um die Beleuchtung, Radios und lebensrettende Geräte am Laufen zu halten“, erklärt Weng Hanke, Chief Technology Officer von Beijing Sawes Energy Technology.

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vonMaria Gramsch
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Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.
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